Umschulung Mediengestalter/in Bild und Ton
Mediengestalterinnen und Mediengestalter Bild und Ton produzieren audiovisuelle Inhalte von der Aufnahme bis zur Ausspielung. Sie richten Kameras ein und führen sie, setzen Licht, wählen Mikrofone aus, steuern Tonpegel und sichern das Material.
Auf einen Blick
Überblick
Mediengestalterinnen und Mediengestalter Bild und Ton produzieren audiovisuelle Inhalte von der Aufnahme bis zur Ausspielung. Sie richten Kameras ein und führen sie, setzen Licht, wählen Mikrofone aus, steuern Tonpegel und sichern das Material. In der Postproduktion schneiden sie Bild und Ton, korrigieren Farben, mischen Tonspuren, ergänzen Grafiken und Untertitel und bereiten das Ergebnis für Sendung, Mediathek, Kino oder Streaming auf. Codecs, Bildraten, Farbräume, Pegelnormen und Datensicherung müssen stimmen, sonst wird Material unbrauchbar. Eingesetzt wird auch in Unternehmensvideo, Livestreams, Podcast und Eventtechnik – mit unregelmäßigen Arbeitszeiten.
„Die Medienbranche nimmt doch nur Junge.“ Am Set zählt Belastbarkeit, aber in Ton, Schnitt und Farbbearbeitung wiegt Erfahrung mehr als Alter. Der zweite Punkt ist die Angebotslage: bundesweit nur acht Anbieter mit neun Angeboten und elf