Umschulung Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit (IHK)
Kaufleute für Tourismus und Freizeit arbeiten dort, wo eine Region oder eine Einrichtung sich als Ziel vermarktet. Sie beraten Gäste, stellen Arrangements zusammen, buchen Unterkünfte, Führungen und Eintritte und wickeln Zahlungen und Stornierungen ab.
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Worum geht es in diesem Kurs?
Kaufleute für Tourismus und Freizeit arbeiten dort, wo eine Region oder eine Einrichtung sich als Ziel vermarktet. Sie beraten Gäste, stellen Arrangements zusammen, buchen Unterkünfte, Führungen und Eintritte und wickeln Zahlungen und Stornierungen ab. Zweiter Schwerpunkt ist die Angebotsentwicklung: Leistungen kalkulieren und mit Hotels, Verkehrsbetrieben oder Ausflugszielen verhandeln. Dazu kommt die Vermarktung über Prospekte, Websites, Buchungssysteme und Messen. Ein dritter Block ist die Organisation von Veranstaltungen von der Stadtführung bis zum Regionalfest. Der Beruf ist saisongeprägt: In der Hauptsaison ist die Belastung hoch, Wochenend- und Feiertagsdienste gehören dazu.
Zuerst eine Zahl: In den letzten 365 Tagen sind 400 offene Stellen zum Zielberuf erfasst. Das ist wenig – in anderen kaufmännischen Feldern liegen die Werte vier- bis fünfstellig. Die Zahl soll dich nicht abschrecken, aber deine Planung verändern. Prüfe vor dem Start, ob es in deiner erreichbaren Umgebung überhaupt touristische Arbeitgeber gibt. Viele Stellen im Tourismus sind zudem befristet oder auf die Saison zugeschnitten.
Was lernst du in diesem Kurs?
- Modul 1: Tourismuswirtschaft, Destination und Betriebsformen (8 Wochen) – Das Einstiegsmodul ordnet die Branche: wer welche Leistung erbringt, wie eine Destination organisiert ist und mit welchen Kennzahlen sie gesteuert wird. Diese Systemkenntnis ist Voraussetzung, um später Angebote sinnvoll zusammenzustellen. Die konkrete Modulstruktur legt der Bildungsträger fest. Inhalte: Struktur des Tourismusmarktes und Leistungsträger, Destinationsmanagement und regionale Tourismusorganisationen, Betriebsformen zwischen Kur, Freizeit und Kultur, Tourismusstatistik und Kennzahlen wie Übernachtungen und Auslastung, Nachhaltigkeit und Besucherlenkung.
- Modul 2: Gästeberatung, Buchung und Servicequalität (10 Wochen) – Hier wird die Arbeit am Gast geübt – von der Bedarfsermittlung über die Buchung im System bis zur Beschwerde. Der Umgang mit unzufriedenen Gästen ist ein eigener Schwerpunkt, weil im Tourismus vieles außerhalb der eigenen Kontrolle schiefgehen kann und trotzdem am Counter landet. Inhalte: Beratungsgespräch und Bedarfsermittlung am Counter und am Telefon, Arbeit mit Buchungs- und Reservierungssystemen, Zahlungsabwicklung, Storno und Umbuchung, Beschwerdebearbeitung und Servicestandards, Fremdsprachige Gästekommunikation.
- Modul 3: Angebotsentwicklung und Kalkulation (12 Wochen) – Das kaufmännische Kernmodul des Berufs. Aus Zielgruppenwissen und eingekauften Leistungen entsteht ein buchbares Produkt mit einem Preis, der trägt. Behandelt werden Verhandlung, Kalkulation und Nachkalkulation – die Rechenarbeit, die in der Prüfung besonders zählt. Inhalte: Zielgruppenanalyse und Produktentwicklung, Verhandlung mit Leistungsträgern und Einkaufskonditionen, Kalkulation von Pauschalen, Arrangements und Führungen, Deckungsbeitrag, Preisuntergrenze und Provisionsmodelle, Nachkalkulation und Erfolgsbewertung.
