Technik & Ingenieurwesen
automatisierung sps

SPS-Spezialkurs Bus-Systeme – Profibus & PROFINET

Spezialkurs zu industriellen Bussystemen: Profibus, PROFINET, AS-Interface und Modbus im Vergleich sowie Netzwerktopologie, Gerätediagnose und systematische Fehlersuche bei Kommunikationsstörungen.

Auf einen Blick

Dauerje nach AngebotØ am Markt
Formatflexibelflexibel
KostenMeist voll gefördertauf Anfrage / Förderung
Finanzierung über Förderung möglich – mit Bildungsgutschein bis zu 100 % förderbar*
Dieser Kurs bildet für einen offiziellen Engpassberuf aus

Überblick

Ein Großteil der Störungen an automatisierten Anlagen liegt nicht im SPS-Programm selbst, sondern in der Kommunikation zwischen Steuerung und Feldgeräten. Dieser Spezialkurs konzentriert sich ausschließlich auf diese Kommunikationsebene: Profibus DP und AS-Interface als klassische Feldbussysteme, PROFINET als heutiger Ethernet-basierter Standard sowie Modbus als herstellerübergreifendes Referenzprotokoll. Im Zentrum stehen Netzwerktopologie, Gerätediagnose und die systematische Eingrenzung von Kommunikationsstörungen — ein Thema, das in vielen SPS-Grundlagenkursen nur am Rande vorkommt, in der Praxis aber einen großen Teil der tatsächlichen Störungsursachen ausmacht.

Berufliche FachweiterbildungInhaltsstand 13.08.2026

Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen

Die folgenden Angaben stammen aus den diesem Kursprofil zugeordneten Bildungsangeboten. Sie zeigen, was wir erfasst haben — nicht zwingend den gesamten Markt; konkrete Preise und Termine können je Anbieter abweichen.

Anbieter

2

zu diesem Kurs erfasst

Angebote

3

diesem Kursprofil zugeordnete Angebote

Kommende Termine

0

Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht

Regionen

bundesweit

inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden

Abschluss

Trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung

Mögliche Förderwege

Bildungsgutschein

Vermittelte Kompetenzen

  • Profibus DP
  • PROFINET-Konfiguration
  • AS-Interface
  • Modbus-Grundlagen
  • Netzwerktopologie-Planung
  • Medienredundanz (MRP)
  • Kommunikationsdiagnose
  • Gerätestammdaten-Projektierung

Zugeordnete Zielberufe

  • SPS-Programmierer/in (Netzwerktechnik)
  • Instandhalter/in Automatisierungstechnik
  • Inbetriebnehmer/in
  • Netzwerktechniker/in Industrie
  • Automatisierungstechniker/in

Datenbasis: 3 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.

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Kursinhalte & Lernziele

Grundlagen industrieller Kommunikation Bevor einzelne Bussysteme im Detail behandelt werden, schafft dieses Modul das gemeinsame Grundverständnis dafür, warum und wie Steuerungen heute über Netzwerke statt über Einzelverdrahtung kommunizieren.

  • Warum Feldbusse und Netzwerke die klassische Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung weitgehend abgelöst haben
  • Unterschied zwischen klassischer Feldbus- und heutiger Ethernet-basierter Kommunikation
  • Grundprinzip des Schichtenmodells als Orientierungsrahmen für Netzwerkkommunikation
  • Master-Slave- und Provider-Consumer-Prinzipien im Vergleich
  • Echtzeitanforderungen unterschiedlicher Anlagentypen realistisch einordnen
  • Überblick über die am Markt verbreiteten industriellen Bussysteme

Profibus DP und AS-Interface Auch wenn Ethernet-basierte Systeme zunehmend dominieren, sind Profibus und AS-Interface in vielen Bestandsanlagen weiterhin im Einsatz. Dieses Modul vermittelt die notwendigen Kenntnisse für Betrieb, Erweiterung und Migration.

  • Aufbau und Funktionsprinzip von Profibus DP im Detail
  • Busabschluss, Verkabelung und Teilnehmeradressierung bei Profibus
  • Zyklische und azyklische Kommunikation im Grundprinzip unterscheiden
  • AS-Interface als einfaches Bussystem für die Sensor- und Aktorebene
  • Typische Einsatzgebiete und Grenzen von Profibus und AS-Interface
  • Migration bestehender Profibus-Strukturen in Richtung Ethernet-basierter Systeme

PROFINET und industrielle Ethernet-Kommunikation PROFINET bildet heute das Rückgrat vieler moderner Anlagen. Dieses Modul behandelt Architektur, Topologieplanung und die praktische Projektierung ausführlich.

  • Architektur und Funktionsprinzip von PROFINET im Überblick
  • Unterschied zwischen Echtzeit- und isochroner Echtzeitkommunikation im Grundprinzip
  • Netzwerktopologien wie Linie, Stern und Ring und ihre jeweiligen Einsatzgebiete
  • Einbindung von Gerätestammdateien zur Projektierung der Feldgeräte
  • Medienredundanzprotokoll für ausfallsichere Ringtopologien
  • Abgrenzung zu Modbus TCP als herstellerübergreifendem Referenzprotokoll

Diagnose und Fehlersuche in Bussystemen Das letzte Modul widmet sich dem eigentlichen Kern des Kurses: der systematischen Eingrenzung von Kommunikationsstörungen, die in der Praxis oft mehr Zeit kosten als die Fehlersuche im Programm selbst.

