Effizienzgebäudeplanung mit 3D-Simulation – Weiterbildung
Energieeffiziente Gebäudeplanung mit 3D-Simulation: Wärmedämmung, Wärmebrücken und Energiebedarf werden am digitalen Gebäudemodell berechnet, verglichen und optimiert.
Auf einen Blick
Überblick
Effizienzgebäudeplanung mit 3D-Simulation verbindet Gebäudemodellierung mit energetischer Bewertung: Statt Energiekennwerte nachträglich auf Papier zu berechnen, entsteht zunächst ein digitales 3D-Modell des Gebäudes, an dem sich Wärmeverluste, Wärmebrücken und der Energiebedarf direkt simulieren lassen. Unterschiedliche Ausführungsvarianten, etwa bei Dämmstärke oder Fensterqualität, können so vor der eigentlichen Bauausführung verglichen und optimiert werden. Der Kurs vermittelt sowohl die bauphysikalischen Grundlagen als auch die praktische Umsetzung am digitalen Modell.
Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen
Die folgenden Angaben stammen aus den Angeboten eines einzelnen Anbieters — es ist also kein Anbietervergleich, sondern das erfasste Angebot zu diesem Kurs. Konkrete Preise und Termine nennt der Anbieter im Beratungsgespräch.
Zu diesem Kurs ist bisher ein Anbieter erfasst. Wenn du eine Anfrage stellst, prüfen wir zusätzlich vergleichbare Kurse anderer Anbieter.
1
an 2 Standorten
4
diesem Kursprofil zugeordnete Angebote
0
Termine werden anbieterabhängig veröffentlicht
bundesweit
inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden
Abschluss
Trägerinternes Zertifikat / qualifizierte Teilnahmebescheinigung
Mögliche Förderwege
Bildungsgutschein
Vermittelte Kompetenzen
- Gebäudeenergetische Grundlagen
- 3D-Gebäudemodellierung für Simulation
- Wärmebedarfsberechnung
- Wärmebrücken- und U-Wert-Bewertung
- Simulationsergebnisse interpretieren
- Variantenvergleich energetischer Maßnahmen
Zugeordnete Zielberufe
- Energieberater:in (Grundlagen)
- Bauzeichner:in mit Energieschwerpunkt
- Planungsassistenz Gebäudetechnik
- CAD-Anwender:in Bauphysik
Datenbasis: 4 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.
Kein Anbieter kann sich bei uns eine Platzierung oder Empfehlung kaufen.
Kursinhalte & Lernziele
Bauphysikalische Grundlagen der Gebäudeenergie Bevor simuliert werden kann, braucht es ein Verständnis dafür, wie Wärme durch ein Gebäude fließt. Dieser Block vermittelt die physikalischen Grundbegriffe, auf denen jede energetische Bewertung aufbaut.
- Wärmetransport durch Bauteile und die Bedeutung des U-Werts
- Aufbau der Gebäudehülle und ihre energetische Wirkung
- Wärmebrücken als Schwachstellen der Gebäudehülle erkennen
- Luftdichtheit und ihre Rolle für den Energiebedarf
- Speicherfähigkeit von Baumaterialien und thermische Trägheit
- Zusammenhang zwischen Gebäudegeometrie und Energiebedarf
3D-Modellierung als Grundlage der Simulation Damit eine Simulation belastbare Ergebnisse liefert, muss das zugrunde liegende 3D-Modell die energetisch relevanten Eigenschaften des Gebäudes korrekt abbilden. Dieser Block behandelt den Aufbau eines solchen Modells.
- Gebäudehülle mit Wänden, Dach und Bodenplatte modellieren
- Fenster- und Türflächen mit korrekten Kennwerten hinterlegen
- Ausrichtung und Verschattung durch Nachbargebäude berücksichtigen
- Zonierung des Gebäudes für unterschiedliche Nutzungsbereiche
- Materialdaten und Bauteilaufbauten dem Modell zuordnen
- Modellqualität für belastbare Simulationsergebnisse prüfen
Energetische Simulation und Berechnung Im Zentrum dieses Blocks steht die eigentliche Simulation: Wie viel Energie benötigt das Gebäude, und wo entstehen die größten Verluste?
- Heizwärmebedarf auf Basis des 3D-Modells berechnen
- Transmissionswärmeverluste über einzelne Bauteile auswerten
- Lüftungswärmeverluste in die Gesamtbilanz einbeziehen
- Solare Gewinne durch Fensterflächen berücksichtigen
- Wärmebrücken gezielt in die Simulation einbinden
- Ergebnisse nach Bauteilen und Verlustquellen aufschlüsseln
Auswertung, Vergleich und Optimierung Eine Simulation ist erst dann nützlich, wenn ihre Ergebnisse verständlich aufbereitet und für Entscheidungen genutzt werden. Dieser Block behandelt die Auswertung und den Vergleich energetischer Varianten.
