Handwerk & Technik
IHK-Prüfung

Umschulung Industrieelektriker/in Betriebstechnik

Industrieelektriker der Fachrichtung Betriebstechnik arbeiten an den elektrischen Anlagen einer Produktion. Sie montieren und verdrahten Schaltschränke, verlegen Leitungen, schließen Motoren, Antriebe, Sensoren und Aktoren an.

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Dauer18 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatOnline & Präsenzje nach Angebot
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Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Industrieelektriker der Fachrichtung Betriebstechnik arbeiten an den elektrischen Anlagen einer Produktion. Sie montieren und verdrahten Schaltschränke, verlegen Leitungen, schließen Motoren, Antriebe, Sensoren und Aktoren an. Vor der Inbetriebnahme prüfen sie Schutzleiter, Isolationswiderstände und Schleifenimpedanzen, mit Protokoll. Im Betrieb suchen sie Störungen anhand von Stromlaufplänen und tauschen Komponenten. Zentral sind die Sicherheitsregeln: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen. Der Beruf beruht auf einer zweijährigen Ausbildungsordnung und ist schmaler zugeschnitten als die dreieinhalbjährigen Elektroberufe.

Vor der Elektrotechnik haben viele Respekt – Strom verzeiht keine Schlamperei. Deshalb beginnt die Umschulung in ihren 18 Monaten nicht an der Schaltanlage, sondern bei den Grundlagen, den fünf Sicherheitsregeln und dem sauberen Messen. Ernst nehmen solltest du den Eignungstest, den mehrere Anbieter verlangen, und den Zuschnitt: Der Industrieelektriker ist ein zweijähriger Ausbildungsberuf, schmaler als der Elektroniker für Betriebstechnik.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Elektrotechnische Grundlagen und Sicherheit (12 Wochen) – Der Einstieg legt das Fundament: Ohne sicheres Verständnis von Spannung, Strom und Schutzmaßnahmen darf niemand an eine Anlage. Neben den physikalischen Grundlagen stehen die Sicherheitsregeln im Mittelpunkt, die in diesem Beruf keine Formalität, sondern Arbeitsroutine sind. Die genaue Modulgliederung legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Gleich- und Wechselstrom, Spannung, Widerstand, Leistung und Arbeit, Bauelemente, Grundschaltungen und Schaltzeichen, Die fünf Sicherheitsregeln und das Freischalten von Anlagen, Wirkung des elektrischen Stroms auf den Menschen, Schutzmaßnahmen, Persönliche Schutzausrüstung und Betriebsanweisungen.
  • Modul 2: Technische Dokumentation und Schaltplanlesen (8 Wochen) – Der Schaltplan ist in diesem Beruf das zentrale Arbeitsmittel: Störungssuche ohne Plan ist Raten. Das Modul vermittelt das systematische Lesen von Stromlauf- und Klemmenplänen und den Umgang mit der Anlagendokumentation, ergänzt um das elektrotechnische Fachrechnen, das für Auslegung und Prüfung gebraucht wird. Inhalte: Stromlauf-, Übersichts- und Klemmenpläne lesen, Betriebsmittelkennzeichnung und Normbezeichnungen, Anlagendokumentation, Änderungsnachweise und Revisionsunterlagen, Fachrechnen für die Elektrotechnik.
  • Modul 3: Installations- und Verbindungstechnik (12 Wochen) – Hier wird die Handarbeit trainiert, von der später die Betriebssicherheit abhängt. Behandelt werden Auswahl und Verlegung von Leitungen sowie die fachgerechte Ausführung von Verbindungen. Ein schlecht gecrimpter Kontakt fällt nicht sofort auf, führt aber Monate später zur Störung – dieser Zusammenhang ist der rote Faden des Moduls. Inhalte: Leitungen und Kabel auswählen, verlegen und konfektionieren, Klemm-, Schraub- und Crimpverbindungen fachgerecht ausführen, Kabeltrassen, Schutzarten und Verlegevorschriften, Mechanische Montage von Betriebsmitteln, Werkzeug- und Materialkunde.
  • Modul 4: Schaltschrankbau und Energieverteilung (12 Wochen) – Das Modul führt vom Plan zur fertigen Baugruppe. Vermittelt werden Aufbau und Verdrahtung von Schaltschränken sowie die Funktion der Schutzorgane in der Energieverteilung. Klassische Schützsteuerungen werden bewusst weiter unterrichtet, weil sie in Bestandsanlagen verbreitet sind und das Verständnis für Verriegelungslogik schulen. Inhalte: Aufbau und Verdrahtung von Schaltschränken nach Plan, Schütz- und Relaissteuerungen, Verriegelungen, Sicherungen, Leitungsschutz- und Fehlerstromschutzschalter, Niederspannungsverteilung und Selektivität in den Grundzügen, Kennzeichnung, Beschriftung und Abnahme.
  • Modul 5: Antriebstechnik und Automatisierung (10 Wochen) – Antriebe sind das Rückgrat industrieller Anlagen. Das Modul behandelt Motoren, Anlaufarten und Motorschutz sowie den Einsatz von Frequenzumrichtern. Ergänzend werden Steuerungsgrundlagen vermittelt, damit sich der Weg eines Signals vom Sensor über die Steuerung zum Antrieb nachvollziehen und im Störungsfall prüfen lässt. Inhalte: Drehstrom- und Gleichstrommotoren, Anlaufarten, Frequenzumrichter und Motorschutz, Sensoren und Aktoren in der Anlagentechnik, Speicherprogrammierbare Steuerungen: Signalweg und Grundfunktionen, Bussysteme im Überblick.
  • Modul 6: Messen, Prüfen und Inbetriebnahme (10 Wochen) – Prüfen ist der Teil des Berufs, der über Haftung und Sicherheit entscheidet. Das Modul behandelt die einschlägigen Messungen vor der Inbetriebnahme, die Bewertung der Messwerte und die Dokumentation im Prüfprotokoll. Geübt wird außerdem die geordnete Inbetriebnahme, bei der Schritt für Schritt zugeschaltet und kontrolliert wird. Inhalte: Messgeräte auswählen und richtig einsetzen, Prüfung des Schutzleiters, Isolationsmessung, Schleifenimpedanz, Wiederholungsprüfungen und ortsveränderliche Betriebsmittel, Prüfprotokolle erstellen und bewerten, Geordnete Inbetriebnahme und Übergabe.
  • Modul 7: Instandhaltung und Störungssuche (8 Wochen) – Das Modul trainiert die methodische Eingrenzung von Fehlern unter Zeitdruck: messen statt vermuten, Plan statt Bauchgefühl. Behandelt werden typische Fehlerbilder und der geordnete Komponententausch sowie die Dokumentation, damit eine Störung nicht in jeder Schicht neu gesucht wird. Inhalte: Systematische Fehlersuche entlang des Stromlaufplans, Typische Fehlerbilder an Antrieben, Sensoren und Verkabelung, Austausch von Komponenten und Ersatzteilwesen, Wartungspläne und wiederkehrende Prüfungen, Störungsdokumentation und Schichtübergabe.
  • Modul 8: Betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (12 Wochen) – Die Praxisphase im Betrieb bringt zusammen, was in der Lehrwerkstatt geübt wurde, und ist zugleich die beste Brücke in eine Anstellung. Parallel läuft die Prüfungsvorbereitung mit Wiederholung der Fachtheorie und praktischen Übungen unter Zeitvorgabe. Umfang und Lage der Praxisphase legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Mitarbeit in Elektroinstandhaltung, Schaltanlagenbau oder Montage, Bearbeitung eines betrieblichen Arbeitsauftrags mit Dokumentation, Wiederholung von Fachkunde, Schaltplanlesen und Fachrechnen, Praktische Übungen unter Prüfungsbedingungen, Wirtschafts- und Sozialkunde.