- Modul 4: Marketing, Vertrieb und digitale Kanäle (10 Wochen) – Tourismus lebt von Sichtbarkeit. Das Modul behandelt Marketingkonzepte ebenso wie das praktische Handwerk: Angebotstexte schreiben, Plattformen pflegen, auf Bewertungen reagieren und Kooperationen aufsetzen. Der digitale Anteil ist inzwischen der größte Hebel im Vertrieb. Inhalte: Marketingkonzepte für Destinationen und Freizeiteinrichtungen, Texte für Prospekte, Websites und Newsletter, Pflege von Content- und Buchungsplattformen, Social Media, Bewertungsportale und Reputationspflege, Messen, Kooperationen und Pressearbeit.
- Modul 5: Veranstaltungs- und Freizeitmanagement (10 Wochen) – Freizeitangebote entstehen nicht von selbst. Das Modul führt durch den vollständigen Zyklus einer Veranstaltung – von der Idee über Genehmigungen und Budget bis zur Betreuung vor Ort und zur Nachbereitung. Sicherheits- und Auflagenfragen nehmen dabei bewusst breiten Raum ein. Inhalte: Planung von Veranstaltungen, Führungen und Programmen, Genehmigungen, Auflagen und Sicherheitskonzepte, Personaleinsatz und Dienstleistersteuerung, Budgetplanung und Kostenkontrolle, Durchführung, Betreuung vor Ort und Nachbereitung.
- Modul 6: Kaufmännische Steuerung, Rechnungswesen und Recht (10 Wochen) – Das Modul sichert die kaufmännische und rechtliche Seite ab. Neben Buchführung und Abrechnung geht es um die Grundzüge des Reiserechts, um Verträge mit Leistungsträgern und um den Umgang mit Gästedaten – ein Bereich, in dem im Tourismus regelmäßig Fehler passieren. Inhalte: Doppelte Buchführung, Belegerfassung und Kontierung, Rechnungs-, Provisions- und Zahlungsabwicklung, Reiserecht und Pauschalreisevertrag im Überblick, Vertragsgestaltung mit Leistungsträgern, Datenschutz nach DSGVO im Umgang mit Gästedaten.
- Modul 7: Betriebliche Praxisphase (14 Wochen) – Die Praxisphase ist in diesem Beruf besonders wichtig: Bei einer schmalen Stellenlage entscheidet der persönliche Kontakt zu regionalen Arbeitgebern häufig über den Einstieg. Umfang und Lage legt der Bildungsträger fest; die Datensätze enthalten dazu keine einheitliche Angabe. Inhalte: Mitarbeit in Tourist-Information, Freizeitbetrieb oder Destinationsgesellschaft, Eigenständige Gästeberatung unter Anleitung, Mitarbeit an einer konkreten Veranstaltung oder einem Angebot, Arbeit mit den eingesetzten Buchungs- und Contentsystemen, Aufbau regionaler Kontakte für den späteren Einstieg.
- Modul 8: Wirtschafts- und Sozialkunde, Prüfungsvorbereitung (8 Wochen) – Zum Abschluss werden die Inhalte auf die Kammerprüfung ausgerichtet. Neben Wirtschafts- und Sozialkunde stehen Kalkulationsaufgaben und das Training des Fachgesprächs im Vordergrund. Den genauen Zuschnitt bestimmt der Träger nach der Prüfungsordnung der zuständigen Kammer. Inhalte: Rechtsformen, Märkte und Preisbildung, Berufsbildungsrecht, Arbeitsschutz und Mitbestimmung, Wiederholung der prüfungsrelevanten Fachgebiete, Bearbeitung von Prüfungsaufgaben früherer Termine, Training des fallbezogenen Fachgesprächs.
Lernziele:
- Der Abschluss ist eine anerkannte Kammerqualifikation nach BBiG und damit bundesweit belastbar – nicht nur eine Teilnahmebescheinigung.
- Die Inhalte verbinden Beratung, Marketing, Veranstaltungsorganisation und Kalkulation und sind damit auch außerhalb des Tourismus anschlussfähig.
- Erfahrung aus Gastronomie, Hotellerie oder Service zahlt in diesem Beruf unmittelbar ein, statt bei null zu beginnen.
- Mit 17 Anbietern, 19 Angeboten und 84 Terminen ist die Angebotslage für ein Nischenfeld erstaunlich stabil.
