SPS-Spezialkurs Industrie 4.0 – OPC UA & Datenanbindung
Spezialkurs für SPS-Fachkräfte: Anbindung klassischer Steuerungen an Industrie-4.0-Architekturen über OPC UA, strukturierte Datenerfassung, MES-Integration und Grundlagen der IT/OT-Sicherheit.
Auf einen Blick
Überblick
Klassische SPS-Programmierung endet an der Maschine — Industrie 4.0 verlangt, dass Steuerungsdaten darüber hinaus verfügbar werden: für Auswertungen, übergeordnete Systeme und vorausschauende Wartung. Dieser Spezialkurs setzt genau an dieser Schnittstelle an und zeigt, wie sich eine bestehende SPS über offene Standards wie OPC UA in eine vernetzte Produktionsumgebung einbinden lässt. Behandelt werden strukturierte Datenerfassung, die vertikale Integration in MES- und ERP-Systeme sowie grundlegende Sicherheitsprinzipien für vernetzte Steuerungen — nicht als abstrakte IT-Theorie, sondern konkret aus der Perspektive der SPS-Programmierung heraus entwickelt.
Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen
Die folgenden Angaben stammen aus den diesem Kursprofil zugeordneten Bildungsangeboten. Sie zeigen, was wir erfasst haben — nicht zwingend den gesamten Markt; konkrete Preise und Termine können je Anbieter abweichen.
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zu diesem Kurs erfasst
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diesem Kursprofil zugeordnete Angebote
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Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht
bundesweit
inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden
Abschluss
Trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung
Mögliche Förderwege
Bildungsgutschein
Vermittelte Kompetenzen
- OPC UA Konfiguration
- Industrie-4.0-Grundlagen
- MQTT-Grundprinzip
- Vertikale MES-/ERP-Integration
- Edge-Computing-Konzepte
- IT/OT-Netzwerksicherheit
- Datenerfassung aus SPS-Programmen
Zugeordnete Zielberufe
- SPS-Programmierer/in (IIoT)
- Automatisierungstechniker/in
- Digitalisierungsbeauftragte/r Produktion
- IT/OT-Schnittstellenverantwortliche/r
- Instandhaltungsingenieur/in
Datenbasis: 3 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.
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Kursinhalte & Lernziele
Industrie 4.0 – Grundlagen und Bedeutung für die SPS Bevor Protokolle und Schnittstellen im Detail betrachtet werden, klärt dieses Einstiegsmodul, was Industrie 4.0 für die klassische Steuerungsebene konkret bedeutet und wo sich die Rolle der SPS dadurch verändert.
- Begriffsklärung Industrie 4.0, IIoT und Smart Factory im praktischen Kontext
- Klassische Automatisierungspyramide und ihre zunehmende Auflösung durch Vernetzung
- Anforderungen an moderne Steuerungen in vernetzten Produktionsumgebungen
- Typische Anwendungsfälle wie Zustandsüberwachung, vorausschauende Wartung und Energiemonitoring
- Die SPS als Datenquelle für übergeordnete Systeme statt reiner Ausführungseinheit
- Chancen und Grenzen der Vernetzung klassischer Steuerungstechnik realistisch einordnen
OPC UA und herstellerübergreifende Kommunikation OPC UA hat sich als zentraler Standard für die Kommunikation zwischen Steuerungsebene und IT-Systemen etabliert. Dieses Modul vermittelt sowohl das Funktionsprinzip als auch die konkrete Einrichtung auf einer SPS.
- Architektur und Funktionsprinzip von OPC UA im Vergleich zu klassischen Feldbussen
- Informationsmodelle und Adressraum in OPC UA verstehen und anwenden
- Einrichtung einer SPS als OPC-UA-Server im Grundprinzip
- Sicherheitsmechanismen innerhalb von OPC UA wie Zertifikate und Verschlüsselung
- Anbindung von OPC-UA-Clients zur Datenvisualisierung und -auswertung
- Abgrenzung zu weiteren IIoT-Protokollen, insbesondere MQTT
Datenerfassung, Edge-Computing und digitale Zwillinge Rohdaten allein sind noch kein Mehrwert. Dieses Modul zeigt, wie Prozessdaten sinnvoll erfasst, vorverarbeitet und für weiterführende Auswertungen wie digitale Zwillinge nutzbar gemacht werden.
- Strukturierte Erfassung von Prozess- und Maschinendaten direkt aus dem SPS-Programm
- Vorverarbeitung von Daten unmittelbar auf Steuerungs- bzw. Edge-Ebene
- Publish/Subscribe-Kommunikation mit MQTT im Grundprinzip
- Grundidee digitaler Zwillinge und ihre Datenbasis aus der Steuerungsebene
- Bedeutung von Zeitreihendaten für Auswertung und Trendanalyse
- Typische Fallstricke bei der Datenqualität in vernetzten Produktionsumgebungen
Vertikale Integration, IT/OT-Konvergenz und Sicherheit Vernetzte Steuerungen berühren zwangsläufig die IT-Sicherheit. Dieses Modul ordnet die organisatorischen und sicherheitstechnischen Aspekte ein, die bei der Anbindung von SPS-Systemen an übergeordnete IT-Landschaften entstehen.
