SPS Engineering – Projektierung von Steuerungen – Kurs
Projektierungsorientierter SPS-Kurs: von Lastenheft und Hardwareauswahl über die strukturierte Programmerstellung bis zur Inbetriebnahme- und Übergabedokumentation eines kompletten Automatisierungsprojekts.
Auf einen Blick
Überblick
SPS-Programmierung ist nur ein Baustein eines Automatisierungsprojekts — davor stehen Anforderungsklärung und Hardwareauswahl, danach Inbetriebnahme, Abnahme und Übergabe. Dieser Kurs behandelt genau diesen gesamten Engineering-Prozess: von der Anlagenbeschreibung über Lasten- und Pflichtenheft, die Dimensionierung der Steuerungshardware und die strukturierte Programmerstellung bis zur vollständigen Projektdokumentation bei der Übergabe. Statt einzelne Programmiersprachen zu vertiefen, vermittelt der Kurs den roten Faden, der ein SPS-Projekt von der ersten Kundenanfrage bis zur betriebsbereiten, dokumentierten Anlage trägt.
Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen
Die folgenden Angaben stammen aus den diesem Kursprofil zugeordneten Bildungsangeboten. Sie zeigen, was wir erfasst haben — nicht zwingend den gesamten Markt; konkrete Preise und Termine können je Anbieter abweichen.
2
zu diesem Kurs erfasst
4
diesem Kursprofil zugeordnete Angebote
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Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht
bundesweit
inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden
Abschluss
Trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung
Mögliche Förderwege
Bildungsgutschein
Vermittelte Kompetenzen
- Lasten-/Pflichtenheft erstellen
- Hardwaredimensionierung SPS
- Projektdokumentation
- Modularer Programmentwurf
- Inbetriebnahmeplanung
- Abnahme- und Übergabeprozesse
- Schnittstellenkoordination Engineering
Zugeordnete Zielberufe
- Projektierer/in Automatisierungstechnik
- SPS-Engineering-Fachkraft
- Automatisierungsingenieur/in
- Inbetriebnehmer/in
- Selbstständige/r Automatisierungstechniker/in
Datenbasis: 4 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.
Kein Anbieter kann sich bei uns eine Platzierung oder Empfehlung kaufen.
Kursinhalte & Lernziele
Vom Anlagenbedarf zum Lastenheft Jedes Engineering-Projekt beginnt mit einer oft noch unscharfen Anforderung. Dieses Modul vermittelt, wie daraus ein belastbares Lastenheft entsteht, auf dem die weitere Projektarbeit sicher aufbauen kann.
- Analyse einer Anlagenbeschreibung oder Kundenanfrage als Ausgangspunkt
- Abgrenzung zwischen Lastenheft und Pflichtenheft im Projektablauf
- Funktionale Anforderungen an eine Steuerung strukturiert erfassen
- Schnittstellenanforderungen zu Mechanik, Elektrik und übergeordneten Systemen klären
- Groben Kosten- und Zeitrahmen für ein Engineering-Projekt einschätzen
- Typische Stolperfallen bei unklaren oder unvollständigen Anforderungen erkennen
Hardwareauswahl und Projektierung Aus den Anforderungen des Lastenhefts folgt die konkrete Auswahl der Steuerungshardware. Dieses Modul zeigt, nach welchen Kriterien diese Auswahl in der Praxis erfolgt.
- Auswahlkriterien für CPU-Leistungsklassen je nach Umfang der Aufgabenstellung
- Dimensionierung von Signalbaugruppen anhand der benötigten Ein- und Ausgangsanzahl
- Auswahl geeigneter Kommunikationsmodule für die Anlagenvernetzung
- Grundprinzipien elektrotechnischer Planung mit gängiger E-CAD-Software wie EPLAN
- Abstimmung der Hardwareauswahl mit Schaltschrankbau und Elektroplanung
- Dokumentation der gewählten Hardwarekonfiguration im Projektierungswerkzeug
Programmerstellung im Projektkontext Programmierung wird hier nicht als isolierte Fertigkeit behandelt, sondern als Ableitung aus dem Pflichtenheft mit Blick auf spätere Wartbarkeit und Zusammenarbeit im Projektteam.
- Ableitung einer Programmstruktur direkt aus dem erstellten Pflichtenheft
- Modularer Programmaufbau im Hinblick auf spätere Wartbarkeit und Erweiterung
- Abstimmung von Programmierung und Elektroplanung anhand gemeinsamer Signal- und Klemmenlisten
- Testkonzepte für einzelne Programmmodule vor deren Zusammenführung
- Nachvollziehbare Versionsstände und Änderungsdokumentation während der Programmierphase
- Vorbereitung des Programms auf die spätere Inbetriebnahme vor Ort
Inbetriebnahme, Abnahme und Übergabe Ein Projekt endet nicht mit der letzten Programmzeile, sondern erst mit der dokumentierten Übergabe an den Betrieb. Dieses Modul begleitet genau diese Schlussphase.
