Umschulung Elektroniker/in Automatisierungs- und Systemtechnik
Elektronikerinnen und Elektroniker der Automatisierungstechnik sorgen dafür, dass Produktionsanlagen sicher laufen. Sie bauen und verdrahten Schaltschränke, installieren Sensoren, Antriebe und Aktoren und verbinden sie über Feldbusse.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Elektronikerinnen und Elektroniker der Automatisierungstechnik sorgen dafür, dass Produktionsanlagen sicher laufen. Sie bauen und verdrahten Schaltschränke, installieren Sensoren, Antriebe und Aktoren und verbinden sie über Feldbusse. Kern ist die speicherprogrammierbare Steuerung: Programme erstellen oder anpassen, an der Anlage testen und in Betrieb nehmen. Zweiter Bereich ist die Instandhaltung: Fehler eingrenzen von der Störmeldung über die Messung an der Klemme bis zum defekten Sensor, oft im Schichtbetrieb. Als Elektrofachkraft verantworten sie Schutzmaßnahmen und die sichere Trennung von Anlagen. Die Regelausbildung dauert dreieinhalb Jahre, die Umschulung rund 28 Monate.
Der häufigste Zweifel ist nicht die Elektrotechnik, sondern das Programmieren. Steuerungsprogrammierung ist keine Softwareentwicklung: Du beschreibst Abläufe, die du an der Anlage gesehen hast – wenn Sensor A meldet, fährt Zylinder B aus. Fordernd ist die Verantwortung: Als Elektrofachkraft arbeitest du an Anlagen, bei denen Fehler Menschen gefährden. Ehrlich ist die Arbeitszeit: Instandhaltung heißt oft Schicht, Inbetriebnahme oft Montage.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Elektrotechnische Grundlagen und Elektrofachkraft-Sicherheit (14 Wochen) – Der Einstieg legt die Grundlage für alles Weitere und zugleich für die Verantwortung als Elektrofachkraft. Neben den elektrotechnischen Größen und Netzformen stehen die Schutzmaßnahmen im Mittelpunkt, weil an Anlagen mit Drehstrom kein Lernen durch Ausprobieren möglich ist. Das Fachrechnen läuft parallel, weil ohne sichere Formelumstellung weder Auslegung noch Messtechnik funktionieren. Inhalte: Gleich- und Wechselstromtechnik, Drehstrom, Leistung und Blindleistung, Bauelemente, Grundschaltungen und elektrische Netze, Schutzmaßnahmen gegen elektrischen Schlag, Schutzarten und Schutzklassen, Fünf Sicherheitsregeln und Arbeiten unter Spannung, Fachrechnen, Formelumstellung und Einheiten.
- Modul 2: Mess- und Prüftechnik an elektrischen Anlagen (14 Wochen) – Messen ist im Elektroberuf zugleich Diagnose und Sicherheitsnachweis. Behandelt werden die vorgeschriebenen Prüfungen vor der ersten Inbetriebnahme und in wiederkehrenden Abständen sowie die Messverfahren, mit denen sich Fehler eingrenzen lassen. Ein eigener Punkt ist die Dokumentation, weil eine Prüfung ohne Protokoll rechtlich nicht stattgefunden hat. Inhalte: Messgeräte auswählen und normgerecht einsetzen, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Schutzleiterprüfung, Oszilloskopmessungen an Signalen und Antrieben, Prüfung ortsfester Anlagen und Prüffristen, Prüfprotokolle erstellen und bewerten.