- Die Kombination aus Gästekontakt und kaufmännischer Verantwortung gibt es in dieser Form in kaum einem anderen Ausbildungsberuf.
Für wen ist der Kurs geeignet?
Die Umschulung passt zu Menschen, die gern mit Gästen arbeiten und Freude daran haben, Angebote und Veranstaltungen zu organisieren, statt am Schreibtisch allein zu sitzen. Erfahrung aus Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel oder Kundenservice ist ein spürbarer Vorteil, weil dieselben Fähigkeiten gebraucht werden – nur auf einer kaufmännischen Grundlage. Unterrichtet wird ausschließlich in Vollzeit, als Präsenzunterricht oder in kombinierten Lernformen. Wichtig für die Erwartungshaltung: Mit rund 400 offenen Stellen pro Jahr ist die Nachfrageseite in diesem Beruf deutlich schmaler als in anderen kaufmännischen Feldern. Wer maximale Stellensicherheit sucht, findet sie hier nicht – wer für dieses Feld brennt und regional flexibel ist, dagegen schon.
- Menschen mit Erfahrung aus Gastronomie, Hotellerie oder Kundenservice, die kaufmännisch aufsatteln wollen
- Umsteigende mit ausgeprägter Freude an Gästekontakt, Organisation und Veranstaltungen
- Bewerbende in touristisch geprägten Regionen mit Kur-, Freizeit- oder Destinationsbetrieben vor Ort
- Weniger geeignet für alle, die auf ein möglichst großes Stellenangebot oder feste Bürozeiten ohne Wochenenddienste angewiesen sind
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Aus den erfassten Zugangstexten gehen als Anforderungen hervor: idealerweise ein mittlerer Schulabschluss oder mehrjährige Berufserfahrung, gute Deutschkenntnisse auf mindestens Niveau B2, EDV-Grundkenntnisse sowie Lernbereitschaft und echtes Interesse am Berufsfeld. Mehrere Anbieter setzen die erfolgreiche Teilnahme an einem Eignungstest voraus und klären die individuellen Voraussetzungen in einem persönlichen Gespräch.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Maßnahme führt selbst zum Kammerabschluss
- Idealerweise mittlerer Schulabschluss oder mehrjährige Berufserfahrung, in den Zugangstexten ausdrücklich benannt
- Gute Deutschkenntnisse auf mindestens Niveau B2 sowie EDV-Grundkenntnisse
- Erfolgreiche Teilnahme an einem Eignungstest, bei mehreren Anbietern Bedingung
- Bereitschaft zu Publikumsverkehr sowie zu Wochenend- und Saisonarbeit, die im Tourismus die Regel ist
Wie läuft der Kurs ab und welchen Abschluss gibt es?
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
24 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Bei einer rund 24-monatigen Umschulung in diesem Feld sind betriebliche Praxisphasen der Regelfall – typischerweise in einer Tourist-Information, bei einer Regionalmarketing- oder Destinationsgesellschaft, in einem Freizeit- oder Kurbetrieb oder in der Gästebetreuung. Umfang, Lage und Zahl der Blöcke legt der Bildungsträger fest; die Datensätze enthalten dazu keine einheitliche Angabe. Bei der schmalen Stellenlage in diesem Beruf ist die Praxisphase besonders wichtig, weil sie regionale Kontakte schafft.
Schriftlicher Prüfungsteil vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Geprüft werden die kaufmännischen und fachlichen Gebiete des Berufsbildes, darunter Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Angebotsgestaltung und Kalkulation, kaufmännische Steuerung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Fallbezogener mündlicher Prüfungsteil vor der Kammer, üblicherweise als Fachgespräch zu einer Beratungs-, Angebots- oder Veranstaltungssituation. Den verbindlichen Zuschnitt regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer; in den Datensätzen als Kammerprüfung geführt. Mehrere Träger stellen zusätzlich ein eigenes Zertifikat oder eine Teilnahmebescheinigung aus.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung führen Sie die Berufsbezeichnung Kaufmann beziehungsweise Kauffrau für Tourismus und Freizeit (IHK). Der Abschluss ist bundesweit anerkannt und entspricht dem Abschluss der dualen Ausbildung..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich, weil es sich um eine Umschulung mit anerkanntem Kammerabschluss handelt. Die Bewilligung ist eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III und hängt von Ihrer persönlichen Situation, der Arbeitsmarktlage sowie der AZAV-Zertifizierung von Träger und Maßnahme ab – eine Zusage vorab gibt es nicht. Bei diesem Beruf lohnt es sich, gut vorbereitet ins Gespräch zu gehen: Mit rund 400 offenen Stellen pro Jahr ist die Nachfrage schmal, weshalb die arbeitsmarktliche Notwendigkeit häufig genauer begründet werden muss – etwa mit konkreten Arbeitgebern in Ihrer Region. Die Kosten nennt der Träger auf Anfrage.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Welche beruflichen Perspektiven bietet der Kurs?
