Umschulung Automobilkaufmann/-frau
Automobilkaufleute führen die kaufmännische Seite eines Autohauses oder Kfz-Betriebs. Im Fahrzeuggeschäft erstellen sie Angebote für Neu- und Gebrauchtwagen, kalkulieren Preise mit Inzahlungnahme und Nachlässen, bereiten Kaufverträge vor und koordinieren Zulassung und Auslieferung.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Automobilkaufleute führen die kaufmännische Seite eines Autohauses oder Kfz-Betriebs. Im Fahrzeuggeschäft erstellen sie Angebote für Neu- und Gebrauchtwagen, kalkulieren Preise mit Inzahlungnahme und Nachlässen, bereiten Kaufverträge vor und koordinieren Zulassung und Auslieferung. Ein eigener Schwerpunkt ist die Absatzfinanzierung: Finanzierungs- und Leasingangebote rechnen, Bonitätsunterlagen zusammenstellen, Versicherungs- und Garantieprodukte vermitteln. Im Service planen sie Werkstattkapazitäten, nehmen Aufträge an, klären Gewährleistungs- und Kulanzfälle mit dem Hersteller und rechnen Reparaturen ab. Dazu kommen Teiledienst, Rechnungswesen, Personalverwaltung und Marketing.
Die häufigste Sorge: Ich kenne mich mit Autos technisch nicht aus. Du musst kein Mechaniker sein, Produktverständnis reicht — und das baust du systematisch auf. Ausdauer brauchst du: Mit rund 26 Monaten ist dies die längste Umschulung in dieser Kategorie, durchgehend in Vollzeit. Zwei harte Punkte: Ohne Führerschein Klasse B wird es schwierig, und im Fahrzeugverkauf ist ein Teil der Vergütung absatzabhängig.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Autohaus, Branche und kaufmännische Grundlagen (10 Wochen) – Zum Einstieg wird der Betrieb als Ganzes erschlossen: Welche Bereiche es gibt, wie sie voneinander abhängen und welche rechtlichen Grundlagen für jedes Geschäft gelten. Die konkrete Modulstruktur legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Struktur des Kfz-Gewerbes: Vertragshändler, freie Betriebe, Hersteller, Geschäftsbereiche eines Autohauses und ihr Zusammenspiel, Kaufvertragsrecht und Grundlagen des Handelsrechts, Arbeitsrecht, Arbeitszeit und Arbeitssicherheit im Betrieb, Kaufmännisches Rechnen und Prozentrechnung.
- Modul 2: Fahrzeugtechnik und Produktkenntnis (12 Wochen) – Kaufmännische Arbeit im Autohaus setzt Produktverständnis voraus, nicht Reparaturfähigkeit. Das Modul vermittelt Aufbau und Antriebsarten von Fahrzeugen, die Systematik von Ausstattung und Konfiguration sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben, die in jedem Angebot korrekt stehen müssen. Inhalte: Aufbau eines Fahrzeugs und wichtige Baugruppen, Antriebsarten einschließlich Elektro- und Hybridantrieb, Ausstattungslinien, Sonderausstattung und Konfiguration, Verbrauchs-, Emissions- und Kennzeichnungspflichten, Garantie, Gewährleistung und Serviceumfänge im Vergleich.
- Modul 3: Neu- und Gebrauchtwagengeschäft (14 Wochen) – Das Kernmodul des Fahrzeuggeschäfts. Behandelt werden Kalkulation und Angebotserstellung, die Bewertung von Inzahlungnahmen — die häufigste Fehlerquelle im Gebrauchtwagengeschäft — sowie der vollständige Weg vom Verkaufsgespräch bis zur Auslieferung. Inhalte: Angebotserstellung und Kalkulation im Neuwagengeschäft, Bewertung und Inzahlungnahme von Gebrauchtfahrzeugen, Fahrzeugbestand, Standzeiten und Bestandsbewertung, Kaufvertrag, Übergabe, Zulassung und Auslieferung, Verkaufsgespräch und Einwandbehandlung, Onlinebörsen und Fahrzeugvermarktung im Netz.
