SPS-Spezialkurs Digital Twins – Simulation
Spezialisierungskurs für SPS-Fachkräfte: Virtuelle Inbetriebnahme und Digital-Twin-Methoden verbinden reale Steuerungsprogramme mit einem simulierten Anlagenmodell.
Auf einen Blick
Überblick
Der SPS-Spezialkurs Digital Twins richtet sich an Fachkräfte mit SPS-Grundkenntnissen, die ihre Steuerungsprogramme nicht mehr nur an realer Hardware, sondern zusätzlich an einem virtuellen Abbild der Anlage testen möchten. Im Zentrum steht die Idee des Digitalen Zwillings: ein simuliertes Modell einer Maschine oder Anlage, gegen das ein reales Steuerungsprogramm läuft, als stünde es bereits vor der fertigen Hardware. Der Kurs behandelt virtuelle Inbetriebnahme, die Anbindung von Simulationsmodellen über OPC UA sowie den gezielten Einsatz dieser Methoden, um Programmfehler frühzeitig und risikofrei zu erkennen, bevor eine reale Anlage überhaupt steht.
Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen
Die folgenden Angaben stammen aus den diesem Kursprofil zugeordneten Bildungsangeboten. Sie zeigen, was wir erfasst haben — nicht zwingend den gesamten Markt; konkrete Preise und Termine können je Anbieter abweichen.
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zu diesem Kurs erfasst
3
diesem Kursprofil zugeordnete Angebote
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Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht
bundesweit
inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden
Abschluss
Trägerinternes Zertifikat als Spezialqualifikation Digital Twins in der Automatisierung
Mögliche Förderwege
Bildungsgutschein
Vermittelte Kompetenzen
- Virtuelle Inbetriebnahme
- PLCSIM Advanced
- OPC-UA-Anbindung
- Simulationsmodelle für Anlagen
- Digital-Twin-Konzepte
- Fehlertests im virtuellen Modell
Zugeordnete Zielberufe
- Automatisierungstechniker:in Simulation
- Inbetriebnahme-Ingenieur:in
- Digital-Twin-Spezialist:in Automatisierung
- Applikationsingenieur:in virtuelle Inbetriebnahme
- SPS-Programmierer:in mit Simulationsschwerpunkt
Datenbasis: 3 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.
Kein Anbieter kann sich bei uns eine Platzierung oder Empfehlung kaufen.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen des Digitalen Zwillings Bevor mit konkreten Werkzeugen gearbeitet wird, klärt dieser Block, was einen Digitalen Zwilling in der Automatisierung ausmacht und wo er sich von einfacher Simulation unterscheidet.
- Begriff und Konzept des Digitalen Zwillings in der Produktion
- Abgrenzung zwischen Simulation, digitalem Schatten und Digital Twin
- Nutzen virtueller Inbetriebnahme gegenüber rein realer Inbetriebnahme
- Typische Einsatzfelder in Maschinen- und Anlagenbau
- Voraussetzungen an Steuerungsprogramm und Simulationsmodell
- Grenzen und Aufwand des Digital-Twin-Einsatzes realistisch einschätzen
Simulationsmodelle und Anbindung an die SPS Ein Digitaler Zwilling entsteht erst durch die Verbindung von Simulationsmodell und realer Steuerung. Dieser Block behandelt, wie diese Verbindung technisch hergestellt wird.
- Aufbau einfacher Simulationsmodelle für Anlagenteile
- Nachbildung von Sensoren und Aktoren im virtuellen Modell
- Grundlagen der OPC-UA-Kommunikation zwischen Steuerung und Simulation
- Verknüpfung von SPS-Variablen mit Signalen des Simulationsmodells
- Synchronisation von Steuerungstakt und Simulationsmodell
- Typische Kommunikationsfehler zwischen Steuerung und Modell erkennen
Virtuelle Inbetriebnahme in der Praxis Mit funktionierender Anbindung rückt die eigentliche virtuelle Inbetriebnahme in den Mittelpunkt: Ein reales Programm wird systematisch gegen das simulierte Modell getestet.
- Bestehendes SPS-Programm an ein Simulationsmodell anbinden
- Programmabläufe im virtuellen Modell schrittweise durchtesten
- Bewegungs- und Zeitverhalten im Modell mit der Erwartung abgleichen
- Fehlerhafte Programmlogik anhand des Modellverhaltens erkennen
- Ergebnisse virtueller Testläufe strukturiert dokumentieren
- Korrekturen am Programm im virtuellen Modell erneut überprüfen
Von der virtuellen zur realen Inbetriebnahme Der letzte inhaltliche Block schlägt die Brücke zurück zur realen Anlage und zeigt, wie sich virtuelle Testergebnisse sinnvoll in die tatsächliche Inbetriebnahme überführen lassen.
