Fortbildung Pflegehelfer
Pflegehelferinnen und Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte in der Grundpflege und im Alltag der Pflegebedürftigen. Sie helfen bei Körperpflege, Ernährung, Mobilisation und Lagerung, beobachten Zustandsveränderungen und melden sie an die Fachkraft weiter, dokumentieren durchgeführte Maßnahmen, …
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Worum geht es in diesem Kurs?
Pflegehelferinnen und Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte in der Grundpflege und im Alltag der Pflegebedürftigen. Sie helfen bei Körperpflege, Ernährung, Mobilisation und Lagerung, beobachten Zustandsveränderungen und melden sie an die Fachkraft weiter, dokumentieren durchgeführte Maßnahmen, begleiten bei Aktivitäten und im Kontakt mit Angehörigen und übernehmen hauswirtschaftliche Aufgaben im Pflegeumfeld. Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt und dauert je nach Bundesland ein bis zwei Jahre; auch die Berufsbezeichnung und der Umfang der Ausbildung unterscheiden sich zwischen den Ländern.
Ein Punkt muss vorher klar sein: Der Helferabschluss ist nicht die Pflegefachkraft. Die Vorbehaltsaufgaben – Pflegebedarf erheben, Pflegeprozess planen und evaluieren – stehen gesetzlich allein den Fachkräften zu, und das begrenzt Aufgaben und Bezahlung dauerhaft. Als Einstieg ist sie sinnvoll und kürzer. Willst du langfristig in der Pflege bleiben, plane die Fachkraftausbildung von Anfang an mit, weil Helferzeiten teils angerechnet werden.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Grundpflege und Alltagsbegleitung (12 Wochen) – Die praktische Kernkompetenz, mit der Helferinnen und Helfer täglich arbeiten. Inhalte: Körperpflege und Unterstützung bei der Ernährung, Mobilisation, Lagerung, Sturzprävention, Beobachtung und Weitergabe von Veränderungen, Pflegedokumentation im Helferbereich.
- Modul 2: Medizinische und pflegerische Grundlagen (12 Wochen) – Genug Fachwissen, um Beobachtungen richtig einzuordnen und weiterzugeben. Inhalte: Anatomie und Physiologie im Überblick, Häufige Krankheitsbilder im Alter, Hygiene und Infektionsschutz, Erste Hilfe und Notfallverhalten.
- Modul 3: Kommunikation, Recht und Ethik (8 Wochen) – Wo die eigene Zuständigkeit endet und wie Grenzen professionell kommuniziert werden. Inhalte: Kommunikation mit Pflegebedürftigen und Angehörigen, Umgang mit Demenz und herausforderndem Verhalten, Aufgabenabgrenzung und Haftung, Datenschutz und Schweigepflicht.
- Modul 4: Praxiseinsätze (24 Wochen) – Ein erheblicher Teil der Ausbildung findet in der Praxis statt, in mehreren Versorgungsbereichen. Inhalte: Stationäre Langzeitpflege, Ambulanter Pflegedienst, Begleitete Praxisaufgaben, Abschlussgespräch und Prüfungsvorbereitung.
Lernziele:
- Staatlich anerkannter Abschluss nach Landesrecht statt reiner Anlerntätigkeit
- Kürzer als die Fachkraftausbildung und damit ein schneller Einstieg in einen Beruf mit sicherer Nachfrage
- 10 belegte Langzeit-Angebote in Voll- und Teilzeit
- Teils Anrechnung auf die dreijährige Pflegefachausbildung — als Zwischenschritt planbar
Für wen ist der Kurs geeignet?
Erwachsene, die im Pflegebereich mit staatlich anerkanntem Helferabschluss einsteigen wollen — häufig als Zwischenschritt zur Fachkraftausbildung.
- Betreuungs- und Alltagsbegleitkräfte, die einen anerkannten Abschluss wollen
- Quereinsteigende ohne Berufsabschluss, die einen schnellen Einstieg in die Pflege suchen
- Menschen, die die dreijährige Fachkraftausbildung anstreben und zunächst einen kürzeren Weg brauchen
Diese Aufstiegsfortbildung setzt eine abgeschlossene Berufsausbildung voraus, in der Regel zusätzlich Berufspraxis. Sie ist keine Umschulung und kein Einstieg für Quereinsteiger ohne Abschluss – die Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer beziehungsweise das Landesrecht.