- Modul 4: Finanzierung, Leasing und Versicherung (12 Wochen) – Ein großer Teil der Fahrzeuge wird finanziert oder geleast, weshalb dieses Feld zum Kerngeschäft gehört. Das Modul behandelt die Produktformen und ihre Berechnung sowie die rechtlichen Pflichten bei der Vermittlung, die in den letzten Jahren deutlich strenger geworden sind. Inhalte: Finanzierungsformen und Berechnung von Raten, Leasingarten, Restwerte, Laufzeiten und Rückgabebedingungen, Bonitätsprüfung und Unterlagen für den Antrag, Kfz-Versicherung, Garantieverlängerung und Zusatzprodukte, Beratungs-, Informations- und Dokumentationspflichten.
- Modul 5: Serviceorganisation, Werkstattprozesse und Teiledienst (12 Wochen) – Der Service trägt in vielen Betrieben den größeren Teil des Ergebnisses. Das Modul behandelt die Steuerung der Werkstattauslastung, die korrekte Auftrags- und Abrechnungskette sowie die Abgrenzung zwischen Gewährleistung, Garantie und Kulanz, an der die meisten Konflikte entstehen. Inhalte: Terminplanung und Auslastung der Werkstattkapazität, Auftragsannahme, Kostenvoranschlag und Freigabe, Gewährleistung, Garantie und Kulanzabwicklung mit dem Hersteller, Abrechnung von Reparaturaufträgen und Verrechnungssätze, Teile- und Zubehörbeschaffung, Bestandsführung, Reklamationsbearbeitung im Servicefall.
- Modul 6: Rechnungswesen, Kalkulation und Controlling (12 Wochen) – Das Modul liefert das Zahlengerüst des Betriebs. Behandelt werden Buchführung und Kostenrechnung sowie die Kennzahlen, mit denen ein Autohaus tatsächlich gesteuert wird — insbesondere die getrennte Betrachtung von Neuwagen, Gebrauchtwagen, Service und Teilen. Inhalte: Buchführung und Jahresabschluss in Grundzügen, Kosten- und Leistungsrechnung im Autohaus, Deckungsbeiträge je Geschäftsbereich auswerten, Kennzahlen: Umschlag, Standzeit, Werkstattauslastung, Zahlungsverkehr, Mahnwesen und Liquidität.
- Modul 7: Marketing, Kundenbindung und digitale Vertriebswege (10 Wochen) – Der Erstkontakt entsteht heute überwiegend digital, die Bindung dagegen im Betrieb. Das Modul behandelt die Bearbeitung von Onlineanfragen, die systematische Nachbetreuung über die Kundendatenbank sowie die datenschutzrechtlichen Grenzen dieser Arbeit. Inhalte: Kundendatenbank und systematische Nachbetreuung, Anfragen aus Onlinekanälen bearbeiten, Aktionen, Veranstaltungen und Herstellerkampagnen, Kundenzufriedenheit messen und Beschwerden auswerten, Datenschutz im Umgang mit Kunden- und Fahrzeugdaten.
- Modul 8: Praxisphase im Autohaus und Prüfungsvorbereitung (12 Wochen) – Zum Abschluss werden Betriebspraxis und Prüfungsvorbereitung zusammengeführt. Die Praxisphase durchläuft idealerweise mehrere Bereiche des Autohauses, weil die Prüfung Vorgänge aus Verkauf, Service und Rechnungswesen gleichermaßen aufgreift. Prüfungstermine und Anmeldefristen richten sich nach der zuständigen Kammer. Inhalte: Begleitete Praxisphase in den Geschäftsbereichen des Betriebs, Nachbereitung realer Vorgänge im Unterricht, Klausurtraining zu den schriftlichen Prüfungsbereichen, Training des fallbezogenen Fachgesprächs, Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräch.