- Übertragung eines virtuell getesteten Programms auf reale Hardware
- Vergleich von virtuellem und realem Anlagenverhalten
- Nutzung virtueller Testergebnisse zur Vorbereitung der realen Inbetriebnahme
- Reduzierung realer Inbetriebnahmezeit durch vorgelagerte virtuelle Tests
- Pflege und Aktualisierung eines Digital-Twin-Modells über die Projektlaufzeit
- Einordnung, wann sich der Aufwand eines Digital Twins tatsächlich lohnt
Praxis: Virtuelle Inbetriebnahme einer Beispielanlage
- Analyse eines vorgegebenen Steuerungsprogramms und der zugehörigen Anlage
- Aufbau eines vereinfachten Simulationsmodells der Anlage
- Einrichtung der OPC-UA-Verbindung zwischen Steuerung und Modell
- Verknüpfung der Steuerungsvariablen mit den Signalen des Modells
- Erster Testlauf des Programms gegen das virtuelle Modell
- Gezieltes Einbauen und Aufspüren eines Programmfehlers im virtuellen Test
- Anpassung des Steuerungsprogramms auf Basis der Testergebnisse
- Erneuter Testlauf zur Kontrolle der Korrektur
- Dokumentation der virtuellen Testergebnisse in einem Prüfprotokoll
- Vorbereitung der realen Inbetriebnahme auf Basis der virtuellen Tests
- Vergleich von virtuellem und tatsächlichem Anlagenverhalten nach der Übertragung
- Abschließende Bewertung des Digital-Twin-Einsatzes für das Beispielprojekt
Der Kurs setzt bewusst nicht bei null an, sondern auf vorhandenem SPS-Programmierwissen auf: Statt Grundlagen der Steuerungstechnik zu wiederholen, geht es direkt um die Frage, wie sich bestehende Programme mit einem virtuellen Anlagenmodell verbinden und testen lassen. Am Ende steht die Fähigkeit, ein Steuerungsprogramm nicht erst an der realen, oft teuren Anlage zu erproben, sondern bereits vorab an einem virtuellen Modell – und damit Fehler zu finden, bevor sie in der Praxis Zeit und Kosten verursachen.
Lernziele:
- Das Konzept des Digitalen Zwillings in der Automatisierungstechnik einordnen
- Unterschied zwischen klassischer Simulation und virtueller Inbetriebnahme erklären
- Ein reales SPS-Programm gegen ein simuliertes Anlagenmodell laufen lassen
- Simulationswerkzeuge zur Nachbildung von Sensoren und Aktoren einsetzen
- Kommunikationsverbindungen zwischen Steuerung und Simulationsmodell über OPC UA einrichten
- Steuerungsprogramme im virtuellen Modell schrittweise testen
- Typische Fehlerquellen durch virtuelle Tests vor der realen Inbetriebnahme erkennen
- Zeitverhalten und Bewegungsabläufe im Simulationsmodell überprüfen
- Ergebnisse virtueller Tests dokumentieren und für die reale Inbetriebnahme nutzen
- Grenzen und Voraussetzungen eines belastbaren Digital-Twin-Einsatzes einschätzen
- Simulationsdaten für Optimierungen am realen Steuerungsprogramm nutzen
- Ein vollständiges virtuelles Inbetriebnahme-Szenario eigenständig durchführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Spezialkurs richtet sich an SPS-erfahrene Fachkräfte, die ihre Programmier- und Inbetriebnahmepraxis um moderne Simulationsmethoden erweitern möchten.
- SPS-Programmierer:innen mit praktischer Erfahrung in einer Engineering-Software
- Automatisierungstechniker:innen, die Inbetriebnahmezeiten verkürzen möchten
- Techniker:innen und Ingenieur:innen mit Interesse an virtueller Inbetriebnahme
- Mitarbeitende in Projekten mit hohem Anteil an Neuanlagenplanung
- Personen, die sich gezielt auf Simulations- und Digital-Twin-Aufgaben spezialisieren möchten
SPS-Grundkenntnisse sowie praktische Erfahrung im Schreiben und Testen eigener Steuerungsprogramme werden vorausgesetzt. Sicherer Umgang mit einer gängigen Engineering-Software für die SPS-Programmierung ist Bedingung für den Einstieg. Grundverständnis für Kommunikationsprotokolle in der Automatisierung erleichtert den Zugang zum Thema OPC UA. Wer noch keine praktische SPS-Erfahrung mitbringt, sollte vor diesem Spezialkurs zunächst eine grundlegende SPS-Qualifizierung absolvieren.