Lernziele:

  • Mit rund 18 Monaten ist dies der kürzeste Weg zu einem anerkannten Abschluss in der Elektrotechnik – ein wichtiger Punkt, wenn die Finanzierung des Lebensunterhalts begrenzt ist.
  • Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 50.210 offene Stellen erfasst; elektrotechnische Fachkräfte werden quer durch Industrie, Energie und Gebäudetechnik gesucht.
  • Am Ende steht ein Berufsabschluss mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer, nicht nur ein Trägerzertifikat.
  • Die Angebote laufen in Vollzeit und in Teilzeit, was die Qualifizierung auch neben Betreuungsaufgaben planbar macht.
  • Der Abschluss ist anschlussfähig: Eine spätere Fortsetzung zum Elektroniker für Betriebstechnik ist ein üblicher Weg, über die Anrechnung entscheidet die zuständige Kammer.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Angesprochen sind Menschen, die in die Elektrotechnik einsteigen wollen, ohne sich auf eine fast dreijährige Umschulung festzulegen. Mit rund 18 Monaten ist dieser Weg der kürzeste in diesem Berufsfeld und damit besonders für alle interessant, die schnell wieder in Beschäftigung kommen müssen. Er passt zu Helferinnen und Helfern aus der Industrie, die bereits an Anlagen gearbeitet haben, ebenso wie zu Quereinsteigenden mit technischem Interesse. Weil die Angebote sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit erfasst sind, ist die Qualifizierung auch mit Betreuungsaufgaben planbar.