Lernziele:
- Der Abschluss ist ein anerkannter Berufsabschluss mit Kammerprüfung und in der Branche die übliche Voraussetzung für kaufmännische Funktionen im Autohaus.
- Das Tätigkeitsfeld ist außergewöhnlich breit: Fahrzeugverkauf, Finanzierung, Service, Teiledienst und Rechnungswesen liegen in einem Beruf.
- Mit 39 erfassten Terminen bei 5 Anbietern ist die Angebotsdichte hoch, sodass sich Einstiegszeitpunkte flexibler wählen lassen.
- Wer Vertriebsdruck vermeiden will, kann mit demselben Abschluss in Serviceorganisation, Teiledienst oder kaufmännischer Steuerung arbeiten.
- Ein Angebot läuft ausdrücklich in Kooperation mit Unternehmen — ein Modell, aus dem häufig direkt eine Anschlussstelle entsteht.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Umschulung passt zu Menschen, die sich für Fahrzeuge interessieren, aber kaufmännisch arbeiten wollen statt in der Werkstatt. Der Beruf verbindet Produktbegeisterung mit Zahlen, Verträgen und Organisation — wer nur das eine mag, wird auf Dauer nicht glücklich. Sie läuft in Vollzeit über rund 26 Monate und ist damit die längste Umschulung in dieser Kategorie. Besonders geeignet ist sie für Umsteigende aus Verkauf, Kundenservice oder kaufmännischer Sachbearbeitung, die einen Branchenwechsel mit klarem Produktbezug suchen. Weniger passend ist sie für alle, die auf ein kurzes Qualifizierungsformat angewiesen sind oder keinen Führerschein haben und ihn nicht erwerben können.
- Fahrzeuginteressierte Umsteigende, die kaufmännisch und nicht handwerklich arbeiten wollen
- Personen mit Verkaufs- oder Serviceerfahrung, die einen Branchenwechsel mit klarem Produktbezug anstreben
- Menschen, die einen Betrieb in seiner ganzen Breite kennenlernen wollen — Verkauf, Service, Teile, Rechnungswesen
- Weniger geeignet für alle ohne Führerschein Klasse B oder ohne Bereitschaft zu 26 Monaten Vollzeitunterricht
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich — die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Verlangt werden ein Schulabschluss und beziehungsweise oder eine abgeschlossene Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung, teilweise mit Eignungsüberprüfung vor Ort. Ein Träger formuliert konkreter: mindestens Hauptschulabschluss, ein durchschnittliches rechnerisches und sprachliches Leistungsvermögen, Deutschkenntnisse auf Niveau B1 sowie ein Führerschein der Klasse B. Der Führerschein ist keine Formalie, weil Probefahrten, Fahrzeugüberführungen und Auslieferungen zum Berufsalltag gehören. Über die Aufnahme entscheidet der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt — die Maßnahme führt selbst zum Abschluss
- Mindestens Hauptschulabschluss, alternativ Berufsausbildung oder mehrjährige Berufserfahrung
- Führerschein der Klasse B, von einem Träger ausdrücklich verlangt
- Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B1 und solides Rechenvermögen
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über rund 26 Monate in Vollzeit mit Praxisphasen im Autohaus
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
26 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen im Autohaus gehören bei dieser Umschulung zum Konzept, weil Fahrzeugvermarktung, Serviceannahme und Teiledienst nur im laufenden Betrieb erlernbar sind. Ein Anbieter organisiert den Kurs ausdrücklich in Kooperation mit Unternehmen. Eine feste Dauer ist nicht vorgegeben; Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest.
Vor der Abschlussprüfung steht in der Regel eine Zwischenprüfung, die den Lernstand feststellt und nicht über das Bestehen entscheidet. Der Bildungsträger meldet dazu an; Termin und Form richten sich nach der zuständigen Kammer.
