Umschulung Maler/in und Lackierer/in (Gestaltung und Instandhaltung)
Maler und Lackierer der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung schützen und erhalten Oberflächen an Bauwerken, innen wie außen. Der Arbeitstag beginnt nicht mit dem Pinsel, sondern mit der Beurteilung des Untergrunds: Trägt der alte Anstrich, wie saugfähig ist die Fläche? Erst danach folgen …
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Worum geht es in diesem Kurs?
Maler und Lackierer der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung schützen und erhalten Oberflächen an Bauwerken, innen wie außen. Der Arbeitstag beginnt nicht mit dem Pinsel, sondern mit der Beurteilung des Untergrunds: Trägt der alte Anstrich, wie saugfähig ist die Fläche? Erst danach folgen Reinigen, Spachteln, Schleifen, Grundieren und der Beschichtungsaufbau. Dazu gehören Innenanstriche, Tapezierarbeiten, Fassadenbeschichtungen, Lackierungen und Bodenbeschichtungen. Ein wachsender Teil liegt in der Bauwerkserhaltung: Wärmedämmverbundsysteme aufbringen, Putzschäden sanieren, Schimmelursachen erkennen. Gearbeitet wird auf Leitern, Gerüsten und Hebebühnen, oft in bewohnten Objekten.
„Ich kann nicht malen“ ist die häufigste Sorge – musst du auch nicht. Der Beruf besteht überwiegend aus Untergrundbeurteilung, Vorbereitung und sauberem Beschichtungsaufbau. Die zweite Sorge ist die körperliche: Du stehst viel, arbeitest über Kopf, trägst Material und stehst auf Gerüsten. Mehrere Anbieter verlangen im Zugangstext Berufserfahrung, obwohl eine Umschulung das nicht fordert – lass dir schriftlich geben, was für deinen Platz gilt.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Untergründe beurteilen und vorbereiten (12 Wochen) – Alles, was später schiefgeht, entscheidet sich hier. Das Modul vermittelt, wie man einen Untergrund liest, wie man Feuchte, Saugverhalten und Haftung prüft und welche Vorbehandlung daraus folgt. Die Qualitätsstufen für Spachtel- und Oberflächenarbeiten werden praktisch geübt, weil sie in Ausschreibungen und Reklamationen der Maßstab sind. Die konkrete Modulstruktur legt der jeweilige Bildungsträger fest. Inhalte: Putz-, Beton-, Holz-, Metall- und Gipskartonuntergründe erkennen und prüfen, Haftungs-, Saug- und Feuchteprüfungen im Objekt durchführen, Altbeschichtungen bewerten, entfernen oder überarbeitbar machen, Spachteln, Schleifen, Ausbessern und Qualitätsstufen der Oberfläche, Grundierungen und Haftbrücken sachgerecht auswählen.
- Modul 2: Beschichtungsstoffe, Farbenlehre und Werkstoffkunde (10 Wochen) – Wer Materialien nur nach Eimeraufschrift auswählt, arbeitet auf Verdacht. Das Modul erklärt den Aufbau von Beschichtungsstoffen und die Frage, welches System zu welchem Untergrund und welcher Beanspruchung gehört. Farbenlehre und Abtönen werden praktisch geübt, ebenso der rechtssichere Umgang mit Gefahrstoffen, der zum Berufsalltag gehört. Inhalte: Bindemittel, Pigmente, Füllstoffe und Additive – Aufbau von Anstrichstoffen, Dispersions-, Silikat-, Silikonharz- und Kunstharzsysteme unterscheiden, Farbsysteme, Mischen, Abtönen und Farbtontreue, Sicherheitsdatenblätter, Gefahrstoffkennzeichnung und Lagerung, Emissionsarme Produkte und Anforderungen in bewohnten Räumen.
- Modul 3: Anstrich-, Tapezier- und Beschichtungstechniken im Innenbereich (12 Wochen) – Der Kern des Innenausbaus: sauberer Auftrag in der richtigen Reihenfolge, mit der passenden Technik und ohne Kollateralschaden im bewohnten Objekt. Neben der Handfertigkeit geht es um Arbeitsplanung – Trocknungszeiten, Reihenfolge der Gewerke und die Frage, wie man eine Wohnung abends übergabefähig hinterlässt. Inhalte: Streich-, Roll- und Spritzverfahren einschließlich Airless-Technik, Tapezieren mit Papier-, Vlies-, Glasgewebe- und Objektbelägen, Wand- und Deckenbeschichtungen in bewohnten Objekten, Boden- und Sonderbeschichtungen im Innenbereich, Abdecken, Staubschutz und Baustellenorganisation.
