Automatisierungstechnik – Grundlagenkurs im Überblick
Breit angelegter Überblickskurs zur Automatisierungstechnik: elektrotechnische Grundlagen, Sensorik und Aktorik, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie eine erste Einführung in die SPS als gleichwertige Bausteine.
Auf einen Blick
Überblick
Automatisierungstechnik ist mehr als SPS-Programmierung: Sie verbindet Elektrotechnik, Sensorik, Antriebstechnik sowie Steuerungs- und Regelungstechnik zu einem Gesamtsystem, das Maschinen und Anlagen selbstständig arbeiten lässt. Dieser Kurs vermittelt genau dieses Gesamtbild als breiten fachlichen Überblick: von physikalisch-elektrotechnischen Grundlagen über Sensor- und Aktortechnik sowie Steuerungs- und Regelungsprinzipien bis zu einer ersten praktischen Einführung in die speicherprogrammierbare Steuerung als verbindendes Element. Anders als ein reiner SPS-Kurs behandelt diese Weiterbildung alle Teildisziplinen der Automatisierung gleichgewichtig und eignet sich damit besonders als fundierte Gesamtorientierung, bevor eine Spezialisierung auf ein einzelnes Teilgebiet erfolgt.
Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen
Die folgenden Angaben stammen aus den diesem Kursprofil zugeordneten Bildungsangeboten. Sie zeigen, was wir erfasst haben — nicht zwingend den gesamten Markt; konkrete Preise und Termine können je Anbieter abweichen.
4
zu diesem Kurs erfasst
7
diesem Kursprofil zugeordnete Angebote
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Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht
bundesweit
inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden
Abschluss
Trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung
Mögliche Förderwege
Bildungsgutschein
Vermittelte Kompetenzen
- Elektrotechnische Grundlagen
- Sensorik und Aktorik
- Steuerungs- und Regelungstechnik
- Pneumatik-Grundlagen
- SPS-Grundverständnis
- Lesen von Schalt- und Funktionsplänen
- Fehlersuche an Automatisierungssystemen
Zugeordnete Zielberufe
- Automatisierungstechniker/in
- Produktionsmitarbeiter/in
- Elektrofachkraft
- Instandhalter/in
- Technische:r Sachbearbeiter:in
Datenbasis: 7 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.
Kein Anbieter kann sich bei uns eine Platzierung oder Empfehlung kaufen.
Kursinhalte & Lernziele
Elektrotechnische und physikalische Grundlagen Jede automatisierte Anlage basiert auf elektrotechnischen Grundprinzipien. Dieser Einstiegsblock legt das Fundament, auf dem alle weiteren Module aufbauen, und schafft die Sicherheit im Lesen elektrotechnischer Unterlagen.
- Stromkreise, Spannung, Strom und Widerstand im Kontext industrieller Anlagen
- Gleichstrom- und Wechselstromgrundlagen sowie Grundzüge von Drehstromsystemen
- Schaltzeichen und Grundlagen des Lesens elektrotechnischer Pläne
- Schutzarten, Absicherung und grundlegende Aspekte der Anlagensicherheit
- Messtechnische Grundgrößen wie Strom, Spannung und Leistung praktisch erfassen
- Aufbau typischer Schaltschränke und Klemmenpläne nachvollziehen
Sensorik und Aktorik Damit eine Steuerung überhaupt reagieren kann, braucht sie Informationen aus dem Prozess und Mittel, um in ihn einzugreifen. Dieses Modul stellt die gängigsten Sensor- und Aktorkomponenten vor und ordnet ihre Einsatzgebiete ein.