Die Abschlussprüfung umfasst schriftliche Prüfungsbereiche zu den Geschäftsprozessen im Autohaus, zur kaufmännischen Steuerung und Kontrolle sowie zur Wirtschafts- und Sozialkunde und einen mündlichen Teil in Form eines fallbezogenen Fachgesprächs, in dem ein betrieblicher Vorgang bearbeitet und erläutert wird. Die genaue Aufteilung und Gewichtung regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer; bei handwerklich eingetragenen Kfz-Betrieben die Handwerkskammer. In unseren Belegdaten kommen beide Zuständigkeiten vor — klären Sie vor der Anmeldung, welche Kammer für Ihr Angebot prüft.. Offizieller Abschluss: Anerkannter Berufsabschluss Automobilkaufmann / Automobilkauffrau mit Prüfungszeugnis der Kammer..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil die Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss mit Kammerprüfung führt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation sowie der Arbeitsmarktlage ab — eine Zusage vorab gibt es nicht. Bei der Bewertung durch die Vermittlungsfachkraft spielt die Laufzeit eine Rolle: Mit rund 26 Monaten ist diese Umschulung die längste in dieser Kategorie, weshalb eine begründete Darstellung Ihres Berufsziels hilfreich ist. Den verbindlichen Preis nennt der Träger. Ein Angebot läuft in Kooperation mit Unternehmen — fragen Sie danach, weil solche Modelle die Anschlussperspektive verbessern.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 4.235 offene Stellen erfasst. Getragen wird die Nachfrage von Vertragshändlern, freien Autohäusern, Nutzfahrzeugbetrieben, Autovermietungen sowie Fuhrpark- und Leasinggesellschaften — Betriebe, die es in fast jeder Region gibt. Der Vorteil ist die Breite: Wer nicht im Fahrzeugverkauf mit variabler Vergütung arbeiten will, geht mit demselben Abschluss in Service, Teiledienst oder kaufmännische Steuerung.
In Autohäusern großer Hersteller (z.B. VW, BMW, Mercedes-Benz) liegen Gehälter höher als bei freien Händlern; Verkaufsprämien spielen eine zentrale Rolle.
- Einstieg: ca. 30.000–36.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 37.000–50.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 54.000–74.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Angebotserstellung und Kalkulation im Neu- und Gebrauchtwagengeschäft, Bewertung und Abwicklung von Inzahlungnahmen, Vermittlung von Finanzierung, Leasing und Versicherungsprodukten, Serviceannahme, Terminplanung und Werkstattauslastung, Abwicklung von Gewährleistung, Garantie und Kulanz mit dem Hersteller, Teile- und Zubehörbeschaffung sowie Bestandsführung, Rechnungswesen, Kostenrechnung und Auswertungen je Geschäftsbereich
- Typische Arbeitgeber: Markengebundene Vertragshändler und Autohausgruppen, Freie Kfz-Betriebe mit Fahrzeughandel und Werkstatt, Nutzfahrzeug-, Landmaschinen- und Zweiradbetriebe, Autovermietungen und Carsharing-Anbieter, Leasinggesellschaften und Fuhrparkdienstleister, Herstellerorganisationen und Importeure im Vertriebsinnendienst, Teile- und Zubehörgroßhandel für das Kfz-Gewerbe
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Angebotserstellung und Kalkulation im Neu- und Gebrauchtwagengeschäft
- Bewertung und Abwicklung von Inzahlungnahmen
- Vermittlung von Finanzierung, Leasing und Versicherungsprodukten
- Serviceannahme, Terminplanung und Werkstattauslastung
- Abwicklung von Gewährleistung, Garantie und Kulanz mit dem Hersteller
- Teile- und Zubehörbeschaffung sowie Bestandsführung
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich technisches Vorwissen über Autos mitbringen?