- Modul 3: Steuerungstechnik und SPS-Programmierung (16 Wochen) – Das fachliche Herzstück des Berufs. Ausgehend von der klassischen Schützsteuerung wird die speicherprogrammierbare Steuerung erarbeitet – Programmaufbau, Ablaufketten, Betriebsarten und Störungsmeldungen. Wichtig ist dabei die Denkweise: Ein Steuerungsprogramm bildet einen realen Anlagenablauf ab, weshalb Programmieren hier immer mit dem Verständnis der Mechanik beginnt. Inhalte: Schützsteuerungen, Verriegelungen und Ablaufsteuerungen, Aufbau speicherprogrammierbarer Steuerungen und Programmiersprachen, Digitale und analoge Ein- und Ausgänge, Signalverarbeitung, Ablaufketten, Betriebsarten und Störungsmeldungen programmieren, Simulation, Test und schrittweise Inbetriebnahme.
- Modul 4: Antriebstechnik und Leistungselektronik (14 Wochen) – Antriebe setzen die Steuerungsbefehle in Bewegung um. Das Modul behandelt Motoren, ihren Schutz und ihre Ansteuerung über Frequenzumrichter und Servoregler einschließlich der Parametrierung, die in der Praxis über Anlagenverhalten und Energieverbrauch entscheidet. Ergänzend geht es um Netzrückwirkungen, die bei vielen Umrichtern im selben Netz relevant werden. Inhalte: Drehstrommotoren, Anlaufarten und Motorschutz, Frequenzumrichter parametrieren und in Betrieb nehmen, Servoantriebe und Positionierung, Leistungselektronische Bauelemente und Netzrückwirkungen, Energieeffizienz in Antriebssystemen.
- Modul 5: Sensorik, Feldbusse und Anlagenkommunikation (13 Wochen) – Eine Automatisierungsanlage besteht aus vielen Teilnehmern, die miteinander sprechen müssen. Behandelt werden Sensorik und Signalarten, die gängigen Feldbussysteme und ihre Diagnosemöglichkeiten sowie die Visualisierung, über die das Bedienpersonal die Anlage führt. Die Diagnose bekommt eigenes Gewicht, weil Buskommunikation eine häufige und oft unterschätzte Fehlerquelle ist. Inhalte: Sensortypen, Messprinzipien und Signalarten, Feldbussysteme und industrielle Netzwerke, Adressierung, Konfiguration und Diagnose von Busteilnehmern, Visualisierung und Bedienpanels, Anbindung an übergeordnete Systeme und Datenerfassung.
- Modul 6: Anlagensicherheit, Normen und Inbetriebnahme (12 Wochen) – Sicherheitstechnik ist in der Automatisierung ein eigenes Fachgebiet mit eigenen Regeln. Das Modul behandelt Not-Halt-Konzepte, sicherheitsgerichtete Steuerungen und ihre Prüfung sowie den geordneten Ablauf einer Inbetriebnahme bis zur Abnahme und Einweisung. Ohne diese Kenntnisse ist eine Anlage rechtlich nicht in Betrieb zu nehmen. Inhalte: Maschinensicherheit, Not-Halt und Sicherheitsschaltungen, Sicherheitsgerichtete Steuerungen und deren Prüfung, Einschlägige Normen und Herstellerdokumentation anwenden, Inbetriebnahmeprotokolle und Abnahme, Übergabe und Einweisung des Bedienpersonals.
- Modul 7: Instandhaltung, Störungssuche und Prüfungsvorbereitung (12 Wochen) – Störungssuche folgt einer Methode, nicht dem Gefühl: vom Symptom über die Steuerungsmeldung zur Messung an der Klemme. Das Modul trainiert dieses Vorgehen und verbindet es mit der betrieblichen Praxisphase, in der Sie Anlagen im laufenden Betrieb erleben. Parallel läuft die gezielte Vorbereitung auf die Kammerprüfung; Umfang und Lage der Praxisphase legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Systematische Fehlereingrenzung an Anlagen unter Zeitdruck, Vorbeugende Instandhaltung und Wartungspläne, Betriebliche Praxisphase in Instandhaltung oder Inbetriebnahme, Wiederholung von Fachkunde und Fachrechnen, Übungsaufgaben und Fachgespräch im Prüfungsformat.