- Näherungsschalter — induktiv, kapazitiv, optisch — und deren typische Einsatzgebiete
- Analoge und digitale Signale sowie deren Umwandlung im Prozess
- Elektromotoren wie Asynchronmotor und Servomotor im Funktionsüberblick
- Magnetventile, Zylinder und pneumatische Grundschaltungen
- Hydraulische Grundprinzipien und typische industrielle Einsatzfälle
- Auswahlkriterien für Sensor- und Aktorkomponenten in der praktischen Anwendung
Steuerungs- und Regelungstechnik Steuerung und Regelung werden im Alltag oft vermischt, folgen aber unterschiedlichen Prinzipien. Dieser Block arbeitet die Unterschiede klar heraus und vermittelt die grundlegende Logik, mit der automatisierte Prozesse gesteuert werden.
- Unterschied zwischen Steuerungs- und Regelungstechnik anhand konkreter Beispiele
- Aufbau eines Regelkreises aus Regler, Regelstrecke und Störgrößen
- Regelarten wie P-, PI- und PID-Regelung im Grundprinzip
- Verknüpfungssteuerung mit UND-, ODER- und NICHT-Logik
- Zeit- und Zählerfunktionen in einfachen Steuerungsaufgaben
- Blockschaltbilder und Funktionspläne zur Darstellung von Prozessabläufen
Einführung in die speicherprogrammierbare Steuerung Als verbindendes Element aller vorherigen Module schließt der Kurs mit einer ersten praktischen Einführung in die SPS, ohne bereits die programmiertechnische Tiefe eines eigenständigen SPS-Kurses anzustreben.
- Aufbau einer SPS aus CPU, Ein-/Ausgängen und Spannungsversorgung
- Von der klassischen Relaissteuerung zur programmierbaren Steuerung
- Grundlegende Programmiersprachen im Überblick, insbesondere Kontaktplan und Funktionsplan
- Erste einfache Steuerungsaufgaben wie Motor-Ein/Aus- oder Ampelschaltungen nachvollziehen
- Zusammenspiel von Sensorik, SPS und Aktorik in einem Gesamtsystem
- Grundprinzipien der industriellen Vernetzung über Feldbus und Ethernet einordnen
Praxisblock: Vom Einzelbauteil zum automatisierten Teilsystem Der Praxisblock führt alle Teildisziplinen an konkreten Übungsaufständen zusammen, sodass die Teilnehmenden den gesamten Signalweg von der Sensorik bis zur Aktorik nachvollziehen und selbst aufbauen.
- Verdrahtung eines einfachen Sensor-Aktor-Kreises an einer Übungsstation
- Messung elektrischer Grundgrößen an einem realen Versuchsaufbau
- Parametrierung eines Näherungsschalters für eine konkrete Anwendung
- Aufbau einer einfachen pneumatischen Grundschaltung
- Verknüpfung von Sensorsignalen zu einer einfachen Steuerungslogik
- Umsetzung dieser Logik als SPS-Kleinstprogramm in KOP oder FUP
- Einbindung eines Aktors (Ventil oder Motor) in das Übungssystem
- Test des Gesamtsystems im Zusammenspiel von Sensor, Steuerung und Aktor
- Systematische Fehlersuche bei einer bewusst gestörten Übungsschaltung
- Ablesen und Interpretieren von Messwerten während des Betriebs
- Dokumentation des Übungsaufbaus in einem einfachen Schaltplan
- Reflexion, welches Teilgebiet für die eigene Vertiefung infrage kommt
Diese Verzahnung von Theorie und Übungsaufbau ist bewusst so gewählt, dass am Ende kein isoliertes Fachwissen zu einzelnen Disziplinen steht, sondern ein zusammenhängendes Verständnis dafür, wie Sensorik, Steuerungslogik und Aktorik in der Praxis ineinandergreifen. Der Kurs schließt mit einer Einordnung, welche Teilgebiete der Automatisierungstechnik für eine weiterführende Spezialisierung — etwa vertiefte SPS-Programmierung, Antriebstechnik oder Regelungstechnik — infrage kommen, und liefert damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die weitere berufliche Ausrichtung.
