SPS Spezialist – Aufbaukurs Bausteinarchitektur
Aufbaukurs für erfahrene SPS-Programmierer:innen: professionelle Bausteinarchitektur, wiederverwendbare Bibliotheken, erweiterte Diagnose und Optimierung bestehender STEP-7- bzw. TIA-Projekte.
Auf einen Blick
Überblick
Wer bereits SPS-Programme schreibt, stößt früher oder später an die Grenzen einfacher Verknüpfungslogik: gewachsene Programme werden unübersichtlich, Änderungen riskant, Fehler schwer lokalisierbar. Dieser Aufbaukurs setzt genau dort an und wendet sich an Personen mit vorhandener SPS-Praxis, die den Sprung von funktionierendem zu professionell strukturiertem, wartbarem Code machen wollen. Im Zentrum stehen Bausteinarchitektur, wiederverwendbare Bibliotheken, erweiterte Datenstrukturen sowie Diagnose- und Optimierungstechniken für bestehende Projekte — kein Einstieg in die SPS-Grundlagen, sondern gezielte Vertiefung für den fortgeschrittenen Praxisalltag.
Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen
Die folgenden Angaben stammen aus den diesem Kursprofil zugeordneten Bildungsangeboten. Sie zeigen, was wir erfasst haben — nicht zwingend den gesamten Markt; konkrete Preise und Termine können je Anbieter abweichen.
3
zu diesem Kurs erfasst
5
diesem Kursprofil zugeordnete Angebote
0
Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht
bundesweit
inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden
Abschluss
Trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung
Mögliche Förderwege
Bildungsgutschein
Vermittelte Kompetenzen
- Bausteinarchitektur (OB/FB/FC/DB)
- Multiinstanz-Datenbausteine
- PLC-Datentypen & Strukturen
- Bausteinbibliotheken aufbauen
- Zykluszeit-Optimierung
- Erweiterte Fehlerdiagnose
- Retrofit-Planung
- Indirekte Adressierung
Zugeordnete Zielberufe
- SPS-Programmierer/in (Fortgeschritten)
- Automatisierungsingenieur/in
- Softwarearchitekt/in Automatisierungstechnik
- Projektierer/in Steuerungstechnik
- Technische:r Teamleiter:in
Datenbasis: 5 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.
Kein Anbieter kann sich bei uns eine Platzierung oder Empfehlung kaufen.
Kursinhalte & Lernziele
Professionelle Programmarchitektur Der Kurs beginnt dort, wo einfache Verknüpfungssteuerung endet: bei der Frage, wie ein SPS-Programm so strukturiert wird, dass es auch nach Monaten oder von anderen Personen verständlich bleibt.
- Aufbau und Zusammenspiel von Organisationsbausteinen, Funktionsbausteinen, Funktionen und Datenbausteinen im Detail
- Multiinstanzen im Vergleich zu Einzelinstanzen und deren jeweilige Einsatzfälle
- Parameterübergabe über Eingangs-, Ausgangs- und Durchgangsparameter korrekt gestalten
- Verschachtelte Bausteinaufrufe und saubere Aufrufhierarchien entwerfen
- Namenskonventionen und projektweite Strukturierungsrichtlinien festlegen
- Kapselung von Fachwissen in Funktionsbausteinen gegenüber offen zugänglichen Funktionen
Erweiterte Datenstrukturen und Adressierung Komplexe Anlagen bestehen oft aus vielen gleichartigen Teilen — mehreren Förderstrecken, Stationen oder Achsen. Dieses Modul zeigt, wie sich solche Strukturen in der SPS elegant und wartbar abbilden lassen.
