Umschulung Industrieelektriker/in Geräte und Systeme
Industrieelektrikerinnen und Industrieelektriker der Fachrichtung Geräte und Systeme bauen elektrotechnische Geräte und Baugruppen zusammen, verdrahten Schaltschränke und prüfen die fertigen Einheiten.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Industrieelektrikerinnen und Industrieelektriker der Fachrichtung Geräte und Systeme bauen elektrotechnische Geräte und Baugruppen zusammen, verdrahten Schaltschränke und prüfen die fertigen Einheiten. Sie arbeiten nach Schaltplänen und Stücklisten, bestücken Leiterplatten und nehmen Baugruppen im Prüffeld in Betrieb. Ein großer Teil des Alltags ist Messen und Prüfen: Durchgang, Isolationswiderstand, Schutzleiter, Funktionsprüfung. Der Beruf ist ein zweijähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und liegt damit unter den dreieinhalbjährigen Elektronikerberufen. Eine Anschlussqualifizierung zum Elektroniker ist möglich; über die Anrechnung entscheidet die Kammer.
Siebzehn Monate klingen nach viel, sind gemessen an einer regulären Ausbildung aber der kurze Weg zu einem anerkannten Abschluss. Vorkenntnisse brauchst du keine, Ausdauer beim Rechnen schon: Ohm, Leistung, Wechselstrom sind Handwerk, das man übt. Genauso ehrlich der zweite Punkt: Der Industrieelektriker ist ein zweijähriger Beruf und rangiert unter dem Elektroniker – ein belastbarer Einstieg mit Anschlussqualifizierung.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Elektrotechnische Grundlagen und Arbeitssicherheit (8 Wochen) – Der Einstieg legt das Fundament, ohne das keine Baugruppe sicher aufgebaut oder geprüft werden kann. Neben den elektrotechnischen Größen und Bauelementen stehen von Anfang an die Sicherheitsregeln im Mittelpunkt, weil an spannungsführenden Teilen kein Lernen durch Versuch und Irrtum möglich ist. Das Fachrechnen läuft parallel mit, denn ohne sicheres Umstellen von Formeln bleibt die Messtechnik im späteren Verlauf unzugänglich. Inhalte: Gleich- und Wechselstromtechnik, Ohmsches Gesetz, Leistung und Arbeit, Bauelemente: Widerstände, Kondensatoren, Spulen, Halbleiter, Fünf Sicherheitsregeln, Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag, Fachrechnen und Einheitenumrechnung, Lesen von Schalt-, Stromlauf- und Klemmenplänen.
- Modul 2: Messtechnik und Prüfverfahren (10 Wochen) – Messen ist die Kernkompetenz dieses Berufs, weil sich der Zustand einer Baugruppe nur so beurteilen lässt. Behandelt werden die Geräte, ihre Anwendungsgrenzen und die typischen Fehlerquellen beim Messen. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf den Prüfungen, die vor der Inbetriebnahme vorgeschrieben sind, und auf der Frage, wie ein Prüfprotokoll aussehen muss, damit es später noch aussagekräftig ist. Inhalte: Umgang mit Multimeter, Oszilloskop und Isolationsmessgerät, Messen von Spannung, Strom, Widerstand, Frequenz und Signalform, Prüfung von Schutzleiter, Isolationswiderstand und Durchgang, Messfehler erkennen und Messergebnisse bewerten, Prüfprotokolle erstellen und auswerten.
- Modul 3: Baugruppen fertigen, verdrahten und montieren (10 Wochen) – Hier entsteht die eigentliche handwerkliche Basis. Geübt wird der Aufbau von Baugruppen von der Leiterplatte bis zum verdrahteten Schaltschrank, jeweils nach Zeichnung und Stückliste. Sauberkeit ist dabei kein Selbstzweck: Eine nachvollziehbar gekennzeichnete Verdrahtung entscheidet darüber, ob eine Störung später in Minuten oder in Stunden gefunden wird. Inhalte: Löten und Bestücken von Leiterplatten, Leitungen konfektionieren, crimpen, Steckverbinder montieren, Schaltschrankaufbau und Verdrahtung nach Stromlaufplan, Mechanische Grundfertigkeiten: Bohren, Gewinde, Befestigungstechnik, Kennzeichnung, Beschriftung und Kabelmanagement.
- Modul 4: Steuerungstechnik und Antriebe (8 Wochen) – Das Modul führt von der klassischen Schützsteuerung zur programmierbaren Steuerung und zeigt, wie beide Welten in heutigen Geräten nebeneinander bestehen. Antriebstechnik kommt hinzu, weil Motoren in nahezu jeder Anlage stecken und ihre Schutz- und Anlaufbeschaltung zum Standardrepertoire gehört. Inhalte: Schützschaltungen und Verriegelungen, Grundlagen speicherprogrammierbarer Steuerungen, Sensoren und Aktoren, Signalarten und Anschlusstechnik, Elektromotoren, Anlaufarten und Schutzeinrichtungen, Frequenzumrichter in Grundfunktionen parametrieren.