Die Nachfrageseite ist schmal: In den letzten 365 Tagen sind 400 offene Stellen zum Zielberuf erfasst – der niedrigste Wert dieser Auswertung. Die Branche konzentriert sich auf bestimmte Regionen, viele Arbeitgeber sind klein, ein Teil der Beschäftigung ist saisonal befristet. Wer nicht in einer touristischen Region lebt, sollte die Frage der Mobilität vor dem Start klären. Die Inhalte sind auch für Kommunen und Eventagenturen anschlussfähig.
In kommunalen Tourismusverbänden gilt meist der TVöD, während private Reiseveranstalter und Freizeiteinrichtungen frei verhandeln.
- Einstieg: ca. 26.000–31.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 32.000–41.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 43.000–55.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Gästeberatung und Buchung in Tourist-Informationen, Entwicklung und Kalkulation von Pauschalen und Arrangements, Marketing und Contentpflege für Destinationen und Einrichtungen, Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Führungen, Betreuung von Freizeit-, Kur- und Erlebnisangeboten, Zusammenarbeit mit Hotels, Verkehrsbetrieben und Ausflugszielen, Auswertung von Besucher- und Übernachtungsstatistiken
- Typische Arbeitgeber: Tourist-Informationen und kommunale Tourismusgesellschaften, Destinations- und Regionalmarketingorganisationen, Freizeit-, Erlebnis- und Themenparks, Kur- und Wellnessbetriebe sowie Bäderverwaltungen, Hotels und Ferienanlagen mit eigenem Freizeitprogramm, Veranstalter von Führungen, Erlebnis- und Aktivangeboten, Kultur- und Veranstaltungsbetriebe mit touristischem Bezug
Welche Förderung passt zu dir?
Erhalte eine erste Orientierung, welche Förderwege zu deiner Situation passen. Über eine Bewilligung entscheidet die zuständige Stelle. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Berufswege prüfen
Zugeordnete Zielberufe
Diese Tätigkeitsbezeichnungen sind dem Kursprofil zugeordnet. Prüfe, ob Inhalt, Abschluss und Zugangsvoraussetzungen zu deinem Berufsziel passen; die Zuordnung bestätigt keine vollständige Berufsqualifikation.
- Gästeberatung und Buchung in Tourist-Informationen
- Entwicklung und Kalkulation von Pauschalen und Arrangements
- Marketing und Contentpflege für Destinationen und Einrichtungen
- Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Führungen
- Betreuung von Freizeit-, Kur- und Erlebnisangeboten
- Zusammenarbeit mit Hotels, Verkehrsbetrieben und Ausflugszielen
Vor der Kurswahl klären
- Welche Kenntnisse und Nachweise verlangen Stellenanzeigen für dein Berufsziel?
- Welche praktischen Aufgaben und Prüfungen sind im Lehrgang vorgesehen?
- Wer stellt den Abschluss aus und welche formalen Voraussetzungen gelten?
Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit kannst du Aufgaben und Bildungswege recherchieren.
Für Gehälter nutze den Entgeltatlas und prüfe Beruf, Region, Anforderungsniveau und Datenstand. Ein Kursabschluss allein belegt kein bestimmtes Einkommen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das dasselbe wie Tourismuskaufmann für Privat- und Geschäftsreisen?