Ablauf & Abschluss
Da der Kurs auf vorhandenem Programmierwissen aufbaut, stehen von Beginn an konkrete Simulationsszenarien statt allgemeiner Grundlagen im Mittelpunkt. Neue Konzepte wie OPC-UA-Anbindung oder Modellsynchronisation werden knapp eingeführt und sofort an einem laufenden Beispiel erprobt. Ein wesentlicher Teil der Zeit besteht aus dem gezielten Vergleich von virtuellem und erwartetem Anlagenverhalten, um ein Gespür für die Aussagekraft von Simulationsergebnissen zu entwickeln. Die Teilnehmenden arbeiten überwiegend an einem durchgehenden Beispielprojekt, das im Kursverlauf wächst.
Als Spezialkurs auf bestehendem SPS-Wissen ist die Handlungsschritt deutlich kompakter angelegt als ein vollständiger Programmierkurs und konzentriert sich auf wenige Wochen intensiver Simulationsarbeit. Der überwiegende Teil der Zeit fließt in praktische Übungen am Simulationsmodell statt in theoretische Einführungen. Wird der Kurs in Teilzeit besucht, verteilt sich derselbe Stoff über einen entsprechend längeren Zeitraum, ohne dass Inhalte gekürzt werden.
Der Kurs schließt mit einer trägerinternen Bescheinigung der Spezialqualifikation Digital Twins in der Automatisierung ab. Es handelt sich um einen qualifizierten Nachweis der zusätzlichen Simulationskompetenz, nicht um eine herstellerseitige Zertifizierungsprüfung. Das im Praxisteil erarbeitete virtuelle Inbetriebnahme-Projekt kann zusätzlich als Arbeitsprobe für Bewerbungen mit Simulationsschwerpunkt dienen. Sie dokumentiert damit gezielt die zusätzliche Simulationskompetenz oberhalb des allgemeinen SPS-Grundwissens.
Nutzen & Perspektiven
Virtuelle Inbetriebnahme gewinnt in der Automatisierungstechnik zunehmend an Bedeutung, weil sie Fehler sichtbar macht, bevor eine reale Anlage überhaupt fertig aufgebaut ist. Wer diese Methode beherrscht, spart nicht nur Zeit bei der eigentlichen Inbetriebnahme, sondern reduziert auch das Risiko teurer Stillstände. Für SPS-Fachkräfte mit Grundkenntnissen bietet der Spezialkurs eine klare Möglichkeit zur Weiterqualifizierung, ohne bei null anzufangen: Das vorhandene Programmierwissen wird direkt in einen neuen, gefragten Anwendungskontext überführt. Da Digital-Twin-Kompetenzen bislang seltener vermittelt werden als klassisches SPS-Programmierwissen, positioniert sich, wer diese Spezialisierung mitbringt, deutlich abseits des breiten Bewerberfelds für reine Programmierstellen.
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Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Offene Stellen
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet einen Digital Twin von einer klassischen Simulation?
Ein Digital Twin verbindet ein Simulationsmodell direkt mit dem realen Steuerungsprogramm, sodass dieses gegen das virtuelle Abbild läuft, als stünde die reale Anlage bereits. Eine klassische Simulation läuft dagegen meist unabhängig vom eigentlichen Steuerungsprogramm.
Brauche ich SPS-Vorkenntnisse für diesen Spezialkurs?
Ja, der Kurs setzt praktische SPS-Programmiererfahrung voraus und baut direkt darauf auf. Er ersetzt keinen Grundlagenkurs, sondern erweitert vorhandenes Wissen um Simulationsmethoden.
Welche Rolle spielt OPC UA im Kurs?
OPC UA dient als gängiges Kommunikationsprotokoll, um Steuerung und Simulationsmodell miteinander zu verbinden. Der Kurs behandelt die dafür nötigen Grundlagen im Kontext der virtuellen Inbetriebnahme.
Wofür wird virtuelle Inbetriebnahme in der Praxis eingesetzt?
Sie dient dazu, Steuerungsprogramme vor der realen Inbetriebnahme an einem virtuellen Modell zu testen, um Fehler frühzeitig zu erkennen und die tatsächliche Inbetriebnahmezeit an der Anlage zu verkürzen. Besonders bei neu geplanten Anlagen lassen sich so grundlegende Programmierfehler erkennen, bevor überhaupt reale Hardware zur Verfügung steht.
Ersetzt der Digital Twin die reale Inbetriebnahme vollständig?
Nein, die virtuelle Inbetriebnahme ergänzt die reale Inbetriebnahme, indem sie Fehler vorab reduziert. Die abschließende Prüfung an der realen Anlage bleibt weiterhin notwendig.