Handwerk & Technik
IHK-Prüfung

Umschulung Konstruktionszeichner/in

Bauzeichnerinnen und Bauzeichner setzen die Entwürfe von Architekten und Bauingenieuren in ausführungsfähige Zeichnungen um. Sie erstellen Grundrisse, Ansichten, Schnitte und Detailpläne und tragen Maße, Höhen und Materialangaben ein.

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Dauer24 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatPräsenzje nach Angebot
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Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Bauzeichnerinnen und Bauzeichner setzen die Entwürfe von Architekten und Bauingenieuren in ausführungsfähige Zeichnungen um. Sie erstellen Grundrisse, Ansichten, Schnitte und Detailpläne und tragen Maße, Höhen und Materialangaben ein. Der überwiegende Schwerpunkt Architektur umfasst Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungspläne, Massenermittlungen und Unterlagen für den Bauantrag. Gearbeitet wird in CAD-Systemen, zunehmend in dreidimensionalen Gebäudemodellen. Wer einen Wandaufbau nicht kennt, zeichnet Details, die auf der Baustelle nicht herstellbar sind. Der Ausbildungsberuf nach BBiG dauert regulär drei Jahre und hat drei Fachrichtungen; die Umschulungen dauern rund 24 Monate.

Die wichtigste Frage ist hier nicht deine Leistungsfähigkeit, sondern ob du das Richtige buchst: Unter Konstruktionszeichner sind ausschließlich Angebote erfasst, die zum Bauzeichner mit IHK-Abschluss führen. Wenn du an Maschinenteile gedacht hast, sieh dir eher den Technischen Produktdesigner an. Ist Bauplanung dein Ziel, gilt die zweite ehrliche Zahl: 132 ausgeschriebene Stellen in zwölf Monaten. Das ist wenig – du musst dich früh vernetzen.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Bautechnische Grundlagen und Baustoffkunde (12 Wochen) – Bevor gezeichnet wird, muss klar sein, was gezeichnet wird. Das Modul vermittelt den konstruktiven Aufbau eines Gebäudes von der Gründung bis zum Dach und die Eigenschaften der verwendeten Baustoffe. Die Bauphysik gehört dazu, weil Wärme- und Feuchteschutz die Wandaufbauten bestimmen, die später in jedem Detail auftauchen. Inhalte: Baukonstruktion: Gründung, Wand, Decke, Dach, Baustoffe und ihre Eigenschaften, Bauphysik: Wärme-, Feuchte- und Schallschutz, Bauabläufe und Gewerke im Hochbau, Fachbegriffe der Bauplanung.
  • Modul 2: Bauzeichnen und Darstellungsregeln (12 Wochen) – Ein Bauplan ist ein Dokument mit rechtlicher Wirkung, das Handwerker, Prüfer und Bauherren gleichermaßen lesen müssen. Das Modul vermittelt die Darstellungsregeln, die das ermöglichen: von der Bemaßung über die Materialkennzeichnung bis zur Plankennzeichnung. Sorgfalt beim Planstand ist dabei mehr als Ordnung – ein veralteter Plan auf der Baustelle verursacht Fehler, die Geld kosten. Inhalte: Grundriss, Ansicht, Schnitt und Detail, Maßstäbe, Bemaßungsregeln und Höhenangaben, Darstellung von Bauteilen, Materialien und Schraffuren, Planköpfe, Plankennzeichnung und Planstände, Norm- und behördengerechte Darstellung.