  • Industriehelferinnen und -helfer mit Anlagenerfahrung, die einen anerkannten Abschluss brauchen
  • Quereinsteigende mit technischem Interesse, denen eine 28- bis 29-monatige Umschulung zu lang ist
  • Menschen, die die Elektrotechnik als Einstieg nutzen und später zum Elektroniker für Betriebstechnik aufstocken wollen
  • Weniger geeignet für alle, die von Anfang an die volle Bandbreite der Elektroinstallation abdecken wollen – dafür passen die dreieinhalbjährigen Elektroberufe besser
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht zwingend erforderlich, denn die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden technisches Grundverständnis, gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie ein Berufsabschluss oder mindestens einjährige Berufspraxis; hinzu kommen ein Beratungsgespräch und häufig ein Eignungstest. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Kein Berufsabschluss zwingend – alternativ nennen die Angebote mindestens ein Jahr Berufspraxis
  • Technisches Grundverständnis, das im Eignungstest der Träger abgefragt wird
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift für Schaltpläne, Betriebsanweisungen und Prüfprotokolle
  • Gesundheitliche Eignung für Arbeiten an elektrischen Anlagen, teils in Höhe oder in Zwangshaltung
  • Bereitschaft zu einer Qualifizierung über rund 18 Monate in Vollzeit oder Teilzeit

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)

18 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören bei dieser Umschulung zum Regelfall, weil das Arbeiten an realen Schaltanlagen, Antrieben und Steuerungen in der Lehrwerkstatt nur begrenzt abzubilden ist. Eine feste Dauer gibt es nicht; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest. Klären Sie vor der Anmeldung, ob der Träger Praxisplätze in Industriebetrieben vermittelt und welche Arbeiten Ihnen dort übertragen werden dürfen.

Im Verlauf der Qualifizierung steht in der Regel eine Zwischenprüfung, die den Lernstand feststellt und nicht über das Bestehen entscheidet. Sie umfasst üblicherweise eine praktische Arbeitsaufgabe mit ergänzenden schriftlichen Fragen. Anmeldung und Termin laufen über den Bildungsträger und die zuständige Kammer.

Die Abschlussprüfung besteht aus einer praktischen Arbeitsaufgabe – typischerweise dem Aufbau, Anschluss, Prüfen und Dokumentieren einer elektrischen Anlage oder Baugruppe – mit begleitendem situativem Fachgespräch sowie schriftlichen Prüfungsbereichen zur Betriebstechnik, zur Fertigungs- und Prüftechnik und zur Wirtschafts- und Sozialkunde. Die genaue Aufteilung und Gewichtung regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.

Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Offizieller Abschluss: Anerkannter Berufsabschluss Industrieelektriker beziehungsweise Industrieelektrikerin der Fachrichtung Betriebstechnik nach § 37 Berufsbildungsgesetz mit Prüfungszeugnis der Kammer..

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil diese Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz führt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht; Maßnahme und Träger müssen nach AZAV zertifiziert sein. Die Lehrgangskosten liegen bei über 10.000 Euro; nicht jeder Anbieter nennt einen Preis. Die vergleichsweise kurze Laufzeit von rund 18 Monaten ist im Förderverfahren häufig ein Vorteil, weil der Zeitraum bis zur Wiedereingliederung überschaubar bleibt. Neben den Lehrgangskosten kommen je nach Situation Leistungen zum Lebensunterhalt sowie Zuschüsse zu Fahrt-, Unterbringungs- und Kinderbetreuungskosten in Betracht. Klären Sie die Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung mit Ihrer Vermittlungsfachkraft.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 50.210 offene Stellen erfasst. Die Gründe sind strukturell: Netzausbau, Elektrifizierung, Automatisierung und hoher altersbedingter Ersatzbedarf. Zwei Einschränkungen: Es ist ein zweijähriger Ausbildungsberuf, und ein Teil der Ausschreibungen richtet sich ausdrücklich an Elektroniker für Betriebstechnik mit dreieinhalbjähriger Ausbildung. In der Instandhaltung sind Schicht- und Rufbereitschaft üblich.

Industriebetriebe zahlen nach Tarif; Qualifikationen in SPS-Technik und Prüfungen nach DGUV V3 heben das Gehalt an.

