Gesundheit & Pflege
Staatliche Prüfung

Umschulung Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in

Gesundheits- und Krankenpflegehelferinnen und -helfer arbeiten dort, wo die Pflege am dichtesten am Menschen ist. Sie unterstützen bei Körperpflege, Ankleiden, Essen und Trinken, bei Lagerung und Mobilisation, begleiten zu Untersuchungen und richten Zimmer und Hilfsmittel her.

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Dauer16 MonateOrientierung; Angebot prüfen
FormatOnline & Präsenzje nach Angebot
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Bildungsgutschein als Förderweg möglich; Zulassung des Angebots und persönliche Bewilligung prüfen.

Worum geht es in diesem Kurs?

Gesundheits- und Krankenpflegehelferinnen und -helfer arbeiten dort, wo die Pflege am dichtesten am Menschen ist. Sie unterstützen bei Körperpflege, Ankleiden, Essen und Trinken, bei Lagerung und Mobilisation, begleiten zu Untersuchungen und richten Zimmer und Hilfsmittel her. Sie messen Temperatur, Puls, Blutdruck und Blutzucker, beobachten Haut, Atmung, Appetit und Stimmung und melden Veränderungen an die Pflegefachkraft. Behandlungspflege, Steuerung des Pflegeprozesses und Pflegeplanung bleiben der dreijährig ausgebildeten Fachkraft vorbehalten; was übertragen werden darf, regeln die Bundesländer unterschiedlich. Gearbeitet wird im Schichtdienst, an Wochenenden und Feiertagen.

Wenn du zögerst, liegt es meist an drei Punkten. Erstens der Schulabschluss: Verlangt wird ein Hauptschulabschluss oder ein gleichwertiger – Bedingung, nicht Empfehlung. Zweitens die staatliche Prüfung: Sie ist zugleich dein Vorteil, du bekommst einen staatlich anerkannten Abschluss, kein Teilnahmezertifikat. Drittens die Belastung: Schichtdienst, Körperkontakt, Sterben. Da nur 15 Anbieter erfasst sind, kläre früh, welche Schule erreichbar ist.

Was lernst du in diesem Kurs?