- Planung der Inbetriebnahme in nachvollziehbaren, geordneten Schritten
- Gemeinsame Festlegung von Prüf- und Abnahmekriterien mit dem Auftraggeber
- Umgang mit Änderungen und Nacharbeiten während der Inbetriebnahme
- Erstellung einer vollständigen Projektdokumentation für die Übergabe
- Vorbereitung von Schulungsunterlagen für das Bedienpersonal der fertigen Anlage
- Formale Abnahme und geordnete Übergabe des Projekts an den Betrieb
Praxisblock: Engineering-Projekt von der Anfrage bis zur Übergabe Der Praxisblock begleitet ein durchgängiges Übungsprojekt vollständig durch alle Projektphasen — von der ersten Anlagenbeschreibung bis zum fertigen Übergabepaket.
- Auswertung einer vorgegebenen Anlagenbeschreibung als Übungsszenario
- Erstellung eines Lastenhefts aus der gegebenen Anlagenbeschreibung
- Ableitung eines Pflichtenhefts mit konkreter Lösungsskizze
- Dimensionierung der benötigten Hardware für das Übungsprojekt
- Entwurf einer modularen Programmstruktur passend zum Pflichtenheft
- Programmierung ausgewählter Teilmodule der Übungsaufgabe
- Erstellung einer Signal- und Klemmenliste für das Projekt
- Abstimmung eines einfachen Inbetriebnahmeplans für das Übungsszenario
- Durchführung eines Testlaufs mit begleitendem Prüfprotokoll
- Bearbeitung einer simulierten Änderungsanforderung während der Projektlaufzeit
- Zusammenstellung der vollständigen Projektdokumentation
- Präsentation des fertigen Übergabepakets im Teilnehmerkreis
Der rote Faden dieses Praxisblocks ist bewusst ein einziges, durchgängiges Projekt und keine Sammlung isolierter Übungen — denn genau das Zusammenspiel aus Anforderung, Hardwareentscheidung, Programmierung und Dokumentation ist es, was reale Engineering-Projekte anspruchsvoll macht. Der Kurs schließt mit einer Reflexion typischer Projektrisiken, etwa unklarer Anforderungen, unterschätzter Hardware oder fehlender Dokumentation, und zeigt, wie sich solche Risiken durch strukturiertes Vorgehen von Anfang an reduzieren lassen.
Lernziele:
Die Teilnehmenden verstehen nach diesem Kurs den vollständigen Ablauf eines SPS-Engineering-Projekts und können ein solches Projekt von der Anforderungsklärung bis zur Übergabe strukturiert begleiten.
- Ablauf eines SPS-Engineering-Projekts von der Anfrage bis zur Übergabe überblicken
- Aus einer Anlagenbeschreibung ein technisches Lastenheft ableiten
- Ein Pflichtenheft für die konkrete Steuerungslösung erstellen
- Hardware wie CPU, Signalbaugruppen und Spannungsversorgung für eine Aufgabenstellung dimensionieren
- Kosten- und Zeitrahmen für ein SPS-Engineering-Projekt grob einordnen
- Schnittstellen zu Elektroplanung, Mechanik und Antriebstechnik koordinieren
- Ein SPS-Programm strukturiert aus der Aufgabenstellung ableiten
- Projektdokumentation nach gängigen Engineering-Standards erstellen
- Prüf- und Abnahmekriterien für ein Automatisierungsprojekt festlegen
- Eine Inbetriebnahme in nachvollziehbaren, geordneten Schritten planen
- Änderungen im laufenden Projekt strukturiert nachverfolgen
- Ein vollständiges Übergabepaket aus Dokumentation, Programm und Prüfprotokollen zusammenstellen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die nicht nur programmieren, sondern SPS-Projekte als Ganzes verantworten oder begleiten möchten — von der ersten Anforderungsklärung bis zur Übergabe an den Betrieb.