Lernziele:
- Der Abschluss ist eine anerkannte Facharbeiterqualifikation mit Kammerprüfung; ein Träger weist ihn ausdrücklich als staatlich anerkannt mit IHK-Prüfung aus.
- Automatisierungstechnik ist branchenübergreifend gefragt – von der Lebensmittelproduktion über die Chemie bis zur Logistikanlage arbeitet praktisch jede Fertigung mit Steuerungen.
- Der Beruf verbindet handwerkliche Arbeit an der Anlage mit Programmier- und Diagnosetätigkeit, was ihn abwechslungsreicher macht als reine Montage- oder reine Bürotätigkeiten.
- Als Elektrofachkraft übernehmen Sie Verantwortung für Schutzmaßnahmen und Prüfungen – eine Qualifikation, die nicht ohne Weiteres angelernt werden kann und deshalb ihren Wert behält.
- Ein Angebot läuft als Hybrid Learning und zeigt, dass Teile der Theorie auch ortsunabhängig vermittelt werden können.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Der Beruf verbindet Elektrotechnik mit Steuerungs- und Programmierarbeit und passt zu Menschen, die beides mögen: die Anlage anfassen und die Logik dahinter verstehen. Sinnvoll ist die Umschulung besonders für Umsteigende aus Produktion, Instandhaltung oder Montage, die bereits mit Maschinen zu tun hatten und den Schritt in eine qualifizierte Fachkrafttätigkeit gehen wollen. Alle sechs erfassten Anbieter führen die Maßnahme in Vollzeit; als Unterrichtsform überwiegt Präsenz, ein Angebot ist als Hybrid Learning erfasst und kombiniert damit Präsenz- mit Onlineanteilen. Wer eine reine Bürotätigkeit sucht, ist hier falsch – Inbetriebnahme und Störungssuche finden an der Anlage statt, oft unter Zeitdruck und teils im Schichtbetrieb.
- Umsteigende aus Produktion, Montage oder Instandhaltung, die eine qualifizierte Elektrofachkrafttätigkeit anstreben
- Technisch Interessierte, die Freude an Steuerungslogik und Programmierung haben, ohne rein am Bildschirm arbeiten zu wollen
- Menschen, die Bereitschaft zu Schicht-, Bereitschafts- oder Montageeinsätzen mitbringen
- Weniger geeignet für alle, die keine 28 Monate Vollzeit einplanen können oder Höhen- und Anlagenarbeit vermeiden müssen
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Die erfassten Anbieter formulieren als Zugang Interesse an einem technischen Beruf und einen Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss; ein Träger bezeichnet den Hauptschulabschluss ausdrücklich als Empfehlung und verweist auf die Einzelfallentscheidung der Vermittlungsfachkraft. Über die Aufnahme entscheidet damit der Träger gemeinsam mit dem Kostenträger.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
- Hauptschulabschluss oder vergleichbarer Abschluss, von den Trägern empfohlen und nicht überall zwingend
- Interesse an Technik und Bereitschaft, sich auf Steuerungs- und Programmierlogik einzulassen
- Solide Grundlagen im Rechnen, weil elektrotechnische Berechnungen den gesamten Verlauf begleiten
- Bereitschaft zu einer Vollzeitqualifizierung über rund 28 Monate
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
28 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung über rund 28 Monate fester Bestandteil; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest. In der Automatisierungstechnik ist die Zeit im Betrieb besonders aufschlussreich, weil Anlagen dort in Konfigurationen laufen, die keine Lehrwerkstatt vollständig nachbildet.
Schriftlicher Prüfungsteil zu Systementwurf, Funktions- und Systemanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde, angelegt als IHK-Facharbeiterprüfung.
