Handwerk & Technik
IHK-Prüfung

Umschulung Mechatroniker/in

Mechatroniker bauen, programmieren und warten Systeme, in denen Mechanik, Elektrotechnik und Informationstechnik zusammenwirken. Sie montieren Baugruppen, verdrahten die Elektrik, bauen Sensoren und Aktoren ein und konfigurieren Steuerungen.

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Dauer29 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatOnline & Präsenzje nach Angebot
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Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Mechatroniker bauen, programmieren und warten Systeme, in denen Mechanik, Elektrotechnik und Informationstechnik zusammenwirken. Sie montieren Baugruppen, verdrahten die Elektrik, bauen Sensoren und Aktoren ein und konfigurieren Steuerungen. Die Stärke des Berufs ist die Fehlersuche: Öffnet ein Greifer nicht, kann die Ursache in der Mechanik liegen, im pneumatischen Kreis, in der Verdrahtung, im Sensor oder in der Steuerungslogik. Eingesetzt werden sie in der Instandhaltung, im Sondermaschinenbau bei Montage und Inbetriebnahme und im technischen Service. Die Umschulung führt zu demselben Abschluss wie die dreieinhalbjährige duale Ausbildung.

Mechatronik gilt als der anspruchsvollste Industrieberuf: Du lernst Mechanik, Elektrotechnik und Steuerungstechnik gleichzeitig. Die Umschulung baut jede der drei Säulen von Grund auf auf und nimmt sich rund 29 Monate Zeit. Ernst nehmen solltest du die Angebotslage: 27 Anbieter und 41 Termine heißen wenig Auswahl bei Ort und Starttermin. Eine abgebrochene Ausbildung ist kein Ausschlussgrund, mehrere Anbieter nennen sie ausdrücklich als Zugang.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Mechanische Grundlagen und Fertigungstechnik (14 Wochen) – Die erste Säule ist die Mechanik. Vermittelt werden manuelle Grundfertigkeiten und der sichere Umgang mit Messmitteln, weil jede spätere Montage- und Instandsetzungsarbeit daran hängt, ob ein Maß stimmt. Ergänzt wird das um Grundlagen der spanenden Fertigung. Die genaue Modulgliederung legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Manuelle Grundfertigkeiten: anreißen, feilen, sägen, bohren, Gewinde schneiden, Messen und Prüfen mit Messschieber, Bügelmessschraube und Messuhr, Werkstoffkunde und Wärmebehandlung im Überblick, Drehen und Fräsen in den Grundzügen, Arbeitssicherheit an Maschinen.
  • Modul 2: Elektrotechnische Grundlagen und Sicherheit (14 Wochen) – Die zweite Säule ist die Elektrotechnik. Neben den physikalischen Grundlagen und der Messtechnik stehen die Sicherheitsregeln im Mittelpunkt, die in diesem Beruf Arbeitsroutine sind und nicht Theorie. Das Lesen von Stromlaufplänen wird hier gelegt, weil ohne diese Fähigkeit später keine Störungssuche funktioniert. Inhalte: Gleich- und Wechselstromtechnik, Bauelemente und Grundschaltungen, Messen von Spannung, Strom, Widerstand und Leistung, Schutzmaßnahmen, die fünf Sicherheitsregeln und Freischalten, Stromlaufpläne lesen und Betriebsmittel kennzeichnen, Prüfen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel.
  • Modul 3: Technische Kommunikation, Fachrechnen und Dokumentation (8 Wochen) – Das Modul liefert die gemeinsame Sprache der drei Fachwelten. Behandelt werden Zeichnungen und Schaltpläne aller relevanten Typen sowie das Fachrechnen, das für Auslegung und Beurteilung gebraucht wird. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf der Dokumentation, weil in der Instandhaltung nur zählt, was nachvollziehbar festgehalten ist. Inhalte: Technische Zeichnungen, Toleranzen und Passungen, Pneumatik-, Hydraulik- und Stromlaufpläne als Systemdarstellung, Fachrechnen für Mechanik und Elektrotechnik, Anlagendokumentation, Änderungsnachweise und Prüfprotokolle.
