Handwerk & Technik
IHK-Prüfung

Umschulung Fahrzeuglackierer/in

Fahrzeuglackiererinnen und Fahrzeuglackierer beschichten Oberflächen an Pkw, Nutzfahrzeugen, Bussen, Anhängern, Land- und Baumaschinen sowie Schienenfahrzeugen. Der größte Teil ist Instandsetzung: Schaden beurteilen, Anbauteile demontieren, Altlack anschleifen, Beulen mit Füller und Spachtel …

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Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Fahrzeuglackiererinnen und Fahrzeuglackierer beschichten Oberflächen an Pkw, Nutzfahrzeugen, Bussen, Anhängern, Land- und Baumaschinen sowie Schienenfahrzeugen. Der größte Teil ist Instandsetzung: Schaden beurteilen, Anbauteile demontieren, Altlack anschleifen, Beulen mit Füller und Spachtel ausgleichen, Basis- und Klarlack in der Spritzkabine auftragen, polieren. Fachlicher Kern ist die Farbtonfindung: Lacke altern und streuen serienbedingt, der Farbton wird über Mischbank, Farbtonkarte, Spektralfotometer und Ausmusterblech ermittelt. Dazu kommen Korrosionsschutz, Hohlraumversiegelung, Speziallacke sowie Beschriftung und Folierung. Ein Staubkorn im Klarlack kostet einen Arbeitsgang.