  • Modul 1: Grundlagen der Pflege und Berufsrolle (6 Wochen) – Zu Beginn wird die Rolle geklärt: Was gehört zu Ihren Aufgaben, was ist Sache der Pflegefachkraft, und unter welchen Bedingungen darf etwas übertragen werden. Diese Klärung ist keine Theorie, sondern Selbstschutz im Stationsalltag. Die konkrete Modulstruktur legt die jeweilige Berufsfachschule fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte. Inhalte: Pflegemodelle, Pflegeprozess und Zuarbeit der Pflegehilfe, Abgrenzung von Grund- und Behandlungspflege, Berufsrecht, Delegation und Haftungsfragen, Schweigepflicht, Datenschutz und Patientenrechte, Ethische Grundfragen im Pflegealltag.
  • Modul 2: Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre (8 Wochen) – Ohne Verständnis für Körperfunktionen bleibt Beobachtung Ratespiel. Das Modul vermittelt Anatomie und Physiologie in dem Umfang, der nötig ist, um Krankheitsbilder einzuordnen und zu erkennen, wann eine Veränderung sofort gemeldet werden muss. Inhalte: Aufbau und Funktion der Organsysteme, Häufige internistische und chirurgische Krankheitsbilder, Neurologische und gerontopsychiatrische Erkrankungen, Erkennen von Warnzeichen und Notfallsituationen, Grundlagen der Arzneimittelwirkung.
  • Modul 3: Grundpflege, Mobilisation und Prophylaxen (8 Wochen) – Der praktische Kern des Berufs. Geübt werden die Handgriffe der Grundpflege, Transfertechniken, die den eigenen Rücken schonen, und die Prophylaxen, mit denen sich Folgeschäden bei Immobilität vermeiden lassen. Der Umgang mit Scham und Intimsphäre wird ausdrücklich mitbehandelt. Inhalte: Körperpflege, Kleidung und Intimsphäre, Lagerung, Transfer und rückenschonendes Arbeiten, Dekubitus-, Sturz-, Kontraktur- und Thromboseprophylaxe, Unterstützung bei Ernährung und Ausscheidung, Umgang mit Pflegehilfsmitteln.
  • Modul 4: Beobachtung, Vitalzeichen und Dokumentation (6 Wochen) – Das Modul verbindet Messung mit Deutung: Ein Wert allein sagt wenig, entscheidend ist die Veränderung im Verlauf und die Frage, wem sie wann mitgeteilt werden muss. Dokumentation und Übergabe werden als Handwerk geübt, weil Informationsverluste an diesen Schnittstellen entstehen. Inhalte: Messen und Bewerten von Vitalparametern, Systematische Krankenbeobachtung, Pflegedokumentation und digitale Dokumentationssysteme, Übergaben strukturiert geben und annehmen, Umgang mit Fehlern und Beinahe-Ereignissen.
  • Modul 5: Hygiene, Infektionsschutz und Arbeitssicherheit (5 Wochen) – Hygiene ist im Krankenhaus keine Zusatzaufgabe, sondern Bestandteil jedes Handgriffs. Behandelt werden die Standardmaßnahmen, die Besonderheiten der Isolationspflege und die rechtlichen Grundlagen einschließlich der Impf- und Nachweispflichten, die auch für den Zugang zur Ausbildung gelten. Inhalte: Händehygiene, Schutzausrüstung und Standardmaßnahmen, Isolationspflege und multiresistente Erreger, Aufbereitung von Materialien und Flächen, Infektionsschutzgesetz und einrichtungsinterne Hygienepläne, Arbeitsschutz und Umgang mit Gefährdungen.
  • Modul 6: Kommunikation, Begleitung und Umgang mit Belastung (5 Wochen) – Das Modul behandelt den Teil des Berufs, an dem die meisten Menschen scheitern – nicht am Fachwissen, sondern an der Dauerbelastung. Neben Gesprächstechniken und Deeskalation geht es um Sterbebegleitung und um die Frage, wie man die eigene Belastungsgrenze erkennt, bevor sie überschritten ist. Inhalte: Gesprächsführung mit Patienten und Angehörigen, Kommunikation bei Demenz, Delir und Sprachbarrieren, Begleitung Sterbender und Umgang mit Trauer, Deeskalation in Konflikt- und Aggressionssituationen, Selbstfürsorge, Belastungsgrenzen und kollegiale Beratung.
  • Modul 7: Praktische Ausbildung in den Versorgungsbereichen (24 Wochen) – Der größte Zeitblock der Ausbildung liegt in der Praxis. Sie durchlaufen mehrere Versorgungsbereiche, arbeiten im Schichtsystem mit und übernehmen unter Anleitung zunehmend eigenständig Aufgaben. Die Einsatzorte organisiert die Schule beziehungsweise der Träger; Umfang und Verteilung regeln die landesrechtlichen Vorgaben. Inhalte: Einsatz auf einer Krankenhausstation, Einsatz in einer stationären Pflegeeinrichtung, Einsatz bei einem ambulanten Pflegedienst, Anleitung durch Praxisanleitende und Lernaufgaben, Reflexionsgespräche und Praxisbeurteilungen.
  • Modul 8: Prüfungsvorbereitung (4 Wochen) – Zum Abschluss werden die Inhalte auf die staatliche Prüfung ausgerichtet. Geübt werden alle drei Prüfungsteile, insbesondere die praktische Prüfung, bei der eine reale Pflegesituation geplant, durchgeführt und begründet werden muss. Prüfungstermine und Ablauf gibt die zuständige Landesbehörde vor. Inhalte: Wiederholung der schriftlichen Prüfungsfächer, Training der mündlichen Prüfungssituation, Vorbereitung der praktischen Prüfung an einer Pflegesituation, Bearbeitung früherer Prüfungsaufgaben, Planung der Bewerbungsphase.

