Technik & Ingenieurwesen
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Speicherprogrammierbare Steuerung – Aufbau & IEC 61131-3

Vollständiger Praxiskurs zur speicherprogrammierbaren Steuerung: Normung nach IEC 61131-3, herstellerübergreifende Programmierprinzipien sowie Aufbau, Verdrahtung und Inbetriebnahme eines kompletten Steuerungsschranks.

Auf einen Blick

Dauerje nach AngebotØ am Markt
Formatflexibelflexibel
KostenMeist voll gefördertauf Anfrage / Förderung
Finanzierung über Förderung möglich – mit Bildungsgutschein bis zu 100 % förderbar*
Dieser Kurs bildet für einen offiziellen Engpassberuf aus

Überblick

Wer eine speicherprogrammierbare Steuerung wirklich vollständig beherrschen will, braucht mehr als Programmierkenntnisse in einer bestimmten Software — er oder sie muss auch verstehen, wie eine Steuerung elektrisch aufgebaut, verdrahtet und in Betrieb genommen wird. Dieser Kurs verbindet genau diese beiden Seiten: die internationale Normung nach IEC 61131-3 mit ihren herstellerübergreifenden Programmierprinzipien auf der einen Seite, den praktischen Aufbau, die Verdrahtung und die Inbetriebnahme eines kompletten Steuerungsschranks auf der anderen. Statt sich auf eine einzelne Programmierumgebung zu konzentrieren, vermittelt der Kurs ein herstellerunabhängiges Verständnis, das sich auf unterschiedliche SPS-Systeme übertragen lässt.

Berufliche FachweiterbildungInhaltsstand 13.08.2026

Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen

Die folgenden Angaben stammen aus den diesem Kursprofil zugeordneten Bildungsangeboten. Sie zeigen, was wir erfasst haben — nicht zwingend den gesamten Markt; konkrete Preise und Termine können je Anbieter abweichen.

Anbieter

2

zu diesem Kurs erfasst

Angebote

4

diesem Kursprofil zugeordnete Angebote

Kommende Termine

0

Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht

Regionen

bundesweit

inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden

Abschluss

Trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung

Mögliche Förderwege

Bildungsgutschein

Vermittelte Kompetenzen

  • IEC 61131-3 Programmierung
  • Steuerungsschrank-Aufbau
  • Stromlaufplan-Lesen
  • Normgerechte Verdrahtung
  • Inbetriebnahme SPS-Systeme
  • Herstellerübergreifendes SPS-Wissen
  • Fehlerdiagnose Hardware/Software

Zugeordnete Zielberufe

  • Schaltschrankbauer/in
  • Elektroniker/in für Betriebstechnik
  • SPS-Techniker/in
  • Inbetriebnehmer/in
  • Instandhalter/in Automatisierungstechnik

Datenbasis: 4 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.

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Kursinhalte & Lernziele

Normung und Aufbau der speicherprogrammierbaren Steuerung Der Kurs beginnt mit dem normativen Rahmen, der SPS-Programmierung herstellerübergreifend vergleichbar macht, und mit dem grundsätzlichen Hardwareaufbau, wie er bei nahezu allen gängigen Systemen wiederzufinden ist.

  • IEC 61131-3 als internationale Grundlage der SPS-Programmierung
  • Die genormten Programmiersprachen im Überblick: Kontaktplan, Funktionsbausteinsprache, Anweisungsliste, strukturierter Text und Ablaufsprache
  • Aufbau einer SPS aus Sicht unterschiedlicher Hersteller nach dem Baugruppenprinzip
  • Kompakt- und modulare Steuerungssysteme im Vergleich
  • Zusammenspiel von Netzteil, CPU und Signalbaugruppen
  • Herstellerübergreifende Gemeinsamkeiten und Unterschiede realistisch einordnen

Elektrische Planung und Steuerungsschrank Bevor verdrahtet wird, muss der Steuerungsschrank geplant sein. Dieses Modul vermittelt die elektrotechnischen Grundlagen, die für einen normgerechten und sicheren Aufbau notwendig sind.