  • Einstieg: ca. 34.000–40.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 41.000–52.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 54.000–66.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Montage und Verdrahtung von Schaltschränken und Steuerungen, Anschluss von Motoren, Antrieben, Sensoren und Aktoren, Verlegen von Leitungen und Aufbau von Kabeltrassen in Industrieanlagen, Prüfen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel mit Protokollführung, Unterstützung der Elektroinstandhaltung und Störungssuche, Inbetriebnahme und Übergabe von Anlagenteilen, Umbau und Erweiterung bestehender Betriebsanlagen
  • Typische Arbeitgeber: Industriebetriebe mit eigener Elektroinstandhaltung, Schaltanlagen- und Steuerungsbauer, Maschinen- und Anlagenbauunternehmen, Energieversorger und Netzbetreiber, Technische Dienstleister für Montage und Instandhaltung, Betreiber gebäudetechnischer Anlagen und Facility-Management, Automobilhersteller und Zulieferbetriebe

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Montage und Verdrahtung von Schaltschränken und Steuerungen
  • Anschluss von Motoren, Antrieben, Sensoren und Aktoren
  • Verlegen von Leitungen und Aufbau von Kabeltrassen in Industrieanlagen
  • Prüfen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel mit Protokollführung
  • Unterstützung der Elektroinstandhaltung und Störungssuche
  • Inbetriebnahme und Übergabe von Anlagenteilen

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zum Elektroniker für Betriebstechnik?

Der Industrieelektriker beruht auf einer zweijährigen Ausbildungsordnung, der Elektroniker für Betriebstechnik auf einer dreieinhalbjährigen. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt beim Industrieelektriker auf Montage, Anschluss, Prüfung und der Unterstützung der Instandhaltung, während der Elektroniker zusätzlich Anlagen plant, programmiert und umfassender in Betrieb nimmt. Der kürzere Weg ist deshalb kein schlechterer Einstieg, aber ein anderer Zuschnitt. Eine spätere Fortsetzung zum Elektroniker ist ein üblicher Weg; über die Anrechnung bereits absolvierter Zeiten entscheidet die zuständige Kammer.

Darf ich nach der Umschulung selbstständig an elektrischen Anlagen arbeiten?

Die Ausbildungsordnung vermittelt die Qualifikationen, die für das Arbeiten an elektrischen Anlagen erforderlich sind, einschließlich der Sicherheitsregeln und der Prüfverfahren. Welche Arbeiten Ihnen ein Betrieb tatsächlich überträgt, entscheidet er jedoch in eigener Verantwortung anhand Ihrer Qualifikation, Ihrer Erfahrung und der geltenden Unfallverhütungsvorschriften; dazu gehört auch eine ausdrückliche Beauftragung im Betrieb. Fragen Sie im Vorstellungsgespräch konkret nach, welche Tätigkeiten vorgesehen sind und wie die Einarbeitung geregelt ist.

Wie lange dauert die Umschulung und gibt es sie in Teilzeit?

Die belegte Laufzeit liegt bei rund 18 Monaten, entsprechend 544 Tagen. Damit ist dies die kürzeste Umschulung in diesem Berufsfeld. Die Angebote laufen sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit; eine Teilzeitvariante verlängert die Gesamtdauer entsprechend, macht die Qualifizierung aber mit Betreuungsaufgaben vereinbar. Welche Variante an Ihrem gewünschten Standort startet, unterscheidet sich von Träger zu Träger und sollte vor der Anmeldung geklärt werden.

Warum steht in manchen Angeboten nur Industrieelektriker ohne Fachrichtung?

Der Berufsabschluss lautet Industrieelektriker beziehungsweise Industrieelektrikerin; die Ausbildungsordnung sieht die beiden Fachrichtungen Betriebstechnik sowie Geräte und Systeme vor. Ein Teil der Anbieter führt in der Abschlussbezeichnung nur die kurze Form, andere nennen die Fachrichtung ausdrücklich. Für Sie ist die Fachrichtung relevant, weil sie den Schwerpunkt der praktischen Prüfung bestimmt. Lassen Sie sich deshalb vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, in welcher Fachrichtung Sie zur Kammerprüfung angemeldet werden.

Brauche ich eine abgeschlossene Berufsausbildung, um teilnehmen zu können?

Nicht zwingend. Die Zugangstexte der Angebote nennen einen Berufsabschluss oder alternativ mindestens ein Jahr Berufspraxis, dazu technisches Grundverständnis und gute Deutschkenntnisse. Mehrere Träger setzen zusätzlich ein Beratungsgespräch und einen Eignungstest an, mit dem technisches Verständnis und Rechenfähigkeit geprüft werden. Bereiten Sie sich auf diesen Test vor – er ist keine Hürde, die man nicht nehmen kann, aber er wird ernst genommen.

Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?

Bei einem Teil der Angebote ist keine Preisangabe hinterlegt, andere weisen einen Kostenrahmen über 10.000 Euro aus, einzelne kurze Bausteine liegen unter 500 Euro. Den verbindlichen Preis nennt der Träger. Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil die Maßnahme zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und wird nicht automatisch erteilt; Maßnahme und Träger müssen nach AZAV zertifiziert sein.