Die häufigste Frage ist nicht, ob du lackieren lernst, sondern ob du den Farbton je triffst. Das ist erlernbar: Farbtonfindung ist ein systematisches Verfahren mit Mischbank und Spektralfotometer. Berechtigter ist die Sorge um die Gesundheit: Du hast mit Lacken, Härtern, Lösemitteln und Schleifstaub zu tun. Absaugung, Frischluftmasken und Wasserbasislacke sind Standard. Bei Asthma oder Lösemittelunverträglichkeit kläre das ärztlich ab.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Arbeitssicherheit, Gefahrstoffe und Umweltschutz (8 Wochen) – Das Einstiegsmodul behandelt den sicheren Umgang mit den Stoffen, die den Beruf ausmachen. Neben Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblättern geht es um Atem- und Hautschutz sowie um Kabinen- und Absaugtechnik. Sauberkeitsdisziplin wird hier eingeübt, weil sie später über jede Lackqualität mitentscheidet. Die konkrete Modulstruktur legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Lacke, Härter, Verdünner: Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblätter, Lagerung, Atemschutz, Hautschutz, Absaugung und Kabinentechnik, Explosions- und Brandschutz in der Lackierwerkstatt, Abfalltrennung, Lösemittelbilanz und rechtliche Vorgaben, Betriebliche Hygiene und Sauberkeitsdisziplin.
  • Modul 2: Untergrundbeurteilung und Vorbereitung (14 Wochen) – Die Qualität einer Lackierung entsteht vor dem ersten Spritzstoß. Das Modul behandelt die Beurteilung des vorhandenen Schichtaufbaus, das systematische Schleifen mit passenden Körnungen sowie Spachtel- und Füllerarbeit. Abkleben und Reinigen werden bis zur Routine geübt, weil hier die häufigsten Fehler entstehen. Inhalte: Schadensaufnahme und Schichtaufbau beurteilen, Demontage von Anbauteilen und Vorbereitung des Fahrzeugs, Schleiftechnik, Körnungen und Schleifmittel, Spachteln, Füllern und Ausschleifen, Abkleben, Maskieren und Reinigen vor der Beschichtung.
  • Modul 3: Beschichtungsstoffe und Applikationstechnik (16 Wochen) – Das Kernmodul des Berufs. Behandelt werden die Beschichtungssysteme vom Primer bis zum Klarlack sowie die Applikation mit der Spritzpistole. Schwerpunkt ist die reproduzierbare Bahnführung mit gleichmäßiger Schichtdicke – und die Fehleranalyse, weil jeder typische Lackfehler eine benennbare Ursache in Einstellung, Umgebung oder Vorbereitung hat. Inhalte: Grundierungen, Füller, Basislacke, Klarlacke und ihre Systeme, Spritzpistolen: Aufbau, Düsen, Druckeinstellung, Reinigung, Spritztechnik, Bahnführung, Überlappung und Schichtdicke, Trocknungs- und Aushärtungsverfahren in der Kabine, Lackfehler erkennen: Läufer, Orangenhaut, Kocher, Krater.
  • Modul 4: Farbtonfindung, Mischtechnik und Beilackierung (12 Wochen) – Das Modul, das den Beruf von jeder anderen Beschichtungstätigkeit unterscheidet. Vermittelt wird das systematische Ermitteln und Angleichen des Farbtons über Mischformel, Messgerät und Ausmusterblech. Das Beilackieren wird gesondert geübt, weil der unsichtbare Übergang zum Altlack das eigentliche Qualitätskriterium in der Unfallinstandsetzung ist. Inhalte: Farbenlehre, Deckvermögen und Metallic-/Perleffekte, Herstellerfarbcodes, Farbtonkarten und Mischformeln, Mischbank und Spektralfotometer einsetzen, Ausmusterblech anfertigen und bewerten, Beilackieren angrenzender Teile und Auslaufzonen.
  • Modul 5: Karosseriegrundlagen, Korrosionsschutz und Konservierung (10 Wochen) – Fahrzeuglackierung endet nicht an der Oberfläche. Das Modul vermittelt die Werkstoffkunde der Karosserie und die Besonderheiten von Aluminium und Kunststoff, dazu Korrosionsschutz, Hohlraum- und Unterbodenkonservierung. Ohne dieses Wissen lassen sich Vorbehandlung und Systemwahl nicht sachgerecht entscheiden. Inhalte: Karosseriewerkstoffe: Stahl, Aluminium, Kunststoff, Verbundmaterialien, Instandsetzen kleiner Schäden, Ausbeulen und Fügetechniken im Überblick, Kunststoffreparatur und Vorbehandlung, Korrosionsschutz, Hohlraumversiegelung, Unterbodenschutz, Konservierung und Pflege beschichteter Oberflächen.
  • Modul 6: Gestaltung, Beschriftung und Folientechnik (8 Wochen) – Der gestaltende Teil des Berufs, wirtschaftlich vor allem bei Fuhrparks und Nutzfahrzeugen relevant. Behandelt werden Effekt- und Mehrschichtlackierungen, Beschriftung sowie Folientechnik als Alternative zur Lackierung. Smart Repair kommt dazu, weil kleinflächige Reparaturen einen wachsenden Anteil der Aufträge ausmachen. Inhalte: Design- und Effektlackierungen, Mehrschichtsysteme, Schablonen-, Airbrush- und Abklebetechniken, Fahrzeugbeschriftung und Werbelackierung, Folierung: Zuschnitt, Verlegen, Kanten und Entfernen, Smart Repair und Spotlackierung.
  • Modul 7: Auftragsabwicklung, Kalkulation und Qualitätssicherung (8 Wochen) – Der kaufmännisch-organisatorische Teil, der in der Prüfung ebenso vorkommt wie in der Werkstattrealität. Behandelt werden das Lesen von Kalkulationen und Gutachten, die Planung des eigenen Arbeitsablaufs sowie Endkontrolle und Dokumentation. Kundenkommunikation gehört dazu, weil Reklamationen bei sichtbaren Oberflächen häufig sind. Inhalte: Schadensgutachten und Kalkulationssysteme lesen, Arbeitswerte, Materialbedarf und Zeitplanung, Kundenkommunikation, Übergabe und Reklamationsbearbeitung, Schichtdickenmessung und Endkontrolle, Dokumentation und Gewährleistung.
  • Modul 8: Betriebspraktikum und Gesellenprüfung (22 Wochen) – Die längste Phase verbindet den Einsatz im Betrieb mit der Vorbereitung auf die Kammerprüfung. Erst im laufenden Betrieb entsteht das Tempo, das die Prüfung verlangt, weil dort mit realen Taktzeiten, Trocknungsfenstern und Kabinenbelegung gearbeitet wird. Umfang und Lage der Praxisphase legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Praxisphase im Lackier- oder Karosseriefachbetrieb, Prüfungsstück unter Zeitbedingungen anfertigen, Schriftliche Prüfungsaufgaben aus Technologie, Fachrechnen und Zeichnen, Wirtschafts- und Sozialkunde, Fachgespräch und Arbeitsplanung üben.