  • Lesen und Interpretieren von Stromlaufplänen als Planungsgrundlage
  • Aufbau eines Steuerungsschranks mit Tragschienen, Kabelkanälen und Klemmenleisten
  • Auswahl und Dimensionierung von Sicherungsautomaten und Schützen
  • Not-Halt-Kreise und sicherheitsrelevante Grundverdrahtung
  • Potenzialverteilung und Schutzleiterkonzept im Schaltschrank
  • Kennzeichnung von Leitungen und Klemmen nach gängiger Praxis

Verdrahtung und Inbetriebnahme Nach der Planung folgt die praktische Umsetzung: Die Teilnehmenden verdrahten eine reale SPS-Station und nehmen sie systematisch in Betrieb, bevor überhaupt ein Programm läuft.

  • Verdrahtung der CPU sowie der Ein- und Ausgangsbaugruppen
  • Anschluss von Sensoren und Aktoren an die Signalbaugruppen
  • Isolations- und Funktionsprüfung vor der ersten Inbetriebnahme
  • Erste Signalprüfung ohne Programm als reiner Hardware-Funktionstest
  • Übertragung des Steuerungsprogramms auf die verdrahtete Hardware
  • Systematisches Vorgehen beim ersten Hochfahren einer neu aufgebauten Anlage

Programmierung nach IEC 61131-3 in der Praxis Erst wenn die Hardware zuverlässig funktioniert, ergibt Programmierung Sinn. Dieses Modul überträgt die normierten Sprachen aus Modul 1 in konkrete, lauffähige Programme für den aufgebauten Steuerungsschrank.

  • Verknüpfungslogik in Kontaktplan und Funktionsbausteinsprache erstellen
  • Grundzüge der strukturierten Textsprache für einfache Berechnungen nutzen
  • Ablaufsprache für einfache Schrittketten im Grundprinzip anwenden
  • Symbolische Adressierung trotz herstellerspezifischer Umgebung konsistent halten
  • Fehler zwischen Verdrahtungs- und Programmfehlern gezielt unterscheiden
  • Testabläufe zur Absicherung eines neu verdrahteten Systems durchführen

Praxisblock: Vom Stromlaufplan zur betriebsbereiten Steuerung Der Praxisblock bildet den kompletten Weg vom Plan bis zur fertigen, dokumentierten Anlage ab und ist damit das Herzstück dieses besonders praxisnahen Kurses.

  • Analyse eines vorgegebenen Stromlaufplans für ein Übungssystem
  • Materialbestückung des Steuerungsschranks nach Planvorgabe
  • Montage von Tragschiene, Klemmenleisten und Kabelkanälen
  • Verdrahtung von Spannungsversorgung und Schutzorganen
  • Verdrahtung der SPS-CPU sowie der Ein- und Ausgangsbaugruppen
  • Anschluss von Übungssensoren wie Tastern und Schaltern sowie Aktoren wie Lampen oder Motor-Attrappen
  • Durchführung einer Isolationsprüfung vor der Erstinbetriebnahme
  • Funktionstest der Verdrahtung ohne Steuerungsprogramm
  • Aufspielen eines einfachen Testprogramms zur Verdrahtungskontrolle
  • Programmierung einer kleinen Beispielsteuerung nach IEC 61131-3
  • Fehlersuche bei einer bewusst eingebauten Verdrahtungsstörung
  • Erstellung der Übergabedokumentation inklusive Klemmen- und Stromlaufplan

Diese Kombination aus Elektroplanung, realer Verdrahtung und Programmierung unterscheidet den Kurs deutlich von reinen Programmierkursen, in denen die Hardware bereits fertig aufgebaut vorliegt. Wer den gesamten Weg vom leeren Schaltschrank bis zur betriebsbereiten, programmierten Steuerung einmal selbst gegangen ist, versteht Fehlerbilder in der Praxis grundlegend anders — nämlich als Zusammenspiel von Elektrik und Software statt als isoliertes Programmierproblem. Der Kurs schließt mit einer Gegenüberstellung typischer Inbetriebnahmefehler, die in der Praxis häufig fälschlich der Software zugeschrieben werden, obwohl ihre Ursache in der Verdrahtung liegt — ein Verständnis, das im späteren Berufsalltag viel Suchzeit sparen kann.