  • Modul 4: Pneumatik, Hydraulik und Antriebstechnik (12 Wochen) – Bewegung entsteht in Anlagen über Fluidtechnik und Elektroantriebe. Das Modul behandelt beide Welten und vor allem ihre Ansteuerung, weil in der Praxis fast immer elektrisch geschaltete Fluidkreise vorliegen. Trainiert wird das gedankliche Durchgehen eines Kreislaufs vor dem ersten Handgriff. Inhalte: Aufbau pneumatischer und hydraulischer Kreisläufe, Ventile, Zylinder, Pumpen und Speicher, Elektropneumatik und elektrohydraulische Ansteuerung, Drehstrommotoren, Anlaufarten, Frequenzumrichter und Motorschutz, Leckagesuche, Wartung und Sicherheit an Druckanlagen.
  • Modul 5: Steuerungstechnik und SPS-Programmierung (16 Wochen) – Die dritte Säule und das Herzstück der Mechatronik. Vermittelt werden Aufbau und Programmierung speicherprogrammierbarer Steuerungen sowie die Einbindung von Sensorik und Aktorik. Ziel ist, ein bestehendes Programm lesen, ändern und im Fehlerfall gezielt beobachten zu können – Diagnosefähigkeit zählt im Betrieb mehr als das Schreiben neuer Programme. Inhalte: Aufbau speicherprogrammierbarer Steuerungen und Signalverarbeitung, Programmierung in den gängigen Sprachen, Bausteine und Strukturen, Sensoren und Aktoren einbinden und parametrieren, Bussysteme und Netzwerkanbindung von Anlagen, Bedienoberflächen, Visualisierung und Diagnosefunktionen.
  • Modul 6: Montage, Inbetriebnahme und Systemintegration (12 Wochen) – Hier laufen die drei Säulen zusammen. Das Modul behandelt die vollständige Kette von der Montage über die Verdrahtung und Parametrierung bis zur geordneten Inbetriebnahme mit Funktionsprüfung und Abnahme. Besonderes Gewicht liegt auf den Sicherheitseinrichtungen, weil sie bei jeder Änderung erneut zu prüfen sind. Inhalte: Baugruppen montieren, ausrichten und verdrahten, Sensoren justieren und Regelkreise einstellen, Geordnete Inbetriebnahme Schritt für Schritt, Funktionsprüfung, Abnahme und Übergabe, Sicherheitseinrichtungen und Not-Halt-Konzepte prüfen.
  • Modul 7: Instandhaltung, Diagnose und Servicetechnik (10 Wochen) – Das Modul trainiert die Kernkompetenz des Berufs: eine Störung strukturiert eingrenzen, ohne sich auf eine Fachrichtung zu versteifen. Behandelt werden Diagnosewege über Steuerung und Messtechnik sowie die Instandhaltungsstrategien. Dazu kommt der Umgang mit Kunden, weil Servicearbeiten meist vor Ort und unter Zeitdruck stattfinden. Inhalte: Systematische Fehlersuche über Fachgrenzen hinweg, Diagnose über Steuerung, Fehlerspeicher und Messtechnik, Vorbeugende und zustandsorientierte Instandhaltung, Ersatzteilwesen, Störungsdokumentation und Schichtübergabe, Kundenkommunikation und Einweisung im Servicefall.
  • Modul 8: Betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (14 Wochen) – Die Praxisphase bringt zusammen, was in der Lehrwerkstatt getrennt geübt wurde, und ist zugleich die wichtigste Brücke in eine Anstellung. Parallel läuft die Prüfungsvorbereitung mit Wiederholung der Fachtheorie und Übungsaufgaben unter Zeitvorgabe. Umfang und Lage der Praxisphase legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Mitarbeit in Instandhaltung, Montage oder Inbetriebnahme, Bearbeitung eines betrieblichen Auftrags mit vollständiger Dokumentation, Wiederholung von Fachkunde, Fachrechnen und Technischer Kommunikation, Praktische Übungen unter Prüfungsbedingungen, Wirtschafts- und Sozialkunde.