- Modul 5: Inbetriebnahme, Fehlersuche und Instandsetzung (8 Wochen) – Fehlersuche ist Methode, nicht Intuition. Das Modul trainiert das schrittweise Eingrenzen vom Symptom zur Ursache und den Umgang mit Prüfmitteln unter Zeitdruck. Dazu kommt die Rückmeldung an die Fertigung, weil wiederkehrende Fehler nur abgestellt werden, wenn sie sauber dokumentiert zurücklaufen. Inhalte: Systematische Fehlereingrenzung an Geräten und Baugruppen, Inbetriebnahme im Prüffeld, Funktionsprüfung, Abnahme, Bauteiltausch und Reparatur, Umgang mit Ersatzteilen, Störungsdokumentation und Rückmeldung an die Fertigung, Wiederholungsprüfungen und Prüffristen.
- Modul 6: Qualitätssicherung, Normen und Dokumentation (6 Wochen) – In der industriellen Fertigung entscheidet die Nachvollziehbarkeit. Behandelt werden die Normen, nach denen geprüft wird, der Umgang mit technischen Unterlagen und Änderungsständen sowie der Schutz elektrostatisch gefährdeter Bauteile. Ergänzend geht es um Arbeitsplanung, weil in der Serienfertigung Zeitvorgaben Teil der Aufgabe sind. Inhalte: Einschlägige Normen der Elektrotechnik anwenden, Qualitätsprüfung in der Serienfertigung, Technische Unterlagen, Änderungsstände und Herstellerangaben, Umgang mit ESD-empfindlichen Bauteilen, Arbeitsplanung und Zeitvorgaben in der Fertigung.
- Modul 7: Betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (8 Wochen) – Die Praxisphase im Betrieb bringt zusammen, was in der Werkstatt geübt wurde, und ist erfahrungsgemäß der wichtigste Türöffner für die spätere Bewerbung. Parallel läuft die gezielte Prüfungsvorbereitung mit Aufgaben im Format der Kammerprüfung. Umfang und Lage der Praxisphase legt der jeweilige Bildungsträger fest. Inhalte: Mitarbeit in Montage, Prüffeld oder Instandhaltung, Bearbeitung eines betrieblichen Auftrags mit Dokumentation, Wiederholung von Fachkunde und Fachrechnen, Übungsprüfungen im Prüfungsformat der Kammer, Vorbereitung auf das Fachgespräch.
Lernziele:
- Mit rund 17 Monaten ist dies eine der kürzeren Umschulungen zu einem anerkannten Abschluss nach BBiG – deutlich kürzer als die Elektronikerberufe, die im selben Feld über 28 Monate laufen.
- Der Abschluss wird von den Trägern als IHK-Zeugnis ausgewiesen und über eine Abschlussprüfung gemäß Berufsbildungsgesetz erworben, ist also kein reines Trägerzertifikat.
- Die Nachfrage ist breit: In den vergangenen zwölf Monaten waren 6.414 Stellen zum Zielberuf ausgeschrieben – ein Wert, der für ein derart eng zugeschnittenes Berufsbild ungewöhnlich hoch liegt.
- Alle Angebote laufen in Präsenz mit Werkstattanteil, was für einen Beruf, der von Verdrahten, Messen und Prüfen lebt, die passende Lernform ist.
- Der Beruf ist als Grundlage für eine Anschlussqualifizierung zum Elektroniker angelegt – der Abschluss ist damit nicht das Ende der Fahnenstange.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Umschulung passt zu Menschen, die einen technischen Beruf mit klarem Werkstattanteil suchen und dafür rund anderthalb Jahre in Vollzeit freimachen können. Weil alle neun Anbieter Präsenzunterricht in Vollzeit führen, richtet sich die Maßnahme an Umsteigende, die tagsüber verfügbar sind – Teilzeit- oder Fernvarianten gibt es zu diesem Abschluss nicht. Sinnvoll ist der Weg besonders für Quereinsteigende aus Produktion, Montage oder Lager, die bereits im industriellen Umfeld gearbeitet haben und den Schritt zum anerkannten Abschluss gehen wollen. Wer perspektivisch weiter will, sollte wissen, dass dieser zweijährige Beruf als Grundlage für eine anschließende Qualifizierung zum Elektroniker gedacht ist.