Lernziele:

Die Teilnehmenden erwerben ein vollständiges Bild der speicherprogrammierbaren Steuerung von der Normung über die Hardware bis zur Programmierung und können am Ende einen kompletten Steuerungsschrank aufbauen, verdrahten und in Betrieb nehmen.

  • Internationale Normung nach IEC 61131-3 und ihre fünf Programmiersprachen einordnen
  • Aufbau eines vollständigen Steuerungsschranks mit SPS, Schutzorganen und Klemmen planen
  • Stromlaufpläne lesen und in eine reale Verdrahtung umsetzen
  • Sicherheitsrelevante Schaltgeräte wie Not-Halt-Kreise, Schütze und Sicherungsautomaten korrekt einbinden
  • Eine SPS-CPU sowie Ein- und Ausgangsbaugruppen normgerecht verdrahten
  • Programmiersprachen nach IEC 61131-3 im Überblick anwenden
  • Herstellerübergreifende Programmierprinzipien erkennen und auf unterschiedliche Systeme übertragen
  • Klemmenpläne und Leitungskennzeichnung normgerecht erstellen
  • Ein Steuerungsprogramm auf die verdrahtete Hardware übertragen und testen
  • Fehler an der Verdrahtung von reinen Programmfehlern systematisch unterscheiden
  • Prüf- und Inbetriebnahmeschritte für einen kompletten Steuerungsschrank durchführen
  • Verdrahtung, Klemmenplan und Programm normgerecht dokumentieren

Zielgruppe & Voraussetzungen

Der Kurs richtet sich an technische Fachkräfte, die eine speicherprogrammierbare Steuerung nicht nur programmieren, sondern auch elektrisch aufbauen und in Betrieb nehmen können möchten — also die vollständige Handlungskompetenz von der Planung bis zur betriebsbereiten Anlage.

  • Elektroniker:innen und Elektriker:innen, die ihr Schaltschrank- und SPS-Wissen kombinieren möchten
  • Schaltschrankbauer:innen, die zusätzlich die Programmierseite verstehen wollen
  • Quereinsteiger:innen mit elektrotechnischer Vorbildung und Interesse an Automatisierung
  • Instandhalter:innen, die sowohl Verdrahtungs- als auch Programmfehler eigenständig eingrenzen sollen
  • Techniker:innen, die herstellerunabhängiges, normbasiertes SPS-Wissen für unterschiedliche Anlagentypen benötigen
Voraussetzungen:

Da der Kurs reale Verdrahtungsarbeiten an einer SPS-Station umfasst, wird ein elektrotechnisches Grundverständnis vorausgesetzt, wie es typischerweise aus einer Ausbildung im Elektro-, Mechatronik- oder verwandten Metallberuf oder aus vergleichbarer Berufspraxis vorliegt. Kenntnisse zu Stromkreisen, Schutzmaßnahmen und dem Lesen einfacher Schaltpläne werden als Basis benötigt. SPS-Programmierkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da die Programmierung nach IEC 61131-3 im Kurs von Grund auf eingeführt wird.

Ablauf & Abschluss

Der überwiegende Teil der Kurszeit findet direkt am realen Steuerungsschrank statt: Planen, Verdrahten, Prüfen und Programmieren wechseln sich in der tatsächlichen Reihenfolge einer echten Inbetriebnahme ab. Theoretische Normeninhalte werden kompakt vermittelt und unmittelbar in die praktische Arbeit am Übungsschrank überführt. Dieser hohe Praxisanteil unterscheidet den Kurs von reinen Software-Schulungen und vermittelt ein Verständnis, das sich direkt auf reale Inbetriebnahmesituationen übertragen lässt.