- Modul 4: Lackier- und Oberflächentechnik (10 Wochen) – Lackieren ist der Bereich, in dem die Toleranzen am kleinsten sind. Behandelt werden der schichtweise Aufbau vom Untergrund bis zum Decklack, die Applikationsverfahren und vor allem die typischen Fehlerbilder mit ihren Ursachen – denn die Ursache steckt fast immer in einem Schritt vor dem sichtbaren Fehler. Inhalte: Holzlackierung: Vorbereitung, Grundierung, Zwischenschliff, Decklack, Metall- und Korrosionsschutzbeschichtungen, Spritzverfahren, Düsenwahl und Applikationsfehler, Beizen, Lasuren und Holzschutz im Innen- und Außenbereich, Fehlerbilder erkennen: Läufer, Krater, Orangenhaut, Haftungsverlust.
- Modul 5: Fassade, Wärmedämmung und Bauwerkserhaltung (12 Wochen) – Am Bau draußen entscheidet die Bauphysik mit. Das Modul verbindet die Beschichtung der Fassade mit dem Verständnis für Feuchtetransport, Wärmebrücken und Rissursachen und behandelt die Instandsetzung von Wärmedämmverbundsystemen, die inzwischen selbst ein alterndes Bauteil sind. Sicherheit auf dem Gerüst wird durchgehend mitgeübt. Inhalte: Fassadenbeschichtungssysteme und ihre Auswahl nach Untergrund, Wärmedämmverbundsysteme aufbringen, anschließen und instand setzen, Riss-, Putz- und Betonsanierung, Feuchte- und Schimmelursachen erkennen und dokumentieren, Gerüstnutzung, Absturzsicherung und Arbeiten im Außenbereich.
- Modul 6: Gestaltung, Denkmalpflege und Kundenberatung (8 Wochen) – Hier trägt der Name der Fachrichtung. Behandelt werden die gestaltenden Techniken vom Lasurauftrag bis zur Spachteloberfläche sowie der Umgang mit historischer Substanz. Ergänzt wird das um die kaufmännische Seite: Aufmaß, Kalkulation und die Beratung, in der aus einem Kundenwunsch ein machbares Angebot wird. Inhalte: Lasuren, Spachtel- und Wischtechniken sowie dekorative Oberflächen, Farbwirkung, Raumgestaltung und Beratung anhand von Mustern, Historische Techniken und Umgang mit erhaltenswerter Substanz, Schrift-, Schablonen- und Applikationsarbeiten, Aufmaß, Kalkulation und Angebotserstellung.
- Modul 7: Betriebliche Praxisphase (22 Wochen) – Tempo, Sauberkeit und Materialgefühl entstehen nur im echten Objekt. Die Praxisphase führt Sie in den betrieblichen Ablauf, in Kolonnenarbeit und in den Kundenkontakt – und ist erfahrungsgemäß der wichtigste Kanal für die spätere Übernahme. Umfang und Lage der Praxisphasen legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Mitarbeit auf realen Baustellen im Innen- und Außenbereich, Selbstständige Bearbeitung abgegrenzter Flächen und Bauteile, Arbeiten im Kolonnenverbund und mit anderen Gewerken, Material- und Zeitplanung im laufenden Auftrag, Führen des Praxisnachweises beziehungsweise Berichtshefts.
- Modul 8: Prüfungsvorbereitung und Kundenauftrag (8 Wochen) – Zum Abschluss wird zusammengeführt, was einzeln geübt wurde: ein Auftrag von der Aufnahme über die Ausführung bis zur Übergabe, unter Prüfungsbedingungen und mit begründeter Materialwahl. Genau diese Begründung wird im Fachgespräch verlangt – das richtige Ergebnis allein reicht nicht. Inhalte: Vollständige Kundenaufträge planen, ausführen und dokumentieren, Praktische Arbeitsproben unter Zeitbedingungen üben, Fachkunde, Fachrechnen und Wirtschafts- und Sozialkunde wiederholen, Fachgespräch trainieren: Materialwahl und Aufbau begründen, Altprüfungen und Musteraufgaben durcharbeiten.
Lernziele:
- Der Gesellenbrief ist ein regulärer Ausbildungsabschluss nach Handwerksordnung – bundesweit anerkannt, ohne Erklärungsbedarf im Bewerbungsgespräch.