Nein. Automobilkaufleute arbeiten kaufmännisch, nicht handwerklich — Sie reparieren keine Fahrzeuge. Was Sie brauchen, ist Produktverständnis: Antriebsarten, Ausstattungslinien, Verbrauchs- und Emissionsangaben, Garantie- und Serviceumfänge. Diese Kenntnisse werden in der Umschulung systematisch aufgebaut, ein eigenes Modul ist dafür vorgesehen. Interesse an Fahrzeugen hilft, technische Vorbildung ist keine Zugangsvoraussetzung.
Brauche ich einen Führerschein?
Ein Träger nennt den Führerschein der Klasse B ausdrücklich als Zugangsvoraussetzung, und das hat einen sachlichen Grund: Probefahrten begleiten, Fahrzeuge überführen und Auslieferungen vorbereiten gehören zum Berufsalltag im Autohaus. Ohne Fahrerlaubnis schränken Sie Ihre Einsatzmöglichkeiten deutlich ein, auch wenn nicht jeder Träger sie formal verlangt. Klären Sie diesen Punkt vor der Anmeldung mit dem Anbieter.
Warum dauert diese Umschulung 26 Monate?
Die belegte Laufzeit der Angebote liegt bei rund 26 Monaten und damit im Bereich von mehr als zwei bis drei Jahren — das ist die längste Umschulung in dieser Kategorie. Der Grund liegt in der Breite des Berufs: Fahrzeugvermarktung, Finanzierung und Leasing, Serviceorganisation, Teiledienst und Rechnungswesen sind eigenständige Felder, die jeweils Zeit brauchen. Dokumentiert sind ausschließlich Vollzeitangebote; eine Teilzeitvariante enthält unsere Auswertung nicht.
Prüft die IHK oder die Handwerkskammer?
Beides kommt vor, und das ist keine Unsicherheit unsererseits, sondern Branchenrealität. Kfz-Betriebe können handwerklich oder als Handelsbetrieb eingetragen sein; entsprechend prüft die Handwerkskammer oder die Industrie- und Handelskammer. In unseren Belegdaten wird überwiegend die IHK ausgewiesen, ein Angebot nennt die Handwerkskammer. Der Abschluss ist in beiden Fällen ein anerkannter Berufsabschluss. Klären Sie vor der Anmeldung, welche Kammer für Ihr Angebot zuständig ist.
Arbeite ich zwingend im Verkauf mit Provision?
Nein. Der Abschluss deckt das gesamte kaufmännische Feld eines Autohauses ab. Neben dem Fahrzeugverkauf gibt es die Serviceassistenz und Auftragsabwicklung, die Garantie- und Kulanzbearbeitung, den Teile- und Zubehördienst sowie Rechnungswesen und Controlling — Funktionen, die in der Regel ohne absatzabhängige Vergütung besetzt werden. Nutzen Sie die Praxisphase, um mehrere Bereiche kennenzulernen, bevor Sie sich festlegen.
Wie sind die Beschäftigungsaussichten?
Zum Zielberuf sind in den letzten 365 Tagen 4.235 offene Stellen erfasst. Arbeitgeber sind Vertragshändler, freie Betriebe, Nutzfahrzeug- und Landmaschinenhändler, Autovermietungen sowie Leasing- und Fuhrparkgesellschaften — eine Betriebslandschaft, die es in nahezu jeder Region gibt. Die Branche verändert sich durch neue Antriebe und Vertriebsmodelle spürbar, der kaufmännische Bedarf bleibt davon aber bestehen. Eine Übernahmegarantie ergibt sich daraus nicht.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
Zu diesem Zielberuf ist in unserer Auswertung bei keinem Angebot ein Preis hinterlegt — den verbindlichen Preis nennt ausschließlich der Träger. Weil die Maßnahme zu einem anerkannten Berufsabschluss mit Kammerprüfung führt, kommt eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters in Betracht. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt unter anderem von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit und der AZAV-Zulassung ab.