Lernziele:

  • Am Ende steht eine Kammerprüfung mit Gesellenbrief: Die Angebote weisen Gesellenprüfung beziehungsweise staatlich anerkannte Kammerprüfung aus, nicht bloß ein Teilnahmezertifikat.
  • Die Nachfrageseite ist ungewöhnlich deutlich belegt – in den letzten 365 Tagen sind 5.112 offene Stellen zum Zielberuf erfasst.
  • Kein Berufsabschluss als Zugang nötig; wer bisher in Fahrzeugaufbereitung, Kfz-Hilfstätigkeit oder Beschichtung gearbeitet hat, kann diese Praxis in einen anerkannten Abschluss überführen.
  • Der Beruf ist reparaturgebunden und damit vergleichsweise konjunkturfest: Unfallschäden entstehen unabhängig von Neuwagenabsatz und Antriebsart.
  • Alle Angebote laufen in Vollzeit-Präsenz mit Werkstatt- und Kabinenanteil – für einen Beruf, dessen Qualität sich in der Oberfläche zeigt, ist das die passende Lernform.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Angesprochen sind Menschen, die einen anerkannten Handwerksabschluss anstreben und dabei sichtbares, prüfbares Ergebnis ihrer Arbeit schätzen – eine Lackierung gelingt oder sie gelingt nicht, das zeigt sich sofort. Die Umschulung läuft als Präsenzunterricht in Vollzeit über rund 24 Monate; ein erreichbarer Lernort mit Spritzkabine ist damit Bedingung, Fern- oder Teilzeitwege gibt es für diesen Beruf nicht. Passend ist der Weg für Quereinsteigende aus Kfz-nahen Hilfstätigkeiten, aus Malerbetrieben oder aus der Produktion. Wer auf Lösemittel, Isocyanate oder Feinstaub empfindlich reagiert, sollte diesen Beruf ehrlich prüfen, bevor er sich bindet.

  • Quereinsteigende ohne Berufsabschluss mit handwerklichem Geschick und ruhiger Hand
  • Beschäftigte aus Kfz-Werkstätten, Autohäusern oder der Fahrzeugaufbereitung, die den Facharbeiterstatus nachholen wollen
  • Menschen aus Maler-, Beschichtungs- oder Produktionstätigkeiten, die in ein spezialisiertes Handwerk mit Farbkompetenz wechseln
  • Weniger geeignet für alle mit Atemwegs- oder Hauterkrankungen sowie für alle, die nur in Teilzeit oder ortsunabhängig lernen können
Voraussetzungen:

Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Die Träger nennen möglichst einen Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Schulabschluss, handwerkliches Geschick und Neigung zu handwerklicher Tätigkeit; ein Träger verlangt zusätzlich ein Beratungsgespräch und ein Sprachniveau von mindestens B2.

  • Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
  • In den Belegdaten genannt: möglichst Hauptschulabschluss oder vergleichbarer Schulabschluss
  • Handwerkliches Geschick und Neigung zu handwerklicher Tätigkeit; Berufserfahrung im Bereich ist laut Trägerangaben von Vorteil, aber keine Bedingung
  • Bei einem Angebot ausdrücklich gefordert: Beratungsgespräch beim Träger und Sprachniveau mindestens B2
  • Gesundheitliche Eignung für Arbeit mit Lacken, Lösemitteln und Stäuben – Atemwegs- und Hauterkrankungen vorab ärztlich abklären

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenzunterricht

24 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören zu dieser Umschulung; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest. In Lackierbetrieben sind sie besonders wichtig, weil Spritzkabine, Trocknungstechnik und Serienabläufe in der Lehrwerkstatt nur begrenzt abbildbar sind.