Elektrotechnische Praxisarbeit und Programmierinhalte gemeinsam abzudecken braucht Zeit, weshalb der Kurs als umfangreiche, mehrtägige Weiterbildung angelegt ist. Einige Anbieter führen ihn als zusammenhängenden Praxisblock durch, andere staffeln ihn in aufeinander aufbauende Module — Umfang und Termine hängen vom jeweils gewählten Bildungsträger ab.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die erworbene Kompetenz in Aufbau, Verdrahtung, Inbetriebnahme und Programmierung speicherprogrammierbarer Steuerungen. Eine staatliche oder herstellerseitige Prüfung ist mit diesem Kurs nicht verbunden. Das Zertifikat dokumentiert eine seltene Kombination aus elektrotechnischer und programmiertechnischer Handlungskompetenz.

Nutzen & Perspektiven

In vielen Betrieben sind Verdrahtungs- und Programmierkompetenz auf unterschiedliche Personen verteilt — mit der Folge, dass bei jeder Störung zunächst geklärt werden muss, wer zuständig ist, bevor überhaupt mit der Fehlersuche begonnen wird. Wer beide Seiten beherrscht, kann Störungen eigenständig von der Ursache bis zur Behebung durchgehend bearbeiten und ist dadurch deutlich vielseitiger einsetzbar. Die konsequente Ausrichtung an der internationalen Norm IEC 61131-3 sorgt zudem dafür, dass die erworbenen Programmierprinzipien nicht an eine einzelne Softwareumgebung gebunden sind, sondern sich auf unterschiedliche Steuerungssysteme verschiedener Hersteller übertragen lassen. Das erweitert die Einsetzbarkeit über einzelne Anlagen oder Kundenprojekte hinaus. Für Betriebe im Schaltanlagen- und Sondermaschinenbau, in der Instandhaltung oder im Systemintegrationsumfeld ist diese Kombination aus Hardware- und Softwarekompetenz besonders wertvoll, da hier häufig kleine Teams komplette Projekte von der Planung bis zur Inbetriebnahme eigenständig verantworten müssen.

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Arbeitsmarkt-Report

Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.

Einstieg (0-2 J.):38.000–46.000 €
Mittel (3-7 J.):50.000–65.000 €
Senior (8+ J.):68.000–88.000 €

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52.000+ bundesweit
Quellen: BA-Engpassanalyse, Statistisches Bundesamt, StepStone Gehaltsreport.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worin unterscheidet sich dieser Kurs von einem reinen SPS-Programmierkurs?

Dieser Kurs behandelt zusätzlich zur Programmierung den vollständigen elektrotechnischen Aufbau: Planung, Verdrahtung und Inbetriebnahme eines kompletten Steuerungsschranks. Reine Programmierkurse setzen meist an bereits fertig verdrahteter Hardware an.

Was bedeutet IEC 61131-3 und warum ist die Norm wichtig?

IEC 61131-3 ist die internationale Norm, die die Programmiersprachen speicherprogrammierbarer Steuerungen herstellerübergreifend festlegt. Wer nach dieser Norm programmieren gelernt hat, kann die Prinzipien leichter auf unterschiedliche SPS-Systeme verschiedener Hersteller übertragen.

Muss ich bereits verdrahten können?

Ein elektrotechnisches Grundverständnis aus Ausbildung oder Berufspraxis wird vorausgesetzt. Die konkrete Verdrahtung eines Steuerungsschranks wird im Kurs Schritt für Schritt vermittelt und geübt.

Arbeite ich an einer realen Steuerung oder nur am Simulator?

Der Kurs ist bewusst praxisnah angelegt: Ein Großteil der Zeit findet an einer real zu verdrahtenden SPS-Station statt, von der Materialbestückung über die Verdrahtung bis zur Inbetriebnahme und Programmierung.

Welchen Abschluss erhalte ich?

Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die erworbene Kompetenz in Aufbau, Verdrahtung, Inbetriebnahme und Programmierung speicherprogrammierbarer Steuerungen.