- Als eines der wenigen Profile dieser Kategorie sind hier sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitangebote erfasst, was den Zugang mit Betreuungsaufgaben erleichtert.
- Die Nachfrageseite ist mit 4.117 offenen Stellen in den letzten 365 Tagen solide belegt und wird von der Sanierung des Gebäudebestands getragen, nicht allein vom Neubau.
- 22 Anbieter mit 22 Angeboten und 26 Terminen bedeuten eine breite Auswahl und die Möglichkeit, nach Starttermin und Unterrichtszeit zu vergleichen.
- Die Arbeit liefert sichtbare, abgeschlossene Ergebnisse – für viele Umsteigende aus Bürotätigkeiten ist genau das der eigentliche Grund für den Wechsel.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Der Weg passt zu Menschen, die gern sichtbare Ergebnisse produzieren und bereit sind, dafür rund zwei Jahre in eine Ausbildung zu investieren. Anders als bei vielen technischen Umschulungen sind hier Vollzeit- und Teilzeitangebote erfasst, was den Zugang für Menschen mit Betreuungsaufgaben öffnet. Sinnvoll ist die Umschulung für Quereinsteigende ohne Abschluss, für Beschäftigte aus Bau-Hilfstätigkeiten, die ihren Status absichern wollen, und für Menschen mit gestalterischem Interesse, die einen handwerklichen statt eines künstlerischen Berufswegs suchen. Nicht geeignet ist sie, wenn Hauterkrankungen, Lösemittelunverträglichkeiten oder Rücken- und Schulterprobleme die tägliche Arbeit dauerhaft einschränken würden – das sollte vor und nicht nach der Anmeldung geklärt sein.
- Quereinsteigende ohne einschlägigen Berufsabschluss, die einen anerkannten Handwerksabschluss anstreben
- Beschäftigte aus Bau-, Renovierungs- oder Trockenbau-Hilfstätigkeiten, die ihre Praxis formal absichern wollen
- Menschen mit gestalterischem Interesse, die Farbe, Oberfläche und Raumwirkung praktisch statt theoretisch bearbeiten wollen
- Weniger geeignet für Personen mit Haut- oder Atemwegserkrankungen, Lösemittelunverträglichkeit oder starker Höhenangst
Ein Berufsabschluss ist für eine Umschulung nicht erforderlich – sie führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Auffällig ist allerdings, dass mehrere Anbieter in ihren Zugangstexten eine abgeschlossene Berufsausbildung, einen mittleren Schulabschluss oder einen Abschluss im gewerblich-technischen Bereich als Wunschvoraussetzung nennen. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss zwingend erforderlich – die Maßnahme führt zum Abschluss; einzelne Anbieter wünschen ausdrücklich eine abgeschlossene Ausbildung oder mindestens einen Realschulabschluss
- Allgemeine Berufstauglichkeit für ein Bauhandwerk, wie sie ein Anbieter ausdrücklich als Zugang formuliert
- Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit für Gerüst-, Leiter- und Überkopfarbeit
- Keine Allergien oder Hauterkrankungen, die den dauerhaften Umgang mit Farben, Lacken, Lösemitteln und Feuchtarbeit ausschließen
- Deutschkenntnisse für Fachunterricht, Sicherheitsdatenblätter und Prüfungstexte sowie ein Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
25 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen sind fester Bestandteil dieser Umschulung, weil Untergrundbeurteilung, Gerüstarbeit und Baustellenroutine nur im echten Objekt entstehen. Umfang und Lage der Einsätze legt der Bildungsträger fest; lassen Sie sich die geplanten Praxiszeiten vor der Anmeldung schriftlich bestätigen.
Der erste Prüfungsteil liegt in der Regel in der Mitte der Umschulungszeit und prüft die Grundfertigkeiten: Untergrundvorbereitung, einfache Beschichtungs- und Tapezierarbeiten sowie schriftliche Aufgaben zur Werkstoff- und Fachkunde. Das Ergebnis geht in die Gesamtnote ein.
Der zweite Teil steht am Ende und besteht aus einer umfangreichen praktischen Arbeitsaufgabe im Sinne eines Kundenauftrags – mit Untergrundbeurteilung, Beschichtungsaufbau, Gestaltungsanteil und Dokumentation – sowie aus einem Fachgespräch und schriftlichen Prüfungsbereichen zu Gestaltung, Instandhaltung und Wirtschafts- und Sozialkunde.