- Abgeschlossene Berufsausbildung im einschlägigen Bereich
- Berufspraxis nach der Ausbildung, Umfang nach Prüfungsordnung
- Bereitschaft zu einer Qualifizierung über 14 Monate
- Aufnahmegespräch beim Bildungsträger
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Combined Learning
14 Monate (Vollzeit oder Teilzeit) – belegte Laufzeit: 425 Tage
Betriebspraktikum: Kein Betriebspraktikum – die Fortbildung setzt Berufspraxis voraus.
Schriftliche und praktische Leistungsnachweise während der Ausbildung nach landesrechtlicher Ausbildungsordnung.
Abschlussprüfung mit schriftlichem, praktischem und mündlichem Teil; in den belegten Angeboten ist Certqua als prüfende Stelle hinterlegt.
Prüfende Stelle: Certqua. Offizieller Abschluss: Pflegehelfer/in.
Als Aufstiegsfortbildung wird diese Qualifizierung in der Regel über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert, das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Der Bildungsgutschein kommt hier meist nicht in Frage, weil er auf Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss zielt – diese Fortbildung setzt einen Abschluss voraus. Belegte Kostenrahmen der Angebote: 1.000–5.000 €, 5.000–10.000 €, bis 500 €, über 10.000 €.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Pflegehilfskräfte werden bundesweit gesucht; Einrichtungen suchen dauerhaft und stellen häufig sofort ein. Der Abschluss verbessert die Position gegenüber der reinen Anlerntätigkeit deutlich, bleibt aber in Aufgaben und Bezahlung unter der Fachkraft. Belegt sind 10 Langzeit-Angebote an drei Standorten, in Voll- und Teilzeit.
Der TVöD-P und kirchliche Tarifwerke ordnen Pflegehilfskräfte klar unter den Fachkräften ein, weil ihnen die Vorbehaltsaufgaben nicht zustehen. Schicht-, Nacht- und Feiertagszuschläge erhöhen das tatsächliche Einkommen; der nächste echte Sprung führt über die dreijährige Fachkraftausbildung.
- Einstieg: ca. 30.000–34.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 35.000–40.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 41.000–46.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Grundpflege in der stationären Langzeitpflege, Ambulante Pflege, Betreuung in Tagespflege, Unterstützung in Kliniken, Hauswirtschaftliche Versorgung im Pflegeumfeld
- Typische Arbeitgeber: Alten- und Pflegeheime, Ambulante Pflegedienste, Tages- und Kurzzeitpflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Einrichtungen der Behindertenhilfe
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Grundpflege in der stationären Langzeitpflege
- Ambulante Pflege
- Betreuung in Tagespflege
- Unterstützung in Kliniken
- Hauswirtschaftliche Versorgung im Pflegeumfeld
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das eine Umschulung oder eine Fortbildung?
Formal eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung im Helferbereich. Ausgeschrieben wird sie als Langzeit-Weiterbildung ohne Umschulungskennzeichnung, weshalb sie hier als Fortbildung geführt wird. Für Menschen ohne Berufsabschluss ist sie praktisch ein Einstiegsweg — die Förderfähigkeit klärt die Agentur für Arbeit im Einzelfall.
Was darf ich damit nicht?
Die Vorbehaltsaufgaben der Pflegefachkräfte: Erhebung des Pflegebedarfs, Planung und Steuerung des Pflegeprozesses und dessen Evaluation. Diese sind im Pflegeberufegesetz den Fachkräften zugewiesen. Auch bei Medikamentengabe und Behandlungspflege sind die Befugnisse eingeschränkt und je Bundesland unterschiedlich geregelt.
Kann ich später zur Fachkraft aufstocken?
Ja, das ist der übliche Weg. Viele Bundesländer rechnen die Helferausbildung teilweise auf die dreijährige Ausbildung zum Pflegefachmann an, meist ein Jahr. Wer diesen Weg plant, sollte die Anrechnungsregeln des eigenen Bundeslands vor der Anmeldung prüfen.
Wie lange dauert es?
Die belegten Angebote laufen 372 bis 730 Tage, also etwa 12 bis 24 Monate, in Voll- und Teilzeit. Die Bandbreite kommt aus den unterschiedlichen Landesregelungen: einige Länder sehen ein Jahr vor, andere zwei.