Lernziele:

  • Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 93.790 offene Stellen erfasst – der höchste Wert in diesem Berufsfeld und ein deutliches Nachfragesignal.
  • Der Abschluss ist branchenübergreifend einsetzbar, weil praktisch jede automatisierte Produktion mechatronische Instandhaltung braucht.
  • Die Kombination aus Mechanik, Elektrotechnik und Steuerungstechnik öffnet mehrere Anschlusswege: Instandhaltung, Inbetriebnahme oder technischer Service.
  • Auch eine abgebrochene Berufsausbildung ist laut den Zugangstexten ein möglicher Zugangsweg, ebenso mehrjährige Berufserfahrung ohne Abschluss.
  • Am Ende steht ein anerkannter Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer, nicht nur ein Trägerzertifikat.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Beruf passt zu Menschen, die sich nicht auf eine Fachrichtung festlegen wollen, sondern das Zusammenspiel verstehen möchten: Warum eine Anlage steht, ist selten eine rein mechanische oder rein elektrische Frage. Angesprochen sind technisch interessierte Umsteigende, Menschen mit abgebrochener Ausbildung, die den Abschluss geordnet nachholen wollen, und Fachkräfte aus angrenzenden Bereichen, die ihre Tätigkeit auf eine breitere Grundlage stellen. Weil die Umschulung in Vollzeit läuft und rund 29 Monate dauert, ist eine durchgehende Bindung über mehr als zwei Jahre nötig.

  • Technisch interessierte Quereinsteigende, die Mechanik und Elektrotechnik verbinden wollen
  • Menschen mit abgebrochener technischer Ausbildung, die den Abschluss in einem geordneten Rahmen nachholen
  • Angelernte aus Produktion oder Instandhaltung, die von der Zuarbeit in die Facharbeit wechseln wollen
  • Weniger geeignet für alle, die nur berufsbegleitend lernen können – die Angebote laufen ausschließlich in Vollzeit
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich, denn die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden ein Schulabschluss, eine – auch abgebrochene – Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung sowie gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift; ein deutscher Schul- oder Berufsabschluss gilt dabei als Sprachnachweis. Mehrere Träger setzen zudem einen Bildungsgutschein voraus.

  • Kein abgeschlossener Berufsabschluss nötig – auch eine abgebrochene Ausbildung wird in den Zugangstexten ausdrücklich akzeptiert
  • Alternativ mehrjährige Berufserfahrung als Zugangsweg
  • Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift für Schaltpläne, Betriebsanleitungen und Prüfprotokolle
  • Bereitschaft, sich sowohl in Mechanik als auch in Elektrotechnik und Steuerungstechnik einzuarbeiten
  • Bereitschaft zu einer Vollzeitqualifizierung über rund 29 Monate

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)

29 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören bei dieser Umschulung zum Regelfall, weil das Zusammenspiel von Mechanik, Elektrik und Steuerung erst an realen Anlagen begreifbar wird. Eine feste Dauer gibt es nicht; Umfang, Lage und Praxisbetrieb legt der Bildungsträger fest. Fragen Sie vor der Anmeldung, ob der Träger Praxisplätze vermittelt – in diesem Beruf ist der Praxisbetrieb häufig der spätere Arbeitgeber.

Die Prüfung ist gestreckt: Teil 1 wird nach etwa der Hälfte der Qualifizierung abgelegt und umfasst eine praktische Arbeitsaufgabe zum Aufbau und zur Prüfung eines mechatronischen Teilsystems mit ergänzenden schriftlichen Fragen. Dieser Teil fließt bereits in das Gesamtergebnis ein; die Gewichtung regelt die Ausbildungs- und Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.

Teil 2 findet am Ende statt und besteht aus einem praktischen Arbeitsauftrag – typischerweise dem Aufbau, der Inbetriebnahme und der Fehlersuche an einem mechatronischen System – mit begleitendem Fachgespräch sowie schriftlichen Prüfungsbereichen zum Betriebsauftrag beziehungsweise zur Systementwicklung, zur Funktionsanalyse und zur Wirtschafts- und Sozialkunde. Die genaue Ausgestaltung legt die zuständige Kammer fest.

Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Offizieller Abschluss: Staatlich anerkannter Berufsabschluss Mechatroniker beziehungsweise Mechatronikerin nach § 37 Berufsbildungsgesetz mit Prüfungszeugnis der Kammer..

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil diese Umschulung zu einem staatlich anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz führt; mehrere Träger nennen den Bildungsgutschein ausdrücklich als Zugangsweg. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht; Maßnahme und Träger müssen nach AZAV zertifiziert sein. Die Lehrgangskosten liegen bei über 10.000 Euro; nicht jeder Anbieter nennt einen Preis. Die hohe Zahl offener Stellen zum Zielberuf ist im Beratungsgespräch ein starkes Argument für die arbeitsmarktliche Notwendigkeit – bringen Sie diesen Punkt aktiv ein. Neben den Lehrgangskosten kommen je nach Situation Leistungen zum Lebensunterhalt sowie Zuschüsse zu Fahrt-, Unterbringungs- und Kinderbetreuungskosten in Betracht; wegen der Laufzeit von mehr als zwei Jahren sollte die Weiterzahlung über den gesamten Zeitraum vorab geklärt werden.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 93.790 offene Stellen erfasst, der höchste Wert unter den hier dokumentierten Metall- und Elektroberufen. Grund ist die Automatisierung: Je mehr über Sensorik, Antriebe und Steuerungen läuft, desto teurer wird jede Stunde Stillstand. Dem steht eine schmale Ausbildungslandschaft gegenüber: nur 27 Anbieter mit 28 Angeboten und 41 Terminen. Fragen Sie früh an und bleiben Sie beim Starttermin flexibel.

Die Kombination aus Mechanik, Elektronik und IT macht Mechatroniker zu gefragten Allroundern mit entsprechend hohem Lohnniveau.

  • Einstieg: ca. 35.000–43.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 44.000–58.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 60.000–77.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Instandhaltung und Störungssuche an automatisierten Produktionsanlagen, Montage und Verdrahtung mechatronischer Baugruppen, Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen beim Hersteller oder Kunden, Programmierung und Anpassung von Steuerungen, Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel mit Protokollführung, Technischer Service und Kundeneinweisung vor Ort, Umbau, Erweiterung und Optimierung bestehender Anlagen
  • Typische Arbeitgeber: Maschinen- und Sondermaschinenbauunternehmen, Industriebetriebe mit eigener Instandhaltung, Automobilhersteller und Zulieferbetriebe, Anbieter von Automatisierungs- und Fördertechnik, Technische Dienstleister für Montage, Inbetriebnahme und Service, Energieversorger und Betreiber technischer Infrastruktur, Lebensmittel-, Pharma- und Verpackungsindustrie

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Instandhaltung und Störungssuche an automatisierten Produktionsanlagen
  • Montage und Verdrahtung mechatronischer Baugruppen
  • Inbetriebnahme von Maschinen und Anlagen beim Hersteller oder Kunden
  • Programmierung und Anpassung von Steuerungen
  • Prüfung elektrischer Anlagen und Betriebsmittel mit Protokollführung
  • Technischer Service und Kundeneinweisung vor Ort

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die Mechatronik nicht zu schwer, wenn ich keine technische Vorbildung habe?

Der Beruf ist anspruchsvoll, weil Sie drei Fachwelten parallel lernen: Mechanik, Elektrotechnik und Steuerungstechnik. Genau darauf ist die Umschulung aber ausgelegt – jede Säule wird von Grund auf aufgebaut, und dafür sind rund 29 Monate angesetzt. Die erfassten Zugangstexte nennen ausdrücklich auch mehrjährige Berufserfahrung ohne Abschluss oder eine abgebrochene Ausbildung als Zugangsweg. Der übliche Stolperstein ist nicht die Werkstatt, sondern das Fachrechnen; fragen Sie den Träger deshalb gezielt nach Stütz- und Wiederholungsangeboten.