Lernziele:
Die Teilnehmenden erarbeiten sich ein belastbares Gesamtverständnis für automatisierte Systeme und können nach dem Kurs die Zusammenhänge zwischen Elektrotechnik, Sensorik, Aktorik, Steuerung und Regelung selbstständig einordnen.
- Grundprinzipien der Automatisierung und Abgrenzung von Steuerung und Regelung erläutern
- Elektrotechnische Grundlagen (Strom, Spannung, Widerstand, Stromkreise) auf automatisierte Anlagen anwenden
- Funktionsweise gängiger Sensoren (induktiv, kapazitiv, optisch, Näherungsschalter) beschreiben und auswählen
- Aktoren wie Elektromotoren, Magnetventile und Stellantriebe funktional einordnen
- Grundlagen der Pneumatik und Hydraulik in automatisierten Systemen verstehen
- Regelkreise aus Soll- und Istwert, Regler und Regelstrecke analysieren und Regelarten unterscheiden
- Grundfunktionen einer speicherprogrammierbaren Steuerung erklären
- Einfache Steuerungsaufgaben in einer grafischen SPS-Sprache nachvollziehen
- Blockschaltbilder und Funktionspläne automatisierter Prozesse lesen
- Kommunikationsprinzipien zwischen Sensorik, Steuerung und Aktorik einordnen
- Sicherheitsrelevante Grundprinzipien wie Not-Halt und Schutzeinrichtungen benennen
- Ein einfaches automatisiertes Teilsystem gedanklich aus Sensor, Steuerung und Aktor zusammenstellen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs eignet sich für alle, die einen soliden fachlichen Gesamtüberblick über die Automatisierungstechnik suchen, bevor sie sich auf ein Teilgebiet konzentrieren, sowie für technische Generalisten, die in ihrem Arbeitsalltag mit automatisierten Anlagen zu tun haben.
- Berufseinsteiger:innen und Quereinsteiger:innen ohne spezifische SPS-Vorkenntnisse
- Produktionsmitarbeitende, die ein tieferes technisches Verständnis ihrer Anlagen entwickeln möchten
- Auszubildende in technischen Berufen zur begleitenden Vertiefung des Grundlagenwissens
- Techniker:innen aus angrenzenden Fachgebieten, die sich Richtung Automatisierung orientieren
- Fach- und Führungskräfte, die automatisierte Prozesse fachlich einordnen, aber nicht selbst programmieren müssen
Der Kurs setzt kein spezifisches Vorwissen in der Automatisierungstechnik voraus und ist bewusst als Überblickskurs konzipiert. Grundlegendes technisches Interesse sowie ein Verständnis einfacher mathematischer und physikalischer Zusammenhänge erleichtern den Zugang zu den elektrotechnischen Grundlagen. Eine abgeschlossene technische oder gewerblich-technische Ausbildung ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Wer bereits SPS-Vorkenntnisse mitbringt, profitiert vor allem von der breiteren Einordnung in Sensorik, Aktorik und Regelungstechnik.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert kompakte Theorieblöcke zu jeder Teildisziplin mit praktischen Übungen an Demonstrationsaufbauten aus Elektrotechnik, Pneumatik und SPS-Technik. Durch den Wechsel zwischen den Fachgebieten bleibt der Unterricht abwechslungsreich und macht die Zusammenhänge zwischen Sensorik, Steuerung und Aktorik unmittelbar erfahrbar. Kleinere Rechenübungen zu elektrotechnischen Grundgrößen ergänzen die praktischen Stationen. Der abschließende Praxisblock bindet alle Disziplinen in einem gemeinsamen Übungsaufbau zusammen.