- Simulationsergebnisse grafisch und tabellarisch aufbereiten
- Varianten mit unterschiedlicher Dämmstärke vergleichen
- Auswirkungen unterschiedlicher Verglasung bewerten
- Kosten-Nutzen-Abwägungen energetischer Handlungsschritte einordnen
- Ergebnisse in den Kontext gesetzlicher Anforderungen einordnen
- Empfehlungen für die weitere Planung ableiten
Praxis: Energetisches Gebäudeprojekt von der Modellierung bis zur Optimierung
- Analyse einer vorgegebenen Gebäudegeometrie und Nutzung
- Aufbau des 3D-Modells mit Hülle, Fenstern und Zonierung
- Zuordnung von Bauteilaufbauten und Materialkennwerten
- Identifikation potenzieller Wärmebrücken am Modell
- Berechnung des Heizwärmebedarfs im Ausgangszustand
- Auswertung der Verlustquellen nach Bauteilen
- Simulation einer Variante mit verbesserter Dämmung
- Simulation einer Variante mit verbesserter Verglasung
- Vergleich aller Varianten anhand der Simulationsergebnisse
- Einordnung der Ergebnisse in den energetischen Gesamtkontext
- Aufbereitung der Ergebnisse für eine verständliche Präsentation
- Besprechung der Optimierungsvorschläge im Kurs
Der Kurs verbindet bewusst technisches CAD-Arbeiten mit bauphysikalischem Verständnis: Ein 3D-Modell allein liefert noch keine energetische Aussage, und eine Energieberechnung ohne sauberes Modell bleibt ungenau. Erst das Zusammenspiel beider Bereiche macht die Simulation belastbar und nachvollziehbar. Am Ende steht ein vollständig simuliertes Gebäudeprojekt mit mehreren verglichenen Varianten, das den gesamten Weg von der Modellierung bis zur begründeten Optimierungsempfehlung abbildet. Diese Arbeitsweise entspricht dem Vorgehen, wie es bei der energetischen Bewertung realer Bauprojekte üblich ist.
Lernziele:
- Grundprinzipien der Gebäudeenergiebilanz nachvollziehen
- Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) von Bauteilen einordnen und bewerten
- Wärmebrücken an typischen Gebäudedetails erkennen und einschätzen
- Ein 3D-Gebäudemodell als Grundlage für die energetische Simulation aufbauen
- Ausrichtung, Verschattung und Gebäudegeometrie in die Bewertung einbeziehen
- Heizwärmebedarf und Transmissionswärmeverluste am Modell berechnen
- Lüftungswärmeverluste und deren Einfluss auf den Energiebedarf einordnen
- Solare Gewinne und ihre Wirkung auf die Energiebilanz nachvollziehen
- Simulationsergebnisse auswerten und verständlich aufbereiten
- Energetische Varianten wie Dämmung oder Verglasung miteinander vergleichen
- Ergebnisse in den Kontext aktueller gesetzlicher Anforderungen einordnen
- Ein vollständiges Gebäudeprojekt energetisch modellieren, simulieren und bewerten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an alle, die technische Gebäudeplanung mit energetischer Bewertung verbinden und Simulationsergebnisse selbstständig einordnen möchten.
- Bauzeichner:innen mit Interesse an energieeffizientem Bauen
- Technische Fachkräfte in Planungsbüros mit Schwerpunkt Bauphysik
- Quereinsteiger:innen mit technischem Grundverständnis und Interesse an Nachhaltigkeit
- Mitarbeitende in der Gebäudetechnik, die energetische Varianten bewerten sollen
- Personen, die sich perspektivisch in Richtung Energieberatung weiterentwickeln möchten
CAD-Vorkenntnisse werden für diesen Kurs nicht zwingend vorausgesetzt, da die notwendige 3D-Modellierung im Kurs selbst vermittelt wird. Ein grundlegendes technisches Verständnis für Baukonstruktion, etwa den Aufbau von Wänden und Dächern, erleichtert das Verständnis der bauphysikalischen Zusammenhänge. Interesse an physikalischen und rechnerischen Zusammenhängen ist hilfreich, da die Simulation auf konkreten Berechnungen basiert. Sichere Computerkenntnisse werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet kompakte fachliche Erklärungen zu bauphysikalischen Grundlagen mit praktischer Arbeit am 3D-Simulationsmodell. Neue Konzepte wie Wärmebrücken oder Transmissionsverluste werden zunächst anschaulich erklärt und anschließend direkt am eigenen Gebäudemodell nachvollzogen. Der Kurs endet nicht bei der reinen Berechnung, sondern legt Wert darauf, Simulationsergebnisse zu interpretieren und in konkrete Optimierungsentscheidungen zu übersetzen. Der Fortschritt wird laufend am wachsenden Simulationsprojekt überprüft.