Nein. Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit ist ein eigenständiger Ausbildungsberuf mit Schwerpunkt auf Destination, Freizeitangeboten und Veranstaltungen vor Ort. Der Beruf Kaufmann/Kauffrau für Privat- und Geschäftsreisen ist auf Reisevermittlung und Geschäftsreisemanagement ausgerichtet. In einzelnen Angeboten wird verkürzt „Tourismuskaufmann/-frau (IHK)“ als Bezeichnung geführt – das ist eine Sammelbezeichnung. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich geben, welchen der beiden Abschlüsse Ihr Angebot tatsächlich ansteuert.
Wie sind die Jobaussichten wirklich?
Schmaler als in anderen kaufmännischen Berufen, und das sagen wir offen: In den letzten 365 Tagen sind 400 offene Stellen zum Zielberuf erfasst – der niedrigste Wert dieser Auswertung. Entscheidend ist deshalb Ihre Region. In touristisch geprägten Gegenden mit Kur-, Freizeit- und Destinationsbetrieben ist die Lage spürbar besser als anderswo. Prüfen Sie vor dem Start konkret, welche Arbeitgeber in Ihrer erreichbaren Umgebung überhaupt infrage kommen, und klären Sie, ob Sie umziehen könnten.
Wie lange dauert die Umschulung und gibt es sie in Teilzeit?
Die belegte Laufzeit beträgt 741 Tage, also rund 24 Monate; in den Datensätzen ist durchgehend die Spanne von einem bis zwei Jahren dokumentiert. Alle 19 Angebote laufen in Vollzeit – eine Teilzeitvariante ist in unserer Auswertung nicht hinterlegt. Als Unterrichtsformen sind Präsenzunterricht und kombinierte Lernformen erfasst. Wenn Sie auf Teilzeit angewiesen sind, sprechen Sie das im Beratungsgespräch ausdrücklich an, bevor Sie sich festlegen.
Welche Voraussetzungen nennen die Anbieter?
Aus den erfassten Zugangstexten gehen ein mittlerer Schulabschluss oder alternativ mehrjährige Berufserfahrung, gute Deutschkenntnisse auf mindestens Niveau B2 sowie EDV-Grundkenntnisse hervor. Mehrere Anbieter setzen zusätzlich die erfolgreiche Teilnahme an einem Eignungstest voraus und klären die individuellen Voraussetzungen in einem persönlichen Gespräch. Ausdrücklich genannt werden auch Lernbereitschaft und echtes Interesse am Berufsfeld – ein Berufsabschluss ist dagegen nicht erforderlich.
Muss ich am Wochenende und in der Saison arbeiten?
In den meisten Einsatzbereichen ja. Tourismus und Freizeitwirtschaft leben davon, dass Gäste dann da sind, wenn andere frei haben – also an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien. In der Hauptsaison ist die Arbeitsbelastung entsprechend hoch, in der Nebensaison fällt sie ab und verschiebt sich zu Planung und Vermarktung. Wer feste Bürozeiten braucht, sollte das vor der Entscheidung ehrlich abwägen; wer den Rhythmus mag, findet ihn abwechslungsreicher als klassische Verwaltungsarbeit.
Was kostet die Umschulung und wird sie gefördert?
In keinem der Datensätze ist eine Preisangabe hinterlegt, weshalb wir hier keine Kostenspanne nennen – den verbindlichen Preis erfahren Sie vom Träger. Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist bei Umschulungen ein realistischer Weg, aber immer eine Einzelfallentscheidung nach § 81 SGB III. Bei der schmalen Stellenlage in diesem Beruf sollten Sie damit rechnen, dass die arbeitsmarktliche Notwendigkeit besonders geprüft wird – bereiten Sie dafür regionale Argumente vor.
Wie viele Anbieter führen diesen Abschluss?
Bundesweit gibt es 17 Anbieter mit 19 Angeboten und 84 Terminen. Für ein Nischenfeld ist das eine erstaunlich stabile Angebotslage, sie ist aber regional ungleich verteilt und folgt den touristisch geprägten Räumen. Anbieternamen und Standorte geben wir auf dieser Seite nicht aus. Über eine Anfrage bei uns gleichen wir passende Angebote mit Ihrer Region, Ihrem Zeitrahmen und Ihrer Förderlage ab.