- Eigene PLC-Datentypen für wiederkehrende Anlagenobjekte entwerfen
- Arrays und Strukturen für gleichartige Anlagenteile wie mehrere Stationen oder Achsen nutzen
- Indirekte Adressierung und Zeigertechniken für dynamische Programmzugriffe
- Globale Datenbausteine im Vergleich zu Instanzdatenbausteinen gezielt einsetzen
- Symbolische Projektierung in umfangreichen, mehrsteuerungsfähigen Projekten
- Datenkonsistenz und Zugriffsschutz auf sensible Datenbausteine sicherstellen
Bibliotheksaufbau und Wiederverwendung Wer wiederkehrende Aufgaben nicht jedes Mal neu programmieren will, baut sich eine eigene Bausteinbibliothek auf. Dieses Modul vermittelt, wie solche Bibliotheken entstehen, gepflegt und im Team genutzt werden.
- Aufbau projektübergreifender Bausteinbibliotheken für Standardaufgaben
- Versionierung von Bausteinen und Nachverfolgung von Änderungen
- Parametrierbare, generische Funktionsbausteine für wiederkehrende Komponenten wie Motoren, Ventile oder Förderbänder
- Dokumentationsstandards für Bausteine, die im Team weiterverwendet werden
- Testen und Validieren von Bibliotheksbausteinen vor dem produktiven Einsatz
- Strategien zur Migration bestehender Programme in eine neue Bibliotheksstruktur
Diagnose, Optimierung und Retrofit Der letzte Themenblock widmet sich der Praxis rund um bereits laufende Anlagen: Wie findet man Fehler in komplexen Programmen, wie optimiert man Laufzeitverhalten, und wie geht man Änderungen an produktiven Systemen an?
- Erweiterte Diagnosewerkzeuge wie Trace-Aufzeichnungen und Performance-Anzeigen nutzen
- Zykluszeitanalyse durchführen und Engpässe im Programm identifizieren
- Systematische Fehlersuche bei sporadischen, schwer reproduzierbaren Störungen
- Retrofit-Strategien für Programmänderungen mit minimaler Betriebsunterbrechung
- Kommunikation und Koordination zwischen mehreren Steuerungen in einem Projekt
- Änderungsmanagement und Rückwärtskompatibilität bei Programm-Updates sicherstellen
Praxisblock: Restrukturierung eines gewachsenen SPS-Programms Im zentralen Praxisteil bearbeiten die Teilnehmenden ein bewusst unstrukturiert angelegtes Übungsprogramm und überführen es Schritt für Schritt in eine professionelle, wartbare Architektur.
- Analyse eines unstrukturierten Bestandsprogramms mit typischen Altlasten
- Identifikation von Redundanzen, Strukturschwächen und Fehlerquellen
- Entwurf einer neuen, modularen Bausteinarchitektur für das Übungsprojekt
- Migration bestehender Logik in parametrierbare, wiederverwendbare Funktionsbausteine
- Aufbau eigener PLC-Datentypen für wiederkehrende Anlagenteile im Übungsprojekt
- Umsetzung eines Multiinstanz-Bausteins für mehrere gleichartige Stationen
- Performance-Messung vor und nach der Restrukturierung im Vergleich
- Einbau erweiterter Diagnosefunktionen in besonders fehleranfällige Programmteile
- Simulation eines Fehlerfalls und Eingrenzung über Trace-Aufzeichnung
- Planung eines Retrofit-Szenarios ohne vollständigen Anlagenstillstand
- Dokumentation der neuen Architektur für nachfolgende Programmierende
- Gemeinsame Codereview der überarbeiteten Lösung im Teilnehmerkreis
Der gesamte Kurs ist bewusst um dieses eine durchgängige Restrukturierungsprojekt herum aufgebaut, weil sich professionelle Architekturprinzipien am eigenen, konkret erlebten Vorher-Nachher-Vergleich am nachhaltigsten einprägen. Statt vieler isolierter Kurzübungen entsteht so ein realistisches Bild davon, wie sich ein gewachsenes Programm systematisch in eine wartbare Struktur überführen lässt. Am Ende steht nicht nur technisches Detailwissen zu Multiinstanzen, PLC-Datentypen oder Diagnosewerkzeugen, sondern die Fähigkeit, für ein komplexes SPS-Projekt eigenständig eine tragfähige Softwarearchitektur zu entwerfen und bestehende Programme kompetent zu beurteilen.