- Vertikale Integration zwischen Steuerungsebene und MES-/ERP-Systemen
- Organisatorische Herausforderungen der IT/OT-Konvergenz im Betriebsalltag
- Netzwerksegmentierung und Zonenkonzepte für vernetzte Steuerungen
- Zugriffsschutz und Benutzerverwaltung bei vernetzten SPS-Systemen
- Grundprinzipien der Absicherung gegen unautorisierte Zugriffe auf Steuerungsdaten
- Verantwortlichkeiten zwischen Produktions- und IT-Abteilung klären
Praxisblock: Von der SPS zur vernetzten Datenerfassung Der Praxisblock führt die vorangegangenen Module in einem zusammenhängenden Szenario zusammen: von der Datenerfassung im SPS-Programm bis zur Auswertung außerhalb der Steuerung.
- Einrichtung eines OPC-UA-Servers auf einer Übungssteuerung
- Definition eines einfachen Informationsmodells für ausgewählte Maschinendaten
- Anbindung eines OPC-UA-Clients zur Anzeige der erfassten Daten
- Erfassung von Prozesswerten wie Zykluszeit oder Störungszähler aus dem SPS-Programm
- Aufbau einer einfachen MQTT-Verbindung zur zusätzlichen Datenübertragung
- Visualisierung erfasster Daten in einem einfachen Dashboard
- Simulation eines Störfalls und Nachverfolgung anhand der erfassten Daten
- Erarbeitung eines Netzwerksegmentierungskonzepts für das Übungsszenario
- Einrichtung eines einfachen Zugriffsschutzes für den OPC-UA-Server
- Bewertung der Datenqualität anhand des bearbeiteten Übungsszenarios
- Ableitung eines einfachen Wartungsindikators aus den erfassten Daten
- Dokumentation des gesamten Datenflusses vom Sensor bis zur Auswertung
Der Praxisblock ist bewusst als durchgängige Kette angelegt, weil Industrie-4.0-Projekte in der Realität selten an einer einzelnen Schnittstelle scheitern, sondern an Brüchen zwischen mehreren Systemen. Wer den vollständigen Weg von der SPS bis zur Auswertung einmal selbst nachvollzogen hat, erkennt solche Bruchstellen in eigenen Projekten deutlich schneller. Der Kurs schließt mit einer kritischen Einordnung, welche Vernetzungsschritte für unterschiedliche Anlagentypen tatsächlich sinnvoll sind, und vermeidet damit einen unreflektierten Vernetzungsanspruch nach dem Motto „mehr Daten sind immer besser".
Lernziele:
Die Teilnehmenden verstehen nach diesem Kurs, wie sich klassische SPS-Systeme in Industrie-4.0-Architekturen einbinden lassen, und können erste eigene Datenanbindungen konzipieren und umsetzen.
- Grundprinzipien von Industrie 4.0 und deren Bedeutung für die klassische SPS einordnen
- OPC UA als herstellerübergreifenden Kommunikationsstandard verstehen und konfigurieren
- Eine SPS als OPC-UA-Server für übergeordnete Systeme einrichten
- Prozess- und Maschinendaten strukturiert aus dem SPS-Programm erfassen
- Vertikale Integration zwischen Steuerungsebene und MES-/ERP-Systemen einordnen
- Grundprinzipien von MQTT und Publish/Subscribe-Kommunikation verstehen
- Edge-Computing-Konzepte auf Steuerungs- und Feldebene einordnen
- Grundlagen digitaler Zwillinge im Kontext realer Maschinendaten verstehen
- Einfache Informationsmodelle für eine einheitliche Datenerfassung entwerfen
- Herausforderungen der IT/OT-Konvergenz in der betrieblichen Praxis einordnen
- Grundlegende Sicherheitsprinzipien wie Netzwerksegmentierung und Zugriffsschutz anwenden
- Ein durchgängiges Szenario zur Datenerfassung von der SPS bis zur Auswertung umsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an SPS-Fachkräfte, die ihre bestehende Programmierpraxis um die Anbindung an übergeordnete IT- und Datenauswertungssysteme erweitern möchten. Er setzt vorhandene SPS-Grundkenntnisse voraus und ist kein Einstiegskurs in die Steuerungstechnik.