- SPS-Programmierer:innen, die in Richtung Projektverantwortung wachsen möchten
- Angehende Projektierer:innen im Automatisierungs- und Anlagenbau
- Techniker:innen und Ingenieur:innen, die Kundenprojekte planen und begleiten
- Selbstständige und freiberufliche Automatisierungstechniker:innen mit eigener Projektverantwortung
- Mitarbeitende in der Angebotserstellung, die technische Projekte realistisch einschätzen müssen
Grundkenntnisse der SPS-Programmierung werden vorausgesetzt, da der Kurs die Programmerstellung im Projektkontext behandelt, nicht aber von Grund auf einführt. Ein technisches oder elektrotechnisches Grundverständnis ist hilfreich, um Hardwareentscheidungen und elektrotechnische Planungsaspekte nachvollziehen zu können. Interesse an Planung, Dokumentation und Projektabläufen rundet das Anforderungsprofil ab; ausgeprägte Projektmanagement-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs orientiert sich konsequent am Ablauf eines realen Engineering-Projekts: Jedes Modul entspricht einer Projektphase, und das durchgängige Übungsprojekt wird von Modul zu Modul weitergeführt. Kurze fachliche Einführungen zu Lastenheft, Hardwareauswahl oder Dokumentationsstandards münden jeweils unmittelbar in die eigene Bearbeitung des Übungsprojekts. Dieser Aufbau vermittelt ein realistisches Bild davon, wie sich einzelne Entscheidungen — etwa bei der Hardwareauswahl — später auf Programmierung und Inbetriebnahme auswirken.
Weil der gesamte Projektablauf von der Anforderung bis zur Übergabe abgebildet wird, braucht der Kurs entsprechend Raum und ist als mehrtägige Weiterbildung mit durchgehendem Projektbezug angelegt. Ob dieser Bezug in einem einzigen zusammenhängenden Block oder über mehrere Termine hinweg hergestellt wird, regelt jeder Bildungsträger unterschiedlich — Details liefert das jeweilige Kursangebot.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die erworbenen Kompetenzen im SPS-Engineering von der Anforderungsklärung bis zur Projektübergabe. Der Kurs führt zu keiner externen Prüfung oder Zertifizierung durch Dritte. Das im Kurs erarbeitete Übergabepaket kann als Arbeitsprobe für die eigene berufliche Weiterentwicklung dienen.
Nutzen & Perspektiven
Viele SPS-Fachkräfte beherrschen die Programmierung, tun sich aber schwer, ein Projekt eigenständig von der ersten Anforderung bis zur Übergabe zu führen — genau diese Lücke schließt dieser Kurs. Wer versteht, wie Lastenheft, Hardwareauswahl und Dokumentation zusammenhängen, kann Projekte realistischer einschätzen und souveräner mit Kunden oder internen Auftraggebern kommunizieren. Für Betriebe ist diese Kompetenz besonders wertvoll, weil sie Abhängigkeiten von externer Projektleitung reduziert: Fachkräfte, die Anforderungen selbst strukturieren, Hardware realistisch dimensionieren und eine saubere Übergabedokumentation erstellen, können Projekte deutlich eigenständiger verantworten als reine Programmiererinnen und Programmierer. Langfristig eröffnet dieser Kurs damit einen Weg von der reinen Programmiertätigkeit hin zu Rollen mit Projekt- oder Angebotsverantwortung im Automatisierungsumfeld — ob als interne Projektierungsfachkraft, als Ansprechperson für Kundenprojekte oder als selbstständige Automatisierungstechnikerin bzw. selbstständiger Automatisierungstechniker.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist dieser Kurs ein Programmierkurs?
Nicht im klassischen Sinn. Programmierung ist ein Teil des Kurses, im Mittelpunkt steht jedoch der gesamte Engineering-Prozess eines SPS-Projekts von der Anforderungsklärung über die Hardwareauswahl bis zur Übergabe. SPS-Grundkenntnisse werden vorausgesetzt.
Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?
Das Lastenheft beschreibt, was der Auftraggeber fordert — also die Anforderungen an die Anlage. Das Pflichtenheft beschreibt, wie diese Anforderungen konkret technisch umgesetzt werden. Der Kurs vermittelt, wie beide Dokumente in der Praxis entstehen und aufeinander aufbauen.
Brauche ich Erfahrung in der Projektleitung?
Nein, ausgeprägte Projektmanagement-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Der Kurs vermittelt die relevanten Projektierungs- und Dokumentationskompetenzen anhand eines durchgängigen Übungsprojekts von Grund auf.
Wird auch die Hardwareauswahl behandelt?
Ja, ein eigenes Modul widmet sich der Dimensionierung von CPU, Signalbaugruppen und Kommunikationsmodulen anhand der Anforderungen aus dem Lastenheft, einschließlich der Abstimmung mit Elektroplanung und Schaltschrankbau.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die erworbenen Kompetenzen im SPS-Engineering von der Anforderungsklärung bis zur Projektübergabe.