Praktischer Prüfungsteil: Bearbeitung eines betrieblichen Auftrags oder einer praktischen Arbeitsaufgabe an einer Anlage einschließlich Inbetriebnahme, Prüfung und Dokumentation, ergänzt um ein Fachgespräch vor dem Prüfungsausschuss.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Welche Kammer prüft, richtet sich nach dem Standort der Maßnahme; die Anmeldung übernimmt in der Regel der Bildungsträger.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung erhalten Sie den IHK-Facharbeiterbrief. Die Prüfung ist eine staatlich anerkannte IHK-Prüfung beziehungsweise IHK-Facharbeiterprüfung mit Facharbeiterbrief; ein Träger stellt zusätzlich ein eigenes Abschlusszertifikat aus, das die Kammerprüfung ergänzt, aber nicht ersetzt..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei dieser Umschulung möglich, weil sie zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab; ein Träger weist ausdrücklich darauf hin, dass die Vermittlungsfachkraft im Einzelfall entscheidet. Eine Zusage vorab gibt es nicht. Die Kosten liegen teils über 10.000 Euro, ein Teil der Träger nennt keinen Preis. Klären Sie vor der Anmeldung, ob Prüfungsgebühren der Kammer, Lernmittel und persönliche Schutzausrüstung im Maßnahmepreis enthalten sind, und lassen Sie sich bestätigen, wie Sie im Fall einer Prüfungswiederholung unterstützt werden.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
In den letzten 365 Tagen wurden 1.490 Stellen zum Zielberuf ausgeschrieben. Die Zahl erfasst nur Ausschreibungen unter dieser Bezeichnung; viele Betriebe suchen dieselbe Qualifikation als Instandhaltungselektroniker, SPS-Techniker oder Servicetechniker. Automatisierte Anlagen stehen in Chemie, Logistik, Wasserwirtschaft und Lebensmittelproduktion – Sie hängen nicht an einer Branche. Die Angebotsseite ist eng: 6 Anbieter, 6 Angebote, 8 Termine.
Automatisierungstechniker sind das Rückgrat moderner Produktionsstraßen; weltweite Inbetriebnahmen bringen hohe Auslösen und Zulagen.
- Einstieg: ca. 35.000–43.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 44.000–59.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 61.000–78.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Aufbau und Verdrahtung von Schaltschränken und Steuerungseinheiten, Programmierung und Anpassung speicherprogrammierbarer Steuerungen, Inbetriebnahme von Produktionsanlagen und Anlagenteilen, Parametrierung von Frequenzumrichtern und Servoantrieben, Störungssuche und Instandsetzung an automatisierten Anlagen, Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel, Einrichtung von Feldbussen, Netzwerken und Bedienvisualisierungen
- Typische Arbeitgeber: Produzierende Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung, Maschinen- und Anlagenbauer mit Inbetriebnahmeteams, Schaltanlagen- und Steuerungsbauer, Systemintegratoren und Automatisierungsdienstleister, Lebensmittel-, Chemie- und Pharmabetriebe, Betreiber logistischer Förder- und Sortieranlagen, Ver- und Entsorgungsbetriebe mit automatisierter Anlagentechnik
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Aufbau und Verdrahtung von Schaltschränken und Steuerungseinheiten
- Programmierung und Anpassung speicherprogrammierbarer Steuerungen
- Inbetriebnahme von Produktionsanlagen und Anlagenteilen
- Parametrierung von Frequenzumrichtern und Servoantrieben
- Störungssuche und Instandsetzung an automatisierten Anlagen
- Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum weicht die Abschlussbezeichnung vom Titel dieser Seite ab?
Das ist eine reale Abweichung, die wir offen benennen. Der Seitentitel nennt die Fachrichtung Automatisierungs- und Systemtechnik, wie sie im Elektrohandwerk geführt wird. Die in unserer Auswertung erfassten Träger weisen den Abschluss dagegen überwiegend als Elektroniker/in für Automatisierungstechnik mit IHK-Prüfung aus, also den Industrieberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Inhalte überschneiden sich weitgehend, der Prüfungsweg unterscheidet sich jedoch. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, welche Bezeichnung in Ihrem Prüfungszeugnis stehen wird.