  • Diagnosewerkzeuge zur Topologie- und Kommunikationsüberwachung gezielt einsetzen
  • Typische Fehlerbilder bei Verkabelung, Steckverbindern und Busabschluss erkennen
  • Systematisches Vorgehen bei Kommunikationsausfällen einzelner Teilnehmer
  • Auswertung von Diagnosemeldungen und Fehlercodes
  • Vorgehen bei sporadischen, schwer reproduzierbaren Kommunikationsstörungen
  • Dokumentation von Netzwerktopologie und Adressvergabe für die Instandhaltung

Praxisblock: Aufbau, Parametrierung und Diagnose eines Bussystems Der Praxisblock führt alle vorangegangenen Module an einem realen Übungsnetzwerk zusammen — von der ersten Topologieplanung bis zur Fehlersuche bei einer eingebauten Störung.

  • Planung einer Netzwerktopologie für ein vorgegebenes Übungsszenario
  • Verkabelung eines PROFINET-Netzwerks mit mehreren Teilnehmern
  • Einbindung von Feldgeräten über Gerätestammdateien
  • Adress- und Namensvergabe für die Netzwerkteilnehmer
  • Konfiguration einer Ringtopologie mit Medienredundanz
  • Einrichtung eines Profibus-Segments als ergänzendes Übungsszenario
  • Anbindung einfacher Sensor- und Aktorkomponenten über AS-Interface
  • Durchführung einer Topologiediagnose im laufenden Testbetrieb
  • Simulation einer unterbrochenen Verbindung und deren systematische Eingrenzung
  • Analyse von Diagnosemeldungen bei einer bewusst eingebauten Störung
  • Behebung der simulierten Störung und erneuter Funktionstest
  • Dokumentation der aufgebauten Netzwerktopologie und Adressierung

Der Praxisblock ist bewusst diagnoselastig aufgebaut: Statt nur funktionierende Netzwerke zu konfigurieren, arbeiten die Teilnehmenden wiederholt mit gezielt eingebauten Störungen — denn genau diese Fähigkeit, eine Kommunikationsstörung unter Zeitdruck einzugrenzen, unterscheidet in der Praxis erfahrene von unerfahrenen Fachkräften. Der Kurs schließt mit einer Übersicht typischer Migrationsszenarien, etwa wenn eine bestehende Profibus-Anlage schrittweise auf PROFINET umgestellt wird, und ordnet ein, welche Herausforderungen dabei realistischerweise zu erwarten sind.

Lernziele:

Die Teilnehmenden verstehen nach diesem Kurs die gängigen industriellen Bussysteme im Detail und können Kommunikationsnetzwerke selbstständig planen, in Betrieb nehmen und im Fehlerfall systematisch diagnostizieren.

  • Grundprinzipien der Feldbus- und Netzwerkkommunikation zwischen SPS und Peripherie einordnen
  • Profibus DP als klassisches Feldbussystem in Aufbau und Funktion verstehen
  • PROFINET als heutigen Ethernet-basierten Kommunikationsstandard konfigurieren
  • AS-Interface für die einfache Sensor- und Aktoranbindung auf Feldebene einordnen
  • Modbus als herstellerübergreifendes Referenzprotokoll einordnen und abgrenzen
  • Netzwerktopologien wie Linie, Stern und Ring für unterschiedliche Anlagenanforderungen auswählen
  • Gerätestammdateien einbinden und Feldgeräte korrekt projektieren
  • Diagnosewerkzeuge zur Topologie- und Kommunikationsdiagnose gezielt nutzen
  • Medienredundanz für ausfallsichere Netzwerke im Grundprinzip verstehen
  • Typische Kommunikationsstörungen systematisch eingrenzen und beheben
  • Adressvergabe und Netzwerkparametrierung für Feldgeräte korrekt durchführen
  • Ein vollständiges Bussystem von der Planung bis zur Diagnose eigenständig aufbauen und testen

Zielgruppe & Voraussetzungen

Der Kurs richtet sich an SPS- und Automatisierungsfachkräfte, die ihre Kompetenz gezielt um die Kommunikationsebene zwischen Steuerung und Feldgeräten erweitern möchten. Er setzt SPS-Grundkenntnisse voraus und ist kein Einstiegskurs in die Steuerungstechnik.