- Umsteigende ohne einschlägigen Abschluss, die einen kürzeren Weg in die Elektrotechnik suchen als eine dreieinhalbjährige Ausbildung
- Beschäftigte aus Produktion, Montage oder Lager, die ihre Praxiserfahrung in einen anerkannten Abschluss überführen wollen
- Menschen mit handwerklichem Geschick und Interesse an Schaltungen, Messtechnik und Gerätebau
- Weniger geeignet für alle, die nur abends oder berufsbegleitend lernen können – erfasst sind ausschließlich Vollzeitangebote in Präsenz
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Die erfassten Anbieter setzen in ihren Zugangstexten überwiegend ein Beratungsgespräch, einen Schulabschluss auf Hauptschul- oder Realschulniveau und ausreichende Deutschkenntnisse an; einzelne Träger nennen ausdrücklich das Sprachniveau B2 und rechnerische Grundlagen.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
- Hauptschul- oder Realschulabschluss beziehungsweise ein gleichwertiger Abschluss, von mehreren Trägern erwartet
- Deutschkenntnisse auf gutem Niveau; ein Träger nennt in den Belegdaten mindestens B2, einzelne Angebote koppeln Sprachförderung an die Fachausbildung
- Sichere Grundlagen im Rechnen, weil Elektrotechnik ohne Formelumstellung und Einheitenrechnung nicht funktioniert
- Gutes Sehvermögen und Farbsicherheit sowie sorgfältiges, verantwortungsbewusstes Arbeiten – so beschreiben es die Anbieter selbst
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
17 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören zu den erfassten Vollzeitmaßnahmen dazu; Lage und Umfang legt der Bildungsträger fest. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich geben, wie viele Wochen im Betrieb vorgesehen sind und ob der Träger bei der Platzsuche unterstützt.
Schriftliche Prüfung in den Bereichen Fertigungs- und Prüftechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde, angelegt als Abschlussprüfung gemäß Berufsbildungsgesetz.
Praktische Aufgabe mit begleitendem Fachgespräch: Eine Baugruppe wird aufgebaut, verdrahtet, geprüft und dokumentiert, anschließend erläutern Sie Ihr Vorgehen gegenüber dem Prüfungsausschuss.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Die Prüfung ist übereinstimmend als Kammerprüfung beziehungsweise Abschlussprüfung gemäß BBiG angelegt; welche Kammer konkret zuständig ist, richtet sich nach dem Standort der Maßnahme.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung erhalten Sie das IHK-Zeugnis Industrieelektriker*in Fachrichtung Geräte und Systeme. Den genauen Prüfungsaufbau regelt die Ausbildungsordnung; verbindlich ist die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei dieser Umschulung möglich, weil sie zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Für einen Teil der Maßnahmen nennen die Träger keinen Preis, andere liegen über 10.000 Euro oder sind preisverhandelt; preisverhandelt bedeutet, dass der Träger den Preis direkt mit dem Kostenträger vereinbart. Klären Sie die Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung mit Ihrer Vermittlungsfachkraft und lassen Sie sich bestätigen, ob Prüfungsgebühren und Lernmittel enthalten sind.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Die Nachfrage ist gut belegt: 6.414 ausgeschriebene Stellen zum Zielberuf in den zurückliegenden 365 Tagen – der zweithöchste Wert unter den hier erfassten Technikberufen. Dem stehen nur 9 Anbieter mit 10 Angeboten und 32 Terminen gegenüber. Es werden also mehr Menschen gesucht, als über diesen Weg ausgebildet werden. Für Sie heißt das reale Aussichten auf eine Anstellung, aber eine enge Auswahl an Maßnahmeplätzen.
Die kompakte zweijährige Ausbildung führt direkt in tarifgebundene Elektronik- und Montagebetriebe.
- Einstieg: ca. 33.000–39.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 40.000–50.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 53.000–64.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Aufbau und Verdrahtung von Schaltschränken und Steuerungseinheiten, Bestücken, Löten und Prüfen elektronischer Baugruppen, Montage von Geräten und Systemen in Serien- und Kleinserienfertigung, Funktions- und Sicherheitsprüfungen im Prüffeld, Fehlersuche und Instandsetzung an Geräten und Baugruppen, Konfektionierung von Leitungen, Steckverbindern und Kabelbäumen, Dokumentation von Prüfergebnissen und Änderungsständen
- Typische Arbeitgeber: Hersteller elektrotechnischer Geräte und Baugruppen, Schaltanlagen- und Schaltschrankbau, Zulieferbetriebe der Automobil- und Maschinenbauindustrie, Anlagenbauer mit eigener Fertigung und Prüffeld, Industriebetriebe mit interner Instandhaltung, Dienstleister für Montage, Prüfung und technischen Service, Hersteller von Mess-, Regel- und Antriebstechnik
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Aufbau und Verdrahtung von Schaltschränken und Steuerungseinheiten
- Bestücken, Löten und Prüfen elektronischer Baugruppen
- Montage von Geräten und Systemen in Serien- und Kleinserienfertigung
- Funktions- und Sicherheitsprüfungen im Prüffeld
- Fehlersuche und Instandsetzung an Geräten und Baugruppen
- Konfektionierung von Leitungen, Steckverbindern und Kabelbäumen
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist der Industrieelektriker dasselbe wie ein Elektroniker?