Wie lange dauert die Umschulung und gibt es Teilzeitangebote?

Die belegte Laufzeit liegt bei rund 29 Monaten, entsprechend 878 Tagen. Alle in der Auswertung Angebote laufen in Vollzeit; eine Teilzeitvariante ist zu diesem Zielberuf nicht dokumentiert. Damit ist die Umschulung kürzer als die reguläre duale Ausbildung von dreieinhalb Jahren, verlangt aber eine durchgehende Bindung über mehr als zwei Jahre. Klären Sie die Finanzierung Ihres Lebensunterhalts für den gesamten Zeitraum, bevor Sie sich anmelden.

Warum gibt es so viele offene Stellen, aber so wenige Umschulungsangebote?

Das ist tatsächlich das Auffälligste an diesem Berufsprofil: 93.790 offene Stellen in 365 Tagen stehen 27 Anbietern mit 28 Angeboten und 41 Terminen gegenüber. Eine Umschulung zum Mechatroniker ist aufwendig, weil der Träger Werkstatt, Elektrolabor und Steuerungstechnik gleichzeitig vorhalten muss – das leisten weniger Anbieter als bei rein mechanischen Berufen. Für Sie heißt das praktisch: früh anfragen, bei Ort und Starttermin flexibel sein und Alternativen wie den Industriemechaniker oder den Industrieelektriker im Beratungsgespräch mitprüfen.

Welchen Abschluss erhalte ich und wer prüft?

Sie erwerben den staatlich anerkannten Berufsabschluss Mechatroniker beziehungsweise Mechatronikerin nach dem Berufsbildungsgesetz, geprüft vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Das ist derselbe Abschluss wie aus der dreieinhalbjährigen dualen Ausbildung; im Zeugnis wird nicht vermerkt, über welchen Weg Sie ihn erworben haben. Ein zusätzlich ausgestelltes Trägerzertifikat ergänzt das Kammerzeugnis, ersetzt es aber nicht. Achten Sie darauf, dass die Anmeldung zur Kammerprüfung ausdrücklich Bestandteil der Maßnahme ist.

Worin unterscheidet sich der Mechatroniker vom Industriemechaniker und vom Industrieelektriker?

Der Industriemechaniker ist der mechanische Spezialist für Fertigung, Montage und Instandhaltung. Der Industrieelektriker deckt in einer zweijährigen Ausbildungsordnung den elektrotechnischen Teil ab, mit Schwerpunkt auf Montage, Anschluss und Prüfung. Der Mechatroniker verbindet beide Welten und ergänzt sie um die Steuerungstechnik – er ist dadurch breiter aufgestellt, aber auch anspruchsvoller in der Ausbildung. Wenn Sie sich für die Schnittstelle interessieren und keine Fachgrenze akzeptieren wollen, ist die Mechatronik der passende Weg.

Muss ich mit Schichtarbeit oder Montageeinsätzen rechnen?

In der Instandhaltung produzierender Betriebe ist Schichtarbeit oder Rufbereitschaft verbreitet, weil Anlagen auch nachts und am Wochenende laufen. Im Anlagenbau und im technischen Service kommen Montageeinsätze beim Kunden hinzu, teils mehrtägig und mit Reisetätigkeit. Beides schlägt sich in der Regel in Zulagen nieder und macht einen erheblichen Teil des Monatsverdienstes aus. Wenn Schicht oder Reisetätigkeit für Sie nicht infrage kommen, sprechen Sie das früh an – es gibt Stellen im Einschichtbetrieb, aber sie sind seltener.

Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?

Bei einem Teil der Angebote ist keine Preisangabe hinterlegt, andere weisen einen Kostenrahmen über 10.000 Euro aus, einzelne kurze Bausteine liegen unter 500 Euro. Den verbindlichen Preis nennt der Träger. Mehrere Angebote nennen den Bildungsgutschein ausdrücklich als Zugangsweg. Die Bewilligung bleibt eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und wird nicht automatisch erteilt; Maßnahme und Träger müssen nach AZAV zertifiziert sein.