Prüfende Stelle: Die Gesellenprüfung nimmt die zuständige Handwerkskammer ab, nicht der Bildungsträger. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, bei welcher Kammer Sie geprüft werden und wann die Anmeldung zur Prüfung erfolgt.. Offizieller Abschluss: Bei Bestehen erhalten Sie den Gesellenbrief als Maler und Lackierer beziehungsweise Malerin und Lackiererin. Einzelne Anbieter stellen zusätzlich ein eigenes Teilnehmerzertifikat aus – arbeitsmarktrelevant ist der Gesellenbrief, nicht das Trägerzertifikat..
Weil diese Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss führt, ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters nach § 81 SGB III der Regelförderweg. Die Bewilligung bleibt eine Einzelfallentscheidung; geprüft werden unter anderem die arbeitsmarktliche Notwendigkeit, Ihre persönliche Situation und die AZAV-Zertifizierung von Träger und Maßnahme. Eine Zusage vorab gibt es nicht. Die Lehrgangskosten liegen bei über 10.000 Euro; nicht jeder Anbieter nennt einen Preis. Weil es auch Teilzeitangebote gibt, lohnt im Beratungsgespräch die ausdrückliche Frage, wie sich eine Teilzeitmaßnahme auf Bewilligungsdauer und Unterhaltsleistungen auswirkt.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
In unserer Marktdatenbank sind für die zurückliegenden 365 Tage 4.117 offene Stellen zu diesem Zielberuf erfasst. Der größte Treiber ist nicht der Neubau, sondern der Bestand: Er muss laufend instand gesetzt und energetisch ertüchtigt werden, und die ersten Wärmedämmverbundsysteme erreichen selbst das Sanierungsalter. Zwei Einschränkungen: Fassadenarbeiten sind witterungsabhängig, und die körperliche Beanspruchung begrenzt die Tätigkeit.
Der Tarifvertrag des Maler- und Lackiererhandwerks sichert verbindliche Mindestlöhne; Wärmedämmung und Spezialtechniken bringen Aufschläge.
- Einstieg: ca. 28.000–34.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 35.000–43.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 46.000–58.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Innenanstriche, Tapezier- und Spachtelarbeiten in Wohn- und Zweckbauten, Fassadenbeschichtung sowie Aufbau und Instandsetzung von Wärmedämmverbundsystemen, Lackierung von Holz-, Metall- und Kunststoffbauteilen einschließlich Korrosionsschutz, Boden- und Sonderbeschichtungen in Gewerbe- und Industrieobjekten, Bauwerkserhaltung: Riss-, Putz- und Betonsanierung sowie Feuchteschadenbearbeitung, Dekorative Gestaltung mit Lasuren, Spachtel- und Wischtechniken, Kundenberatung, Aufmaß und Kalkulation kleinerer Aufträge
- Typische Arbeitgeber: Maler- und Lackiererbetriebe des Handwerks, Bau- und Sanierungsunternehmen mit eigenem Ausbaugewerk, Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften mit eigenem Regiebetrieb, Facility-Management-Dienstleister mit Instandhaltungsauftrag, Fachbetriebe für Fassaden- und Wärmedämmverbundsysteme, Denkmalpflege- und Restaurierungsbetriebe, Industrielackier- und Beschichtungsbetriebe
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Innenanstriche, Tapezier- und Spachtelarbeiten in Wohn- und Zweckbauten
- Fassadenbeschichtung sowie Aufbau und Instandsetzung von Wärmedämmverbundsystemen
- Lackierung von Holz-, Metall- und Kunststoffbauteilen einschließlich Korrosionsschutz
- Boden- und Sonderbeschichtungen in Gewerbe- und Industrieobjekten
- Bauwerkserhaltung: Riss-, Putz- und Betonsanierung sowie Feuchteschadenbearbeitung
- Dekorative Gestaltung mit Lasuren, Spachtel- und Wischtechniken
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum steht in manchen Angeboten „Gestaltung und Instandsetzung“ statt „Instandhaltung“?
Weil die Anbieter die Fachrichtung uneinheitlich schreiben. In unseren Daten erscheinen nebeneinander „Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung“, „FR Gestaltung und Instandsetzung“ und die Kurzform „Maler und Lackierer/in“ ganz ohne Fachrichtungszusatz. Die offizielle Bezeichnung der Ausbildungsordnung lautet Gestaltung und Instandhaltung; „Instandsetzung“ ist in aller Regel eine Ungenauigkeit im Angebotstext und keine andere Qualifikation. Wir glätten das hier bewusst nicht, sondern raten dazu: Lassen Sie sich schriftlich geben, welche Fachrichtung am Ende in Ihrem Gesellenbrief steht.