Muss ich programmieren können?
Vorkenntnisse werden nicht erwartet, das Programmieren gehört aber zum Kern des Berufs. Es unterscheidet sich allerdings deutlich von der Softwareentwicklung: Sie beschreiben Abläufe, die Sie an der Anlage sehen können – Bedingungen, Verriegelungen, Ablaufketten. Wer eine Maschine im Kopf durchgehen kann, lernt das. Erfahrungsgemäß fällt der Einstieg leichter, wenn man vorher die klassische Schützsteuerung verstanden hat, weshalb der Lehrgang üblicherweise dort ansetzt und erst danach zur speicherprogrammierbaren Steuerung übergeht.
Wie lange dauert die Umschulung und in welcher Form?
Die mittlere Laufzeit beträgt 841 Tage, also rund 28 Monate. Die Spanne reicht von mehr als einem Jahr bis zu drei Jahren, was auf Anrechnung von Vorkenntnissen bei einzelnen Trägern hindeutet. Als Unterrichtszeit ist ausschließlich Vollzeit vorgesehen. Die Unterrichtsform ist überwiegend Präsenz; ein Angebot kombiniert als Hybrid Learning Präsenzphasen mit Onlineanteilen. Eine reine Fernvariante gibt es zu diesem Abschluss nicht.
Was bedeutet es, Elektrofachkraft zu sein?
Mit dem Abschluss dürfen Sie eigenverantwortlich an elektrischen Anlagen arbeiten und deren Sicherheit beurteilen. Das ist eine echte rechtliche Verantwortung: Sie entscheiden über Freischaltung, Schutzmaßnahmen und die Freigabe einer Anlage. Deshalb nehmen Sicherheitsvorschriften, Prüfungen und Dokumentation in der Ausbildung breiten Raum ein und werden in der Prüfung ernsthaft abgefragt. Angelerntes Personal darf diese Tätigkeiten nicht übernehmen – genau darin liegt der Wert der Qualifikation.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
Der Kostenrahmen liegt teils über 10.000 Euro, für einen Teil der Angebote gibt es keine Preisangabe. Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist der übliche Förderweg, weil die Maßnahme zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Ein Träger verweist ausdrücklich auf die Einzelfallentscheidung der Vermittlungsfachkraft. Genau so ist es auch: Die Bewilligung erfolgt nach § 81 SGB III im Einzelfall, eine pauschale Kostenübernahme können wir nicht zusichern.
Wie ist die Angebotslage?
Eng. Wir zählen 6 Anbieter mit 6 Angeboten und lediglich 8 Terminen. Das bedeutet, dass nicht in jeder Region und nicht zu jedem Zeitpunkt ein Einstieg möglich ist und Wartezeit auf den nächsten Kursstart realistisch bleibt. Fragen Sie deshalb früh an, damit im Beratungsgespräch bereits feststeht, welche Starttermine überhaupt in Betracht kommen. Ein Angebot mit hybriden Anteilen kann dabei helfen, wenn der nächstgelegene Standort weiter entfernt liegt.
Muss ich Schicht arbeiten?
Nicht zwingend, aber ein erheblicher Teil der Stellen ist damit verbunden. In der Instandhaltung produzierender Betriebe wird häufig im Mehrschichtbetrieb gearbeitet, weil eine stehende Anlage jederzeit wieder anlaufen muss; im Anlagenbau kommen Inbetriebnahmeeinsätze mit Reisetätigkeit und Übernachtung hinzu. Es gibt auch Tagesschichtstellen, etwa im Schaltanlagenbau oder bei Systemintegratoren. Klären Sie diese Frage für sich, bevor Sie 28 Monate investieren – sie entscheidet stärker über Ihre Zufriedenheit als die Fachinhalte.