Lernziele:
Die Teilnehmenden erweitern ihre vorhandene SPS-Praxis um professionelle Architektur-, Struktur- und Diagnosetechniken und können nach dem Kurs auch umfangreiche, gewachsene Programme systematisch bearbeiten.
- Programmarchitektur nach dem Bausteinprinzip aus Organisationsbausteinen, Funktionsbausteinen, Funktionen und Datenbausteinen professionell strukturieren
- Multiinstanz-Datenbausteine für wiederverwendbare Funktionsbausteine gezielt einsetzen
- Indirekte Adressierung und Zeigertechniken für dynamische Programmteile anwenden
- Eigene PLC-Datentypen für wiederkehrende Anlagenstrukturen entwerfen
- Array- und Struct-basierte Datenhaltung für gleichartige Anlagenteile aufbauen
- Wiederverwendbare Bausteinbibliotheken für mehrere Projekte konzipieren und pflegen
- Bestehende, gewachsene SPS-Programme systematisch analysieren und strukturiert überarbeiten
- Zykluszeitkritische Programmteile identifizieren und gezielt optimieren
- Komplexe, schwer reproduzierbare Fehlerbilder mit erweiterten Diagnosewerkzeugen eingrenzen
- Retrofit-Aufgaben an bestehenden Anlagen mit minimalem Eingriffsrisiko planen
- Mehrere Steuerungen in einem übergreifenden Projekt koordiniert programmieren
- Änderungsmanagement und Versionierung für SPS-Software im Team organisieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an SPS-Programmierer:innen mit vorhandener Praxiserfahrung, die ihre Fähigkeiten gezielt in Richtung Softwarearchitektur, Bibliotheksaufbau und komplexe Diagnose erweitern möchten. Er ist kein Einstiegskurs und setzt aktive Programmiererfahrung voraus.
- SPS-Programmierer:innen mit mehrjähriger Praxis, die strukturierter und wartbarer programmieren möchten
- Projektierer:innen, die umfangreiche oder mehrsteuerungsfähige Anlagen betreuen
- Instandhalter:innen mit Programmiererfahrung, die zunehmend eigene Softwareänderungen verantworten
- Technische Teamleiter:innen, die Code-Qualität und Wartbarkeit im Team sicherstellen wollen
- Freiberufliche Programmierer:innen, die Bausteinbibliotheken für mehrere Kundenprojekte aufbauen
Vorausgesetzt werden praktische Erfahrung in der SPS-Programmierung, insbesondere sichere Kenntnisse der klassischen Verknüpfungssprachen (Kontaktplan, Funktionsplan) sowie idealerweise erste Berührung mit einer Textsprache wie SCL. Der Kurs baut auf bestehendem Wissen auf und wiederholt keine SPS-Grundlagen wie Hardwarekonfiguration oder Erstinstallation. Sicherer Umgang mit dem TIA Portal oder dem klassischen STEP-7-Umfeld wird ebenso erwartet wie mehrjährige praktische Berufserfahrung im Umfeld der Automatisierungstechnik.
Ablauf & Abschluss
Statt klassischer Frontalvermittlung arbeitet der Kurs überwiegend werkstattartig an einem durchgängigen Restrukturierungsprojekt. Kurze fachliche Impulse zu Architekturprinzipien wechseln sich mit eigenständiger Umsetzung am Übungsprogramm ab, ergänzt durch gemeinsame Codereviews im Teilnehmerkreis. Dieser Austausch über unterschiedliche Lösungswege ist bewusst Teil des Konzepts, da professionelle Architekturentscheidungen selten nur eine richtige Antwort kennen. Referenzarchitekturen und Musterbibliotheken stehen als Orientierung zur Verfügung.