Weil mehrere Fachgebiete gleichgewichtig abgedeckt werden, ist die Weiterbildung zeitlich breiter gestaffelt als ein Kurs zu einem einzelnen Thema. Am Markt finden sich dafür sowohl kompakte Präsenzwochen als auch Teilzeitformate über mehrere Wochen — welches Format und welcher Stundenumfang im Einzelfall gilt, zeigt das jeweils gewählte Kursangebot.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung über die vermittelten Grundlagen der Automatisierungstechnik. Eine externe Prüfung ist mit diesem Überblickskurs nicht verbunden. Das Dokument eignet sich als Nachweis eines breiten technischen Grundlagenwissens, etwa im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung oder als Ergänzung zu einer bestehenden technischen Ausbildung.
Nutzen & Perspektiven
Wer automatisierte Anlagen verstehen, warten oder weiterentwickeln möchte, braucht mehr als Kenntnisse einer einzelnen Software oder Steuerungssprache. Dieser Kurs vermittelt genau das übergreifende Verständnis, das in der Praxis häufig fehlt, wenn Fachkräfte ausschließlich in einem Teilgebiet — etwa nur in der SPS-Programmierung — geschult wurden, aber die Zusammenhänge zu Sensorik, Antriebstechnik und Regelung nicht einordnen können. Für Betriebe ist ein Verständnis über Fachgebietsgrenzen hinweg besonders wertvoll: Mitarbeitende, die Sensorsignale, Steuerungslogik und Aktoren im Zusammenhang lesen können, erkennen Störungsursachen schneller und kommunizieren zielgerichteter mit Elektrofachkräften, Instandhaltung und Programmierung. Dieses interdisziplinäre Verständnis ist in vielen kleineren und mittleren Betrieben ausdrücklich gefragt, da dort einzelne Personen häufig mehrere Rollen gleichzeitig ausfüllen. Nicht zuletzt liefert der Kurs eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die eigene berufliche Weiterentwicklung: Wer die Breite der Automatisierungstechnik einmal überblickt hat, kann gezielter entscheiden, ob eine Vertiefung in SPS-Programmierung, Antriebstechnik, Regelungstechnik oder einem anderen Teilgebiet der passende nächste Schritt ist.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Worin unterscheidet sich dieser Kurs von einem reinen SPS-Kurs?
Dieser Kurs behandelt die gesamte Bandbreite der Automatisierungstechnik gleichgewichtig — Elektrotechnik, Sensorik, Aktorik sowie Steuerungs- und Regelungstechnik. Die SPS ist dabei nur ein Baustein unter mehreren, während reine SPS-Kurse ausschließlich die Programmierung vertiefen.
Ist der Kurs auch ohne technische Vorbildung geeignet?
Ja, der Kurs ist als Überblickskurs konzipiert und setzt keine spezifischen Vorkenntnisse in Automatisierungstechnik voraus. Technisches Interesse sowie ein Grundverständnis einfacher physikalischer Zusammenhänge erleichtern den Einstieg.
Lerne ich auch praktisch programmieren?
Der Kurs enthält eine erste praktische Einführung in die SPS mit einfachen Steuerungsaufgaben in Kontaktplan oder Funktionsplan. Eine vertiefte Programmierausbildung, etwa in SCL oder GRAPH, ist nicht Bestandteil dieses breit angelegten Grundlagenkurses.
Wie ist der Kurs aufgebaut?
Der Kurs gliedert sich in vier Themenblöcke — Elektrotechnik, Sensorik/Aktorik, Steuerungs-/Regelungstechnik und SPS-Grundlagen — gefolgt von einem zusammenführenden Praxisblock, in dem alle Disziplinen an einem gemeinsamen Übungsaufbau angewendet werden.
Welchen Nutzen hat der Kurs für meine berufliche Weiterentwicklung?
Der Kurs vermittelt eine fundierte fachliche Orientierung über alle Teilgebiete der Automatisierungstechnik und hilft dabei, gezielt zu entscheiden, welches Teilgebiet — etwa SPS-Programmierung, Antriebs- oder Regelungstechnik — für eine weitere Spezialisierung infrage kommt.