  • Modul 3: CAD in der Bauplanung (14 Wochen) – Der praktische Schwerpunkt der Umschulung. Geübt wird das Arbeiten in einem CAD-System für den Hochbau, zunehmend bauteilorientiert und modellbasiert statt in reinen Linienzeichnungen. Ein eigener Punkt sind Bürostandards und Layerstrukturen, weil in Planungsbüros mehrere Personen an demselben Modell arbeiten und Ordnung dort Produktivität bedeutet. Welches System unterrichtet wird, legt der jeweilige Träger fest. Inhalte: Bedienung eines CAD-Systems für den Hochbau, Bauteilorientiertes Arbeiten und Bibliotheken, Layerstruktur, Vorlagen und Bürostandards, Ableitung von Plänen aus einem Gebäudemodell, Plotten, Planlayouts und Datenaustausch.
  • Modul 4: Berechnungen, Mengen und Massenermittlung (12 Wochen) – Aus Plänen entstehen Zahlen, und aus Zahlen entstehen Angebote und Bauanträge. Das Modul behandelt die normierten Flächen- und Rauminhaltsberechnungen sowie die Massenermittlung für einzelne Gewerke. Genauigkeit ist hier unmittelbar geldwert: Eine falsch ermittelte Menge führt zu einem falschen Angebotspreis. Inhalte: Flächen- und Rauminhaltsberechnung nach den einschlägigen Normen, Wohn- und Nutzflächenberechnung, Massenermittlung für Bauteile und Gewerke, Grundlagen der Bauwerkskostenermittlung, Fachrechnen und Maßstabsumrechnung.
  • Modul 5: Genehmigungsplanung und Baurecht (10 Wochen) – Ein Gebäude entsteht nicht nur nach technischen, sondern vor allem nach rechtlichen Regeln. Das Modul gibt einen Überblick über Bauordnungs- und Bauplanungsrecht und zeigt, welche Unterlagen ein Bauantrag enthalten muss. Brandschutz und Barrierefreiheit werden gesondert behandelt, weil sie unmittelbar in die Planzeichnung eingreifen. Inhalte: Bauordnungsrecht und Bauplanungsrecht im Überblick, Bauantragsunterlagen zusammenstellen, Abstandsflächen, Erschließung und Nachweise, Barrierefreiheit und Brandschutz in der Planung, Zusammenarbeit mit Behörden und Fachplanern.
  • Modul 6: Ausführungsplanung, Details und Tragwerk (10 Wochen) – Die Ausführungsplanung ist der Teil, der auf der Baustelle tatsächlich gelesen wird. Das Modul behandelt Detailzeichnungen, Anschlusspunkte und die Grundlagen der Bewehrungsdarstellung sowie die Abstimmung mit Haustechnikplanern. Detailplanung ist der Punkt, an dem sich zeigt, ob jemand verstanden hat, wie gebaut wird. Inhalte: Ausführungspläne für die Baustelle erstellen, Anschlussdetails und Bauteilübergänge zeichnen, Grundlagen der Tragwerksplanung und Bewehrungsdarstellung, Schnittstellen zur Haustechnik, Planlieferlisten und Terminplanung.
  • Modul 7: Betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (10 Wochen) – Im Büro zeigt sich, wie Planung wirklich abläuft: mit Änderungswünschen, Terminen und Abstimmungen zwischen Fachplanern. Die Praxisphase ist in diesem Berufsfeld zugleich der wichtigste Bewerbungsweg, weil Planungsbüros häufig über persönliche Kontakte einstellen. Parallel läuft die Prüfungsvorbereitung; ein Teil der Angebote sieht zusätzlich eine gesonderte CAD-Prüfung vor. Inhalte: Mitarbeit in einem Architektur-, Ingenieur- oder Bauunternehmensbüro, Bearbeitung eines realen Planungsauftrags, Wiederholung von Baukonstruktion, Fachrechnen und Darstellungsregeln, Übungsaufgaben im Prüfungsformat der Kammer, Vorbereitung auf eine gesonderte CAD-Prüfung, sofern vorgesehen.