Zwischenprüfung beziehungsweise Prüfung Teil 1 mit praktischen Arbeitsaufgaben aus Untergrundvorbereitung und Beschichtung sowie einem schriftlichen Teil; sie dient der Standortbestimmung und geht je nach Prüfungsordnung in das Gesamtergebnis ein.

Gesellenprüfung mit praktischem Prüfungsstück und Arbeitsproben – typischerweise Instandsetzung, Farbtonangleichung und Beilackierung an einem Bauteil –, schriftlicher Prüfung in Technologie, technischer Mathematik und Wirtschafts- und Sozialkunde sowie einem Fachgespräch zur eigenen Arbeitsplanung.

Prüfende Stelle: Kammerprüfung: Je nach Angebot sind Gesellenprüfung, staatlich anerkannte Kammerprüfung und ein Prüfungszeugnis der prüfenden Stelle vorgesehen; ein Angebot weist eine IHK-Prüfung aus, die übrigen den Weg über die Handwerkskammer. Welche Stelle bei Ihrem Angebot prüft, lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen.. Offizieller Abschluss: Fahrzeuglackierer/in – Prüfungszeugnis beziehungsweise Gesellenbrief der prüfenden Stelle.

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei dieser Umschulung möglich. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation, der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit und der AZAV-Zertifizierung der Maßnahme ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Ein Teil der Träger weist Kosten über 10.000 Euro aus, ein anderer Teil nennt keinen Preis. Ein Träger setzt zusätzlich ein Beratungsgespräch und ein Sprachniveau von mindestens B2 voraus; klären Sie beides zusammen mit der Förderfrage, bevor Sie sich auf einen Lehrgang festlegen.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

In den letzten 365 Tagen sind 5.112 offene Stellen zum Zielberuf erfasst – ein Vielfaches vergleichbarer Handwerksberufe. Der Grund ist strukturell: Fahrzeuglackierung ist Reparaturarbeit. Unfall- und Hagelschäden entstehen unabhängig von Neuwagenverkauf und Antriebsart. Die Angebotsseite ist knapper: 5 Anbieter, 5 Angebote, 7 Termine, ausnahmslos Vollzeitpräsenz.

Erfahrung mit Spot-Repair, Sonderlackierungen und Qualitätskontrolle in Vertragswerkstätten führt zu guten Gehältern.

  • Einstieg: ca. 29.000–35.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 36.000–46.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 48.000–60.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Unfallinstandsetzung und Neulackierung an Pkw, Farbtonfindung, Lackmischung und Beilackierung, Nutzfahrzeug-, Bus- und Anhängerlackierung, Fahrzeugbeschriftung, Werbe- und Designlackierung, Folierung und Smart Repair, Korrosionsschutz, Hohlraum- und Unterbodenkonservierung, Industrielle Beschichtung von Bauteilen und Baugruppen
  • Typische Arbeitgeber: Fahrzeuglackier- und Karosseriefachbetriebe, Autohäuser mit angeschlossener Karosserie- und Lackwerkstatt, Unfallinstandsetzungszentren und Schadensteuerer-Netzwerke, Nutzfahrzeug-, Bus- und Anhängerwerkstätten, Hersteller und Aufbauer von Sonderfahrzeugen, Betriebe für Fahrzeugbeschriftung, Folierung und Werbetechnik, Industrielackierereien und Beschichtungsbetriebe

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Unfallinstandsetzung und Neulackierung an Pkw
  • Farbtonfindung, Lackmischung und Beilackierung
  • Nutzfahrzeug-, Bus- und Anhängerlackierung
  • Fahrzeugbeschriftung, Werbe- und Designlackierung
  • Folierung und Smart Repair
  • Korrosionsschutz, Hohlraum- und Unterbodenkonservierung

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welchen Abschluss bekomme ich, und wer prüft?