Der Kurs ist kompakt über mehrere Wochen angelegt, wobei sich die genaue Dauer nach Lernformat und Vorkenntnissen richtet. Der Umfang orientiert sich an der vollständigen Bearbeitung eines energetischen Gebäudeprojekts von der Modellierung bis zum Variantenvergleich. Wer bereits CAD-Erfahrung mitbringt, kann sich stärker auf die bauphysikalischen und simulationsbezogenen Inhalte konzentrieren. Die zeitliche Planung wird zu Kursbeginn abgestimmt.
Der Kurs schließt mit einer trägerinternen Teilnahmebescheinigung ab, die die erworbenen Kenntnisse in der energetischen Gebäudesimulation dokumentiert. Es handelt sich um einen qualifizierten Nachweis des Kursanbieters, keine förmliche Qualifizierung zur Energieberatung oder zur Ausstellung von Energieausweisen. Das im Kurs bearbeitete Simulationsprojekt mit Variantenvergleich eignet sich als Arbeitsprobe für Bewerbungen im Bereich energieeffizientes Bauen. Für eine Tätigkeit als anerkannte:r Energieberater:in sind weiterführende, formal anerkannte Qualifizierungen erforderlich.
Nutzen & Perspektiven
Energieeffizientes Bauen ist längst kein Nischenthema mehr, sondern beeinflusst nahezu jedes Bauprojekt, vom Neubau bis zur Sanierung im Bestand. Wer energetische Zusammenhänge nicht nur theoretisch kennt, sondern am 3D-Modell selbst simulieren kann, bringt eine Kombination aus CAD- und Bauphysik-Kompetenz mit, die in klassischen Zeichenausbildungen häufig zu kurz kommt. Die Fähigkeit, unterschiedliche Ausführungsvarianten vor dem eigentlichen Bau zu vergleichen, hilft, kostspielige Fehlentscheidungen zu vermeiden und Planungsgespräche mit Bauherren oder Fachplanern fundiert zu führen, statt sich auf pauschale Erfahrungswerte zu verlassen. Da energetische Anforderungen an Gebäude tendenziell weiter zunehmen, positioniert diese Qualifikation für Aufgaben an der Schnittstelle zwischen klassischer Bauzeichnung und energetischer Fachplanung, ohne dass dafür zunächst eine vollständige Energieberater-Ausbildung notwendig wäre.
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Offene Stellen
Verwandte Kurse & Alternativen
30 ähnliche Qualifizierungen & Kurse in diesem Themenfeld
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau wird in diesem Kurs simuliert?
Am digitalen 3D-Modell eines Gebäudes wird das energetische Verhalten berechnet, etwa Heizwärmebedarf, Wärmeverluste über die Gebäudehülle und die Wirkung von Wärmebrücken. Verschiedene Ausführungsvarianten lassen sich so vor dem eigentlichen Bau vergleichen.
Brauche ich CAD-Vorkenntnisse für den Kurs?
Nein, CAD-Vorkenntnisse werden nicht zwingend vorausgesetzt. Der Kurs vermittelt die notwendige 3D-Gebäudemodellierung im Zusammenhang mit der energetischen Fragestellung von Grund auf.
Werden auch rechtliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz behandelt?
Der Kurs ordnet die energetischen Kennwerte in den Kontext der aktuellen gesetzlichen Anforderungen an Neubau und Sanierung ein, ohne dabei eine rechtliche Beratung zu ersetzen.
Für wen eignet sich der Kurs besonders?
Für alle, die technische Gebäudeplanung mit energetischer Bewertung verbinden möchten, etwa Bauzeichner:innen, die sich in Richtung Energieeffizienz spezialisieren, oder technische Fachkräfte mit Interesse an nachhaltigem Bauen.
Ersetzt der Kurs eine Ausbildung zum Energieberater beziehungsweise zur Energieberaterin?
Nein, der Kurs vermittelt fundierte Grundlagen der energetischen Gebäudesimulation, ersetzt aber keine förmliche Qualifizierung zur Ausstellung anerkannter Energieausweise oder zur Energieberatung.