Lernziele:

  • Der Abschluss ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach BBiG mit IHK-Prüfung – kein Trägerzertifikat und kein reiner CAD-Kurs.
  • Die Tätigkeit ist körperlich leicht und findet im Büro statt, was den Weg für Menschen aus Bauberufen mit gesundheitlichen Einschränkungen realistisch macht.
  • Vorwissen aus Bau- und Handwerksberufen ist hier ein echter Vorteil, weil das Verständnis für Bauabläufe und Konstruktionen direkt einfließt.
  • Mehrere Angebote koppeln den Berufsabschluss mit einer gesonderten CAD-Qualifikation, sodass zwei nachweisbare Bausteine entstehen.
  • Mit 19 erfassten Terminen bei 5 Angeboten ist die Startdichte im Verhältnis zur Zahl der Anbieter vergleichsweise gut.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Beruf passt zu Menschen, die im Bauwesen arbeiten wollen, ohne auf der Baustelle zu stehen: Die Tätigkeit findet im Büro und am Bildschirm statt, mit gelegentlichen Terminen vor Ort zum Aufmaß. Häufig wählen diesen Weg Umsteigende aus Bauberufen, die aus gesundheitlichen Gründen wechseln müssen und ihre Kenntnisse über Bauabläufe und Konstruktionen weiter nutzen wollen – dieses Vorwissen ist hier ein echter Vorteil. Ebenso passt der Weg zu Quereinsteigenden mit ausgeprägtem räumlichem Vorstellungsvermögen und Interesse an Architektur. Alle fünf Anbieter führen die Maßnahme in Vollzeit und in Präsenz. Wer maschinenbaulich konstruieren möchte, ist hier allerdings falsch – die Umschulungen sind bauorientiert.

  • Umsteigende aus Bauberufen, die aus gesundheitlichen Gründen von der Baustelle ins Büro wechseln
  • Quereinsteigende mit räumlichem Vorstellungsvermögen und Interesse an Architektur und Planung
  • Menschen, die einen anerkannten Berufsabschluss einem reinen CAD-Zertifikat vorziehen
  • Weniger geeignet für alle, die maschinenbaulich konstruieren wollen – dafür ist der Technische Produktdesigner der passende Weg
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Ein erfasster Anbieter formuliert ausdrücklich, dass keine fachlichen Vorkenntnisse vorausgesetzt werden, ein Hauptschulabschluss oder Berufspraxis aber wünschenswert sind. Ein weiterer nennt als Zugang schlicht den Antrag auf einen Bildungsgutschein. Über die Aufnahme entscheidet damit der Träger gemeinsam mit dem Kostenträger.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
  • Keine fachlichen Vorkenntnisse nötig; ein Hauptschulabschluss oder Berufspraxis sind laut Trägerangabe wünschenswert
  • Räumliches Vorstellungsvermögen und die Fähigkeit, aus Grundriss und Schnitt ein Gebäude im Kopf zu bilden
  • Sicherheit im Umgang mit Zahlen und Maßstäben sowie Geduld für genaue Bildschirmarbeit
  • Bereitschaft zu einer Vollzeitqualifizierung über rund 24 Monate

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

24 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind bei einer Umschulung über 24 Monate üblich; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest. In diesem Berufsfeld ist die Zeit im Büro besonders wichtig, weil Planungsabläufe, Abstimmungen mit Fachplanern und die betriebliche CAD-Struktur nur dort erfahrbar sind.

Schriftlicher Prüfungsteil zu Baukonstruktion und Bautechnik, Berechnungen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde, angelegt als Abschlussprüfung gemäß Berufsbildungsgesetz.

Praktischer Prüfungsteil: Erstellung von Zeichnungen und Berechnungen zu einer gestellten Planungsaufgabe, in der Regel am CAD-System, ergänzt um ein Fachgespräch über die gewählte Lösung.

Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Welche Kammer prüft, richtet sich nach dem Standort der Maßnahme; eine etwaige CAD-Prüfung kann davon abweichend beim Träger oder einem Zertifizierungspartner stattfinden.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung erhalten Sie den IHK-Abschluss Bauzeichner/in, überwiegend mit dem Schwerpunkt Architektur. Ein Teil der Angebote sieht zusätzlich eine gesonderte CAD-Prüfung vor, deren Zertifikat den Berufsabschluss ergänzt, aber nicht ersetzt..