Wie lange dauert die Umschulung und geht sie auch in Teilzeit?
Die belegte Regellaufzeit beträgt 25 Monate, also 763 Tage. Anders als bei den meisten Profilen dieser Kategorie sind hier sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitangebote erfasst – das ist für Menschen mit Betreuungsaufgaben ein relevanter Unterschied. Als Unterrichtsform sind Präsenzunterricht und sonstige Präsenzveranstaltungen dokumentiert; reine Online-Angebote gibt es nicht, weil Werkstattarbeit und praktische Prüfung an realen Flächen stattfinden. Die konkrete Verteilung von Unterricht, Werkstatt und Praxisphase unterscheidet sich zwischen den Anbietern.
Brauche ich einen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung?
Formal nicht – eine Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss und setzt keinen voraus. In den Zugangstexten unserer Daten fällt aber auf, dass mehrere Anbieter mehr verlangen als üblich: Ein Anbieter nennt „allgemeine Berufstauglichkeit“ und einen Berufsabschluss im gewerblich-technischen Bereich, ein anderer eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mindestens einen Realschulabschluss samt Berufserfahrung. Wenn Sie diese Voraussetzungen nicht mitbringen, ist das kein genereller Ausschluss, aber Sie sollten die Zugangsbedingungen des konkreten Platzes vorher klären.
Ist der Beruf gesundheitlich belastend?
Er ist es in bestimmten Punkten, und die sollten Sie vorher kennen. Sie arbeiten viel im Stehen und über Kopf, auf Leitern und Gerüsten, tragen Material und haben täglich Kontakt zu Farben, Lacken, Lösemitteln und Feuchtigkeit. Wer zu Hauterkrankungen, Allergien oder Atemwegsproblemen neigt, sollte das vor Beginn ärztlich abklären lassen; Höhenangst ist ebenfalls ein ernsthaftes Hindernis. Moderne emissionsarme Produkte und konsequenter Hautschutz entschärfen vieles, aber nicht alles. Sprechen Sie gesundheitliche Einschränkungen im Beratungsgespräch offen an, statt zu hoffen, dass es schon gehen wird.
Was kostet die Umschulung und kann sie gefördert werden?
Unsere Daten weisen für die Angebote einen Kostenrahmen über 10.000 Euro aus oder gar keine hinterlegte Preisangabe. Der übliche Förderweg ist der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters nach § 81 SGB III, weil die Maßnahme zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Die Bewilligung ist stets eine Einzelfallentscheidung und hängt unter anderem von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit, Ihrer persönlichen Situation und der AZAV-Zertifizierung der Maßnahme ab. Eine pauschale Zusage kann Ihnen niemand geben. Klären Sie die Förderfähigkeit des konkreten Angebots vor der Anmeldung mit Ihrer Vermittlungsfachkraft.
Muss ich künstlerisch begabt sein?
Nein. Der weit überwiegende Teil der Arbeit besteht aus Untergrundbeurteilung, Vorbereitung, sauberem Beschichtungsaufbau und Instandhaltung – das ist Handwerk mit klaren Regeln, kein freies Gestalten. Gestaltungstechniken wie Lasuren, Spachteloberflächen oder Schablonenarbeiten sind Bestandteil der Ausbildung und werden systematisch geübt; sie setzen Sorgfalt und Übung voraus, nicht Talent. Wichtiger als Zeichenfähigkeit sind ein Gefühl für Oberflächen, räumliches Vorstellungsvermögen, Genauigkeit und die Geduld, einen Aufbau in der richtigen Reihenfolge zu Ende zu bringen.
Wie geht es nach dem Gesellenbrief weiter?
Der Gesellenbrief ist im Handwerk der Eintritt, nicht das Ziel. Mit Berufserfahrung stehen mehrere Wege offen: die Spezialisierung auf Lackiertechnik, Bodenbeschichtung, Wärmedämmverbundsysteme, Schimmelsanierung oder Denkmalpflege; die Weiterbildung zum Meister, die im Maler- und Lackiererhandwerk zugleich der Weg in die Selbstständigkeit ist; oder die Fortbildung zum Techniker beziehungsweise Gestalter im Handwerk. Für die Meisterfortbildung ist der Förderweg nicht der Bildungsgutschein, sondern das Aufstiegs-BAföG – das ist ein anderer Antrag bei einer anderen Stelle.