  • SPS-Programmierer:innen, die Netzwerkstrukturen künftig selbst projektieren möchten
  • Instandhalter:innen, die Kommunikationsstörungen häufig als erste Anlaufstelle eingrenzen müssen
  • Inbetriebnehmer:innen, die Bussysteme bei der Erstinbetriebnahme korrekt parametrieren
  • Automatisierungstechniker:innen, die von Profibus- auf PROFINET-Strukturen migrieren
  • IT-nahe Fachkräfte, die den Feldbus- und Netzwerkanteil industrieller Kommunikation vertiefen möchten
Voraussetzungen:

Vorausgesetzt werden praktische SPS-Grundkenntnisse, insbesondere ein Verständnis dafür, wie eine Steuerung mit Ein- und Ausgängen sowie Peripheriegeräten zusammenarbeitet. Grundlegendes Verständnis von Netzwerktechnik, etwa zu IP-Adressierung, ist hilfreich, wird im Kurs jedoch anwendungsbezogen eingeordnet. Der Kurs behandelt keine SPS-Grundlagen wie Hardwarekonfiguration oder klassische Verknüpfungssteuerung und baut auf entsprechendem Vorwissen auf.

Ablauf & Abschluss

Der Kurs kombiniert kompakte Einführungen zu den jeweiligen Bussystemen mit unmittelbarer praktischer Arbeit an einem realen Übungsnetzwerk. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf gezielt eingebauten Störungsszenarien, die im Team systematisch eingegrenzt werden müssen — eine Methode, die der realen Fehlersuche im Betrieb deutlich näherkommt als reine Konfigurationsübungen. Referenzunterlagen zu Diagnosemeldungen und typischen Fehlerbildern stehen begleitend zur Verfügung.

Da sich alles um Kommunikations- und Diagnosethemen dreht, fällt dieser spezialisierte Aufbaukurs kompakter aus als ein umfassender SPS-Grundlagenkurs. Er wird am Markt sowohl als mehrtägiger Workshop als auch in einzelnen, getrennten Modulen angeboten — Zeitumfang und Termine unterscheiden sich entsprechend je nach Bildungsträger.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die erworbenen Kenntnisse in Planung, Inbetriebnahme und Diagnose industrieller Bussysteme. Eine herstellerseitige oder staatliche Prüfung ist mit diesem Spezialkurs nicht verbunden. Das Zertifikat dokumentiert eine praxisnahe Zusatzqualifikation, die über allgemeine SPS-Kenntnisse hinausgeht.

Nutzen & Perspektiven

In der betrieblichen Praxis werden Kommunikationsstörungen häufig zunächst fälschlich als Programmfehler behandelt, weil vielen SPS-Fachkräften das notwendige Diagnosewissen für die Bus- und Netzwerkebene fehlt. Wer Profibus, PROFINET, AS-Interface und Modbus im Zusammenspiel versteht, kann solche Störungen deutlich schneller der richtigen Ursache zuordnen und spart damit wertvolle Stillstandzeit. Die im Kurs vermittelte Diagnosekompetenz ist zudem eine der am Arbeitsmarkt gezielt gesuchten Zusatzqualifikationen, da sie selten in Standard-SPS-Kursen in dieser Tiefe vermittelt wird. Wer sowohl Feldbus- als auch moderne PROFINET-Strukturen sicher beherrscht, deckt zudem den in vielen Betrieben aktuell laufenden Migrationsprozess von klassischen Feldbussen zu Ethernet-basierten Systemen fachlich ab. Für Instandhaltungsabteilungen und Inbetriebnahmeteams ist diese Spezialisierung besonders wertvoll, weil Kommunikationsstörungen oft anlagenübergreifend auftreten und ihre schnelle Eingrenzung direkten Einfluss auf die Produktionsverfügbarkeit hat.

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Arbeitsmarkt-Report

Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.

Einstieg (0-2 J.):38.000–46.000 €
Mittel (3-7 J.):50.000–65.000 €
Senior (8+ J.):68.000–88.000 €

Offene Stellen

52.000+ bundesweit
Quellen: BA-Engpassanalyse, Statistisches Bundesamt, StepStone Gehaltsreport.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Brauche ich SPS-Vorkenntnisse für diesen Kurs?

Ja, praktische SPS-Grundkenntnisse werden vorausgesetzt. Der Kurs ist ein Spezialkurs zur Kommunikationsebene zwischen Steuerung und Feldgeräten und behandelt keine SPS-Grundlagen wie Hardwarekonfiguration oder klassische Verknüpfungssteuerung.

Werden sowohl klassische Feldbusse als auch PROFINET behandelt?

Ja, der Kurs behandelt Profibus DP und AS-Interface als klassische Feldbussysteme ebenso wie PROFINET als heutigen Ethernet-basierten Standard, inklusive Migrationsaspekten zwischen beiden Welten.

Liegt der Schwerpunkt auf Konfiguration oder auf Fehlersuche?

Beides: Der Kurs vermittelt zunächst die Planung und Konfiguration der Netzwerke, der Praxisblock legt jedoch einen deutlichen Schwerpunkt auf die systematische Diagnose und Eingrenzung gezielt eingebauter Kommunikationsstörungen.

Wird auch Modbus behandelt, obwohl es kein Siemens-Standard ist?

Ja, Modbus wird als herstellerübergreifendes Referenzprotokoll eingeordnet und den anderen behandelten Bussystemen gegenübergestellt, um ein realistisches Bild der am Markt verbreiteten Kommunikationsstandards zu vermitteln.

Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?

Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die erworbenen Kenntnisse in Planung, Inbetriebnahme und Diagnose industrieller Bussysteme.