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters kommt in Betracht, weil diese Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz führt; ein erfasster Träger nennt den Antrag auf einen Bildungsgutschein sogar als Zugangsvoraussetzung. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation und der Arbeitsmarktlage ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Weil die erfasste Stellennachfrage in diesem Berufsfeld mit 132 Ausschreibungen in zwölf Monaten gering ist, sollten Sie im Beratungsgespräch besonders gut begründen können, warum die Umschulung in Ihrem Arbeitsmarktbezirk zu einer Vermittlung führt; das ist genau das Kriterium, das die Vermittlungsfachkraft prüft. Zu keinem der Angebote ist ein Preis hinterlegt. Lassen Sie sich bestätigen, ob Prüfungsgebühren der Kammer und eine etwaige gesonderte CAD-Prüfung im Maßnahmepreis enthalten sind.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Die Nachfrage ist schmal: In den vergangenen 365 Tagen wurden 132 Stellen zum Zielberuf ausgeschrieben. Die Zahl erfasst nur Ausschreibungen unter dieser Bezeichnung – Planungsbüros besetzen Zeichenstellen traditionell über persönliche Kontakte, Initiativbewerbungen und Praktika. Der Bedarf hängt an der Bautätigkeit und schwankt stärker als in der Industrie. Nutzen Sie die betriebliche Praxisphase als Bewerbungsweg.

Erfahrung mit BIM (Building Information Modeling) und gängiger CAD-Software steigert den Marktwert spürbar.

  • Einstieg: ca. 31.000–37.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 38.000–50.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 53.000–66.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Erstellung von Grundrissen, Ansichten und Schnitten im CAD-System, Ausarbeitung von Detail- und Ausführungsplänen für die Baustelle, Zusammenstellung von Bauantragsunterlagen, Flächen-, Massen- und Rauminhaltsberechnungen, Pflege von Planständen und Planverteilung an Beteiligte, Aufbau und Pflege dreidimensionaler Gebäudemodelle, Abstimmung mit Statik, Haustechnik und Bauleitung
  • Typische Arbeitgeber: Architekturbüros, Ingenieur- und Statikbüros, Bauunternehmen mit eigener Planungsabteilung, Bauträger und Projektentwickler, Öffentliche Bauverwaltungen und Bauämter, Fertighaus- und Systembauhersteller, Planungsabteilungen von Wohnungsbaugesellschaften

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Erstellung von Grundrissen, Ansichten und Schnitten im CAD-System
  • Ausarbeitung von Detail- und Ausführungsplänen für die Baustelle
  • Zusammenstellung von Bauantragsunterlagen
  • Flächen-, Massen- und Rauminhaltsberechnungen
  • Pflege von Planständen und Planverteilung an Beteiligte
  • Aufbau und Pflege dreidimensionaler Gebäudemodelle

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum führen die Angebote zum Bauzeichner und nicht zum Konstruktionszeichner?

Weil in unserer Auswertung kein einziger Träger die Bezeichnung Konstruktionszeichner in seiner Abschlussangabe führt. Erfasst sind durchgängig Abschlüsse als Bauzeichner/in beziehungsweise Bauzeichner/-in (IHK), mehrfach mit dem Schwerpunkt Architektur. Konstruktionszeichner ist keine aktuelle Bezeichnung eines anerkannten Ausbildungsberufs, sondern ein älterer Sammelbegriff für zeichnerische Tätigkeiten. Wir glätten diese Abweichung nicht, weil sie darüber entscheidet, welchen Abschluss Sie am Ende in der Hand halten. Prüfen Sie vor der Anmeldung, ob Bauplanung tatsächlich Ihr Ziel ist.