Es handelt sich um eine Kammerprüfung. Vorgesehen sind Gesellenprüfung, staatlich anerkannte Kammerprüfung sowie ein Prüfungszeugnis in Form des Gesellenbriefs der prüfenden Stelle; die Träger führen den Abschluss als Fahrzeuglackierer/in, Geselle Fahrzeuglackierer/in oder Fahrzeuglackierer (HWK). Ein Angebot weist eine IHK-Prüfung aus. Der Abschluss ist bundesweit anerkannt – lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, welche Kammer bei Ihrem Lehrgang zuständig ist.

Wie lange dauert die Umschulung und läuft sie auch in Teilzeit?

Die belegte Laufzeit beträgt rund 740 Tage, also 24 Monate. Alle in unserer Datenbank Angebote laufen als Präsenzunterricht in Vollzeit; eine Teilzeit- oder Fernvariante ist für diesen Beruf nicht dokumentiert. Das ist fachlich nachvollziehbar, weil ein erheblicher Teil der Ausbildung in Spritzkabine und Lehrwerkstatt stattfindet und sich schlecht in Selbstlernphasen verlagern lässt. Sie brauchen also einen erreichbaren Lernort und zwei Jahre Planungshorizont.

Muss ich zeichnen oder gestalten können?

Für den Beruf nicht zwingend. Der weitaus größte Teil der Arbeit ist Instandsetzung: vorbereiten, beschichten, Farbton treffen, beilackieren. Gestalterische Aufgaben wie Design- und Effektlackierungen, Beschriftung und Folierung sind ein eigenes, kleineres Feld, das in der Ausbildung vorkommt, aber nicht den Alltag bestimmt. Wichtiger als zeichnerisches Talent sind gutes Farbsehen, Geduld und die Bereitschaft, konsequent sauber zu arbeiten.

Wie gesundheitsbelastend ist die Arbeit mit Lacken?

Sie arbeiten mit Lacken, Härtern, Lösemitteln und Schleifstaub, das lässt sich nicht wegreden. Das Handwerk hat darauf reagiert: Absaugung, Frischluft- und Atemschutzsysteme, wasserbasierte Lacke und geschlossene Mischanlagen sind heute Standard, und Arbeitsschutz ist eigenes Prüfungsthema. Wer Asthma, Neurodermitis oder eine bekannte Lösemittel- oder Isocyanatunverträglichkeit hat, sollte die Eignung vor der Zusage arbeitsmedizinisch abklären lassen – nicht erst im laufenden Lehrgang.

Ist der Beruf durch Elektroautos gefährdet?

Nein, eher im Gegenteil als die antriebsnahen Kfz-Berufe. Fahrzeuglackierung setzt an der Karosserie an, nicht am Antriebsstrang: Unfall-, Hagel- und Parkschäden entstehen unabhängig davon, ob ein Verbrenner oder ein Elektroauto beschädigt wird. Neue Werkstoffe wie Aluminium und Verbundmaterialien erhöhen die fachlichen Anforderungen sogar. Die 5.112 in den letzten 365 Tagen erfassten offenen Stellen zum Zielberuf stützen diese Einschätzung auf der Nachfrageseite.

Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?

Ein Teil der Träger weist einen Kostenrahmen über 10.000 Euro aus, ein Teil nennt keinen Preis, was bei preisverhandelten Maßnahmen üblich ist. Eine Förderung über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III kommt bei Umschulungen grundsätzlich in Betracht, ist aber stets eine Einzelfallentscheidung und hängt unter anderem von Ihrer persönlichen Situation, der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit und der AZAV-Zertifizierung ab. Eine pauschale vollständige Kostenübernahme können wir nicht zusichern.

Kann ich mich später mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen?

Nicht unmittelbar mit dem Gesellenbrief. Das Fahrzeuglackiererhandwerk ist zulassungspflichtig nach Anlage A der Handwerksordnung; für einen eigenen Betrieb braucht es den Meistertitel oder eine Ausnahmebewilligung. Der Gesellenabschluss ist jedoch die Voraussetzung, um den Meister überhaupt angehen zu können. Vorher liegen die Zwischenschritte Vorarbeiter und Werkstattleitung, dazu Spezialisierungen wie Farbtonmanagement, Nutzfahrzeugbeschriftung oder Smart Repair.