Nein, und das sollten Sie vor der Entscheidung wissen. Der Industrieelektriker ist ein zweijähriger anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, der Elektroniker für Geräte und Systeme ein dreieinhalbjähriger. Der Zuschnitt ist enger: Schwerpunkt sind Montage, Verdrahtung, Prüfung und Instandsetzung, nicht die eigenständige Planung komplexer Anlagen. Der Beruf ist ausdrücklich als Grundlage für eine spätere Anschlussqualifizierung zum Elektroniker angelegt; über die Anrechnung entscheidet die zuständige Kammer im Einzelfall.
Wie lange dauert die Umschulung und in welcher Form läuft sie?
Die mittlere Laufzeit beträgt 508 Tage, also rund 17 Monate. Als Unterrichtszeit gibt es ausschließlich Vollzeit, als Unterrichtsform Präsenzunterricht und sonstige Präsenzveranstaltungen, ergänzt um kombinierte Lernformen. Eine reine Teilzeit- oder Fernvariante gibt es zu diesem Abschluss nicht. Sie sollten also mit einem geregelten Wochenablauf tagsüber planen, vergleichbar mit einem Vollzeitarbeitsverhältnis.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende und wer prüft?
Die erfassten Anbieter weisen den Abschluss übereinstimmend als IHK-Zeugnis Industrieelektriker*in Fachrichtung Geräte und Systeme aus. Geprüft wird als Abschlussprüfung gemäß Berufsbildungsgesetz vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer, also nicht durch den Bildungsträger selbst. Welche Kammer konkret zuständig ist, hängt vom Standort der Maßnahme ab. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, dass die Anmeldung zur Kammerprüfung Bestandteil der Maßnahme ist und wer die Prüfungsgebühren trägt.
Was kostet die Maßnahme und wird sie gefördert?
Für einen Teil der Angebote ist keine Preisangabe hinterlegt, weitere sind mit über 10.000 Euro beziehungsweise als preisverhandelte Maßnahme ausgewiesen. Bei Umschulungen ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters der übliche Förderweg. Die Bewilligung ist allerdings immer eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt unter anderem davon ab, ob die Maßnahme arbeitsmarktlich notwendig und nach AZAV zertifiziert ist. Eine vollständige Kostenübernahme können wir Ihnen deshalb nicht zusichern.
Brauche ich einen Schulabschluss oder Vorkenntnisse in Elektrotechnik?
Fachliche Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, ein Berufsabschluss ebenfalls nicht. Mehrere der Anbieter erwarten allerdings einen Hauptschul- oder Realschulabschluss beziehungsweise einen gleichwertigen Abschluss sowie ein Beratungsgespräch vorab. Ein Träger nennt in seinem Zugangstext ausdrücklich das Sprachniveau B2 und Grundlagen der Mathematik. Genannt werden außerdem gutes Sehvermögen und Farbsicherheit – das ist keine Formalie, sondern folgt daraus, dass Leitungen und Bauteile über Farbcodes identifiziert werden.
Gibt es ein Betriebspraktikum?
Betriebliche Praxisphasen sind bei Umschulungen dieser Länge üblich und in den erfassten Vollzeitmaßnahmen vorgesehen; den genauen Umfang und die Lage legt der jeweilige Bildungsträger fest, weshalb wir hier keine feste Wochenzahl nennen. Praktisch ist die Phase der wichtigste Teil der Maßnahme, weil viele Teilnehmende ihren späteren Arbeitgeber dort kennenlernen. Fragen Sie beim Träger nach, ob er bei der Suche nach einem Praktikumsbetrieb unterstützt oder ob Sie den Platz selbst organisieren müssen.
Wie ist die Nachfrage nach diesem Beruf?
In den vergangenen 365 Tagen wurden 6.414 Stellen zum Zielberuf ausgeschrieben – ein hoher Wert, gerade im Verhältnis zu nur 9 erfassten Anbietern mit 10 Angeboten. Die Ausschreibungszahl sagt allerdings nichts über Ihre persönliche Vermittlungschance, weil sie regional sehr unterschiedlich verteilt ist und Betriebe teils Elektroniker statt Industrieelektriker suchen. Lassen Sie sich die Nachfrage in Ihrem Arbeitsmarktbezirk im Beratungsgespräch konkret zeigen, statt sich auf die bundesweite Zahl zu verlassen.