Ich möchte Maschinenteile konstruieren – ist das der richtige Weg?

Nein. Die hier Angebote sind bauorientiert und führen zum Bauzeichner mit Schwerpunkt Architektur. Wenn Sie Bauteile, Baugruppen und Maschinen konstruieren möchten, ist der Technische Produktdesigner der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion der passende Beruf; er wird ebenfalls als Umschulung mit IHK-Abschluss angeboten, dauert allerdings mit rund 28 Monaten länger. Die Verwechslung ist häufig, weil beide Berufe zeichnerisch am CAD-System arbeiten – die Fachwelt dahinter ist aber eine völlig andere.

Welche Fachrichtung schließe ich ab?

Der Ausbildungsberuf Bauzeichner kennt drei Fachrichtungen: Architektur, Ingenieurbau sowie Tief-, Straßen- und Landschaftsbau. In den Angeboten überwiegt deutlich der Schwerpunkt Architektur, also die Hochbauplanung. Die Fachrichtung steht später im Prüfungszeugnis und beeinflusst, welche Büros für Sie in Frage kommen – ein Tiefbauplaner sucht andere Kenntnisse als ein Architekturbüro. Lassen Sie sich die Fachrichtung deshalb vor der Anmeldung schriftlich bestätigen.

Was hat es mit der zusätzlichen CAD-Prüfung auf sich?

Mehrere der Angebote kombinieren den Berufsabschluss mit einer gesonderten CAD-Qualifikation; in einem Fall ist ausdrücklich eine IHK-Prüfung und eine CAD-Prüfung erfasst. Solche Zusatzzertifikate belegen die Bedienung eines konkreten Systems und sind bei Bewerbungen nützlich, weil Büros in Stellenanzeigen Systeme namentlich nennen. Sie ersetzen den Berufsabschluss jedoch nicht. Fragen Sie nach, welches System zertifiziert wird und ob die Prüfungsgebühr dafür im Maßnahmepreis enthalten ist.

Wie lange dauert die Umschulung?

Die mittlere Laufzeit beträgt 730 Tage, also genau 24 Monate; alle Angebote liegen im Bereich mehr als ein Jahr bis zwei Jahre. Damit ist diese Umschulung kürzer als die vergleichbaren Technikberufe in dieser Kategorie, was daran liegt, dass die zugrunde liegende Ausbildung regulär drei statt dreieinhalb Jahre dauert. Als Unterrichtszeit ist ausschließlich Vollzeit vorgesehen, als Unterrichtsform durchgängig Präsenz; Teilzeit- oder Fernvarianten gibt es zu diesem Abschluss nicht.

Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?

Zu keinem der fünf Angebote liegt in unserer Datenbank eine Preisangabe vor – das ist bei Vollzeitmaßnahmen üblich, die überwiegend über Bildungsgutschein abgerechnet werden. Ein Träger nennt als Zugangsvoraussetzung sogar ausdrücklich den Antrag auf einen Bildungsgutschein. Der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist damit der übliche Weg, die Bewilligung bleibt aber eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III. Eine pauschale Kostenübernahme können wir nicht zusichern.

Wie realistisch ist eine Anstellung nach dem Abschluss?

Mit 132 erfassten Stellenausschreibungen in zwölf Monaten ist die sichtbare Nachfrage gering, und das sollten Sie in Ihre Entscheidung einrechnen. Planungsbüros besetzen solche Stellen allerdings überdurchschnittlich häufig über Praktika, Initiativbewerbungen und persönliche Kontakte, weshalb die Ausschreibungszahl die tatsächliche Einstellungspraxis nur unvollständig abbildet. Praktisch heißt das: Ihre Chancen hängen stärker als in anderen Berufen davon ab, ob Sie sich während der Maßnahme vernetzen. Nutzen Sie die betriebliche Praxisphase gezielt und bewerben Sie sich früh initiativ.