- SPS-Programmierer:innen, die Maschinendaten künftig für übergeordnete Systeme bereitstellen sollen
- Automatisierungstechniker:innen mit Interesse an IIoT- und Industrie-4.0-Projekten
- Instandhaltungsverantwortliche, die Zustandsdaten für vorausschauende Wartung nutzen möchten
- IT-Fachkräfte mit OT-Bezug, die die Perspektive der Steuerungsebene besser verstehen wollen
- Projektverantwortliche für Digitalisierungsprojekte in der Produktion
Vorausgesetzt werden praktische Grundkenntnisse der SPS-Programmierung, insbesondere im Lesen und Verstehen bestehender Steuerungsprogramme. Grundlegendes Verständnis von IT-Netzwerken, etwa IP-Adressierung und Client-Server-Prinzipien, erleichtert den Einstieg in die Kommunikationsprotokolle erheblich, wird aber im Kurs kurz eingeordnet. Wer diese Basis mitbringt, kann direkt einsteigen — eine allgemeine Einführung in Hardwarekonfiguration oder Verknüpfungssteuerung findet nicht mehr statt, da hierauf bereits aufgesetzt wird.
Ablauf & Abschluss
Konzeptvermittlung zu Standards wie OPC UA und MQTT wechselt sich mit unmittelbarer praktischer Umsetzung an Übungssteuerungen ab. Da das Thema an der Schnittstelle zwischen Steuerungs- und IT-Ebene liegt, werden Netzwerkkonzepte bewusst anschaulich und ohne tiefes IT-Fachvokabular erklärt. Der zusammenhängende Praxisblock am Ende des Kurses verbindet alle Teilthemen zu einem realistischen Digitalisierungsszenario. Referenzarchitekturen und Beispielkonfigurationen stehen als Orientierung zur Verfügung.
Da sich der Kurs ganz auf die Anbindungs- und Integrationsthematik konzentriert, fällt er spürbar kompakter aus als ein umfassender SPS-Grundlagenkurs. Ob er als mehrtägiger Workshop oder in einzelnen, zeitlich getrennten Modulen stattfindet, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter und ist dem jeweiligen Kursangebot zu entnehmen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die vermittelten Kenntnisse zur Anbindung von SPS-Systemen an Industrie-4.0-Architekturen. Der Kurs ist nicht mit einer Zertifizierungsprüfung eines Herstellers oder Verbands verbunden. Das erarbeitete Praxisszenario kann als Referenz für vergleichbare Anbindungsprojekte im eigenen Betrieb dienen.
Nutzen & Perspektiven
Fachkräfte, die sowohl die klassische Steuerungsebene als auch die Grundprinzipien der Datenanbindung verstehen, sind in vielen Digitalisierungsprojekten gefragter als reine IT-Spezialist:innen ohne OT-Hintergrund oder reine SPS-Programmierer:innen ohne Vernetzungswissen. Dieser Kurs positioniert die Teilnehmenden genau an dieser Schnittstelle. Die Fähigkeit, Maschinendaten strukturiert über offene Standards wie OPC UA bereitzustellen, ist in immer mehr Betrieben Voraussetzung für Digitalisierungsprojekte — von der einfachen Zustandsüberwachung bis zur vorausschauenden Wartung. Wer diese Anbindung selbst konzipieren und umsetzen kann, übernimmt eine Schlüsselrolle zwischen Produktion und IT-Abteilung. Langfristig erweitert dieser Kurs das berufliche Profil über die reine Programmierung hinaus in Richtung Projektverantwortung für Vernetzungs- und Digitalisierungsvorhaben — ein Aufgabenfeld, das in Industriebetrieben aller Größenordnungen kontinuierlich an Bedeutung gewinnt.
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Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Offene Stellen
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits SPS-Erfahrung mitbringen?
Ja, der Kurs setzt praktische SPS-Grundkenntnisse voraus, insbesondere das Lesen bestehender Steuerungsprogramme. Es handelt sich um einen Spezialkurs zur Anbindung an Industrie-4.0-Architekturen, nicht um einen SPS-Einstiegskurs.
Was ist OPC UA und warum ist es für SPS-Fachkräfte relevant?
OPC UA ist ein herstellerübergreifender Kommunikationsstandard, mit dem sich Maschinendaten strukturiert aus der SPS an übergeordnete IT-Systeme übertragen lassen. Er hat sich als zentrale Schnittstelle zwischen Steuerungsebene und Industrie-4.0-Anwendungen etabliert.
Brauche ich IT-Kenntnisse für diesen Kurs?
Grundlegendes Verständnis von IT-Netzwerken ist hilfreich, wird aber im Kurs anschaulich eingeordnet. Der Fokus liegt auf der Perspektive der SPS-Programmierung, nicht auf tiefem IT-Fachwissen.
Werden auch Sicherheitsaspekte behandelt?
Ja, der Kurs vermittelt grundlegende Sicherheitsprinzipien für vernetzte Steuerungen, etwa Netzwerksegmentierung, Zugriffsschutz und die Sicherheitsmechanismen innerhalb von OPC UA.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die vermittelten Kenntnisse zur Anbindung von SPS-Systemen an Industrie-4.0-Architekturen.