Weil er auf vorhandener Praxis aufbaut, fällt dieser Aufbaukurs kompakter aus als ein grundlegender SPS-Einstiegskurs — dafür ist die Zeit inhaltlich dichter gefüllt. Am Markt wird er sowohl als mehrtägiger Workshop als auch modular über mehrere Termine verteilt angeboten; welches Format im konkreten Fall gilt, entnehmen Interessierte dem jeweiligen Kursangebot.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung, die die vertiefte Aufbauqualifikation in professioneller SPS-Softwarearchitektur dokumentiert. Eine externe Zertifizierungsprüfung ist damit nicht verbunden. Das im Kurs überarbeitete Restrukturierungsprojekt kann als konkrete Arbeitsprobe für die eigene fachliche Weiterentwicklung dienen.
Nutzen & Perspektiven
In vielen Betrieben wachsen SPS-Programme über Jahre, ohne dass jemand explizit für ihre Struktur verantwortlich ist — mit der Folge, dass jede Änderung riskanter und jede Fehlersuche aufwendiger wird. Wer gelernt hat, Bausteinarchitekturen professionell zu entwerfen und bestehende Programme gezielt zu refactoren, übernimmt genau die Rolle, die in solchen gewachsenen Umgebungen fehlt und dringend gebraucht wird. Die im Kurs vermittelten Fähigkeiten — Bibliotheksaufbau, Multiinstanzkonzepte, erweiterte Diagnose und Retrofit-Planung — sind unmittelbar auf reale Projekte übertragbar und wirken sich direkt auf Entwicklungsgeschwindigkeit und Fehlerquote in produktiven Anlagen aus. Wer Programme so strukturiert, dass sie auch von Kolleginnen und Kollegen verstanden werden, reduziert zudem die Abhängigkeit von einzelnen Personen im Betrieb. Fachlich positioniert dieser Kurs Teilnehmende deutlich näher an Rollen mit Architektur- und Führungsverantwortung im Automatisierungsumfeld, etwa als leitende Programmiererin, technischer Ansprechpartner für komplexe Anlagenteile oder Verantwortliche für unternehmensweite Bausteinbibliotheken.
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Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Offene Stellen
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs NICHT geeignet?
Der Kurs ist kein Einstiegskurs und richtet sich nicht an Personen ohne SPS-Vorkenntnisse. Wer noch keine praktische Erfahrung mit Verknüpfungssteuerung in Kontaktplan oder Funktionsplan hat, sollte zunächst einen SPS-Grundlagenkurs besuchen.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem klassischen SPS-Programmierkurs?
Statt neuer Programmiersprachen stehen professionelle Softwarearchitektur, Bausteinbibliotheken, erweiterte Datenstrukturen und Diagnosetechniken im Mittelpunkt. Der Fokus liegt auf der Frage, wie bestehende oder umfangreiche Programme wartbar und wiederverwendbar gestaltet werden.
Arbeite ich an einem eigenen Projekt oder an einem Übungsprogramm?
Im zentralen Praxisblock bearbeiten Sie ein bewusst unstrukturiert angelegtes Übungsprogramm und überführen es Schritt für Schritt in eine professionelle Architektur. So lässt sich der Restrukturierungsprozess vollständig nachvollziehen, unabhängig von einem konkreten eigenen Projekt.
Was sind Multiinstanz-Datenbausteine und warum sind sie wichtig?
Multiinstanzen erlauben es, mehrere Aufrufe eines Funktionsbausteins in einem gemeinsamen Datenbaustein zu verwalten, statt für jede Instanz einen eigenen Baustein anzulegen. Das reduziert die Anzahl der Bausteine erheblich und ist besonders bei Anlagen mit vielen gleichartigen Stationen relevant.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die vertiefte Aufbauqualifikation. Eine externe Zertifizierungsprüfung ist mit diesem Kurs nicht verbunden.