Lernziele:

  • Am Ende steht eine staatliche Prüfung und ein staatlich anerkannter Abschluss – keine bloße Teilnahmebescheinigung.
  • Mit rund 16 Monaten beziehungsweise 501 Tagen ist der Weg deutlich kürzer als die dreijährige generalistische Pflegeausbildung und trotzdem formal abgesichert.
  • Der Abschluss ist in mehreren Bundesländern ein anerkannter Zugang zur dreijährigen Pflegefachausbildung, teilweise mit Anrechnungsmöglichkeiten – er ist damit ein Zwischenschritt, keine Sackgasse.
  • Die Praxisanteile finden in Krankenhaus, Pflegeeinrichtung und ambulantem Dienst statt; Sie lernen die Einsatzfelder kennen, bevor Sie sich festlegen.
  • Die Tätigkeit ist an Menschen und nicht an Konjunktur gebunden: Pflegebedarf entsteht unabhängig von der wirtschaftlichen Lage.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Der Weg passt zu Menschen, die in der Pflege arbeiten wollen und dafür einen staatlich anerkannten Abschluss anstreben, aber die dreijährige generalistische Pflegeausbildung – aus zeitlichen, gesundheitlichen oder schulischen Gründen – nicht in einem Zug angehen wollen oder können. Mit rund 16 Monaten liegt er deutlich darunter und endet trotzdem mit einer staatlichen Prüfung. Er verlangt allerdings Präsenz und Vollzeit: Unterrichtet wird ausschließlich in Vollzeit, eine Teilzeitvariante gibt es nicht. Wer eine berufsbegleitende oder ortsunabhängige Lösung braucht, findet sie hier nicht. Zu beachten ist außerdem die dünne Angebotslage: 15 Anbieter mit 16 Angeboten bedeuten, dass ein Platz in erreichbarer Nähe nicht selbstverständlich ist.

  • Menschen mit Hauptschulabschluss, die einen staatlich anerkannten Abschluss in der Pflege anstreben
  • Betreuungs- und Pflegehilfskräfte ohne formale Qualifikation, die ihre Tätigkeit absichern und erweitern wollen
  • Berufswechselnde, die die Pflege zunächst mit einer kürzeren Qualifikation erproben, bevor sie die dreijährige Ausbildung angehen
  • Weniger geeignet für alle, die Teilzeit, Fernunterricht oder einen Kursplatz ohne längere Anfahrt benötigen
Voraussetzungen:

Anders als bei einer Umschulung zu einem dualen Ausbildungsberuf gibt es hier eine echte formale Hürde: Die Berufsfachschulen verlangen laut Zugangstexten einen Hauptschulabschluss beziehungsweise einen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss. Dazu kommen gesundheitliche Eignung und Impfnachweise. Über die Aufnahme entscheidet die Schule beziehungsweise der Bildungsträger, bei geförderten Plätzen zusammen mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

  • Hauptschulabschluss beziehungsweise ein als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss – in den Zugangstexten ausdrücklich gefordert
  • Gesundheitliche Eignung für die pflegerische Tätigkeit, in der Regel über ein ärztliches Zeugnis nachzuweisen
  • Nachweis der geforderten Schutzimpfungen, in den Angebotstexten genannt sind Hepatitis B und Masern
  • Deutschkenntnisse, die für Übergaben, Dokumentation und den theoretischen Unterricht ausreichen
  • Bereitschaft zu Vollzeitunterricht in Präsenz und zu Praxiseinsätzen im Schichtdienst

Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?

Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)

16 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote

Betriebspraktikum: Praktische Ausbildungsanteile in Krankenhaus, Pflegeeinrichtung und ambulantem Dienst machen bei diesem Weg einen erheblichen Teil der Gesamtzeit aus – die landesrechtlichen Ausbildungsordnungen sehen dafür in der Regel mehrere hundert Stunden vor, verteilt über die gesamte Laufzeit. Die Einsatzorte organisiert die Berufsfachschule oder der Träger; den genauen Umfang und die Verteilung erfahren Sie dort.

Schriftlicher Teil: Aufsichtsarbeiten zu den pflegerischen und krankheitskundlichen Fächern nach den Vorgaben der jeweiligen landesrechtlichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung.

Mündlicher und praktischer Teil: ein Prüfungsgespräch über die theoretischen Grundlagen sowie eine praktische Prüfung, in der eine reale Pflegesituation geplant, durchgeführt und fachlich begründet wird.

Prüfende Stelle: Die nach Landesrecht zuständige Behörde beziehungsweise die staatlich anerkannte Berufsfachschule, an der die Prüfung abgenommen wird. Eine Industrie- oder Handwerkskammer ist hier nicht beteiligt. Weil die Regelungen von Bundesland zu Bundesland abweichen, sollten Sie die Anerkennung Ihres Abschlusses in anderen Ländern vor der Anmeldung klären, falls ein Umzug in Betracht kommt.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung erhalten Sie einen staatlich anerkannten Abschluss in der Pflegehilfe. Die Bezeichnung richtet sich nach dem Landesrecht; gebräuchlich sind unter anderem staatlich geprüfte/-r Krankenpflegehelfer/-in, staatlich anerkannte/-r Kranken- und Altenpflegehelfer/-in und Gesundheits- und Pflegeassistenz. Ergänzend stellen die Schulen eine Schulbescheinigung aus..

Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters kommt bei diesem Weg in Betracht, ist nach § 81 SGB III aber immer eine Einzelfallentscheidung und hängt von Ihrer persönlichen Situation, der Arbeitsmarktlage und der AZAV-Zulassung des konkreten Angebots ab; eine pauschale Kostenübernahme können wir nicht zusichern. Prüfen Sie zusätzlich die landesrechtlichen Regelungen: Der Besuch staatlicher Berufsfachschulen für Pflegehilfe ist in einigen Bundesländern schulgeldfrei, in einzelnen Modellen wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Die Kosten liegen je nach Angebot zwischen 1.000 und 10.000 €; ein Teil nennt den Preis erst auf Anfrage.

Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.

Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?

Unsere Marktdatenbank weist für die letzten 365 Tage 3.261 offene Stellen zu diesem Zielberuf aus – bei nur 15 Anbietern mit 16 Angeboten. Der Engpass liegt also weniger bei den Stellen als bei den Ausbildungsplätzen in erreichbarer Nähe. Die Krankenpflegehilfe ist landesrechtlich geregelt, die Anerkennung bei einem Umzug also nicht automatisch. Der Verdienstsprung liegt erst im Übergang in die dreijährige Pflegefachausbildung.

Krankenpflegehelfer profitieren von den jüngsten Tariferhöhungen im Pflegesektor (TVöD-P) plus steuerfreien Schicht- und Nachtzuschlägen.

  • Einstieg: ca. 29.000–34.000 €
  • Mit Berufserfahrung: ca. 34.000–41.000 €
  • Spezialist oder Leitung: ca. 42.000–48.000 €
  • Typische Tätigkeitsfelder: Unterstützung bei Körperpflege, Ernährung und Ausscheidung, Lagerung, Mobilisation und Begleitung zu Untersuchungen, Messen und Dokumentieren von Vitalparametern, Krankenbeobachtung und Weitergabe von Veränderungen, Prophylaxen gegen Dekubitus, Sturz, Kontraktur und Thrombose, Hygienemaßnahmen und Vorbereitung von Materialien, Begleitung von Patientinnen und Bewohnern im Tagesverlauf
  • Typische Arbeitgeber: Krankenhäuser und Fachkliniken, Stationäre Pflegeeinrichtungen und Seniorenzentren, Ambulante Pflegedienste, Reha-Einrichtungen und Kurkliniken, Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Hospize und palliative Versorgungsangebote

Welche Förderung passt zu dir?

Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.

Berufswege prüfen

Zugeordnete Zielberufe

Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.

  • Unterstützung bei Körperpflege, Ernährung und Ausscheidung
  • Lagerung, Mobilisation und Begleitung zu Untersuchungen
  • Messen und Dokumentieren von Vitalparametern
  • Krankenbeobachtung und Weitergabe von Veränderungen
  • Prophylaxen gegen Dekubitus, Sturz, Kontraktur und Thrombose
  • Hygienemaßnahmen und Vorbereitung von Materialien

Vor der Kurswahl klären

  • Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
  • Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
  • Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.

Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist das eine IHK-Umschulung?

Nein. Die Krankenpflegehilfe ist kein Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, sondern landesrechtlich geregelt. Am Ende stehen eine staatliche Prüfung, ein staatlich anerkannter Abschluss und eine Schulbescheinigung; eine Kammerprüfung gibt es nicht. Der Abschluss ist deswegen nicht weniger wert – im Gegenteil, ein staatlich anerkannter Abschluss ist im Pflegebereich der maßgebliche Nachweis. Zuständig sind die Behörde und die Berufsfachschule des jeweiligen Bundeslandes, nicht eine Kammer.

Brauche ich wirklich einen Hauptschulabschluss?

Ja, das ist hier eine echte Zugangsvoraussetzung und keine Empfehlung: Die Zugangstexte der Anbieter nennen ausdrücklich einen Hauptschulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Bildungsabschluss. Welche ausländischen oder anderweitig erworbenen Abschlüsse als gleichwertig gelten, entscheidet die zuständige Stelle des Bundeslandes. Wenn Ihnen der Abschluss fehlt, fragen Sie gezielt nach Anerkennungsverfahren und nach Angeboten zum Nachholen des Hauptschulabschlusses, bevor Sie den Berufswunsch aufgeben.

Wie lange dauert die Ausbildung und geht sie auch in Teilzeit?

Die Laufzeit liegt im Median bei rund 16 Monaten beziehungsweise 501 Tagen, verteilt auf die Dauerklassen sechs Monate bis ein Jahr und ein bis zwei Jahre. Angeboten wird ausschließlich Vollzeit in Präsenzform – eine Teilzeit- oder Fernvariante gibt es hier nicht. Rechnen Sie also mit einer Vollzeitbelastung einschließlich Praxiseinsätzen im Schichtdienst und planen Sie Betreuungs- und Fahrtzeiten realistisch ein.

Kann ich damit später die dreijährige Pflegeausbildung machen?

Der Abschluss gilt in mehreren Bundesländern als Zugang zur dreijährigen generalistischen Pflegeausbildung, auch für Bewerberinnen und Bewerber ohne mittleren Schulabschluss, und teilweise ist eine Verkürzung oder Anrechnung möglich. Wie weit das reicht, regelt jedes Bundesland eigenständig, und die Entscheidung trifft die aufnehmende Pflegeschule. Klären Sie diesen Anschluss frühzeitig und schriftlich, wenn er Teil Ihres Plans ist – für viele ist genau das der eigentliche Grund, diesen Weg zu gehen.

Welche gesundheitlichen Nachweise werden verlangt?

Die Zugangstexte nennen die gesundheitliche Eignung sowie den Nachweis von Schutzimpfungen, ausdrücklich genannt sind Hepatitis B und Masern. Die Masernimpfpflicht ergibt sich für Tätigkeiten in medizinischen Einrichtungen aus dem Infektionsschutzgesetz; weitere Anforderungen können je nach Einsatzort dazukommen. Kümmern Sie sich früh darum, weil ärztliche Bescheinigungen und Impfabstände Zeit brauchen und ein fehlender Nachweis den Praxiseinsatz blockieren kann.

Was kostet die Ausbildung und wird sie gefördert?

In unseren Daten ist bei einem Teil der Angebote keine Preisangabe hinterlegt; wo Angaben vorliegen, liegen sie in den Bereichen 1.000 bis 5.000 Euro und 5.000 bis 10.000 Euro. Den verbindlichen Preis nennt der Anbieter. Je nach Bundesland ist der Besuch staatlicher Berufsfachschulen teilweise kostenfrei, und in manchen Modellen wird sogar eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Eine Förderung über den Bildungsgutschein kommt ebenfalls in Betracht, bleibt aber nach § 81 SGB III eine Einzelfallentscheidung – klären Sie beides vorab mit Schule und Vermittlungsfachkraft.

Wie schwer ist die körperliche und seelische Belastung?

Sie ist hoch, und das sollte man vor der Anmeldung wissen. Schichtdienst, Wochenend- und Feiertagsarbeit gehören dazu, ebenso Heben und Umlagern, Ausscheidungen, Schmerz und Sterben. Die Ausbildung behandelt rückenschonendes Arbeiten, Deeskalation und Selbstfürsorge ausdrücklich, weil das über die Verweildauer im Beruf entscheidet. Wenn Sie unsicher sind, ist eine Hospitation oder ein kurzer Praktikumseinsatz vor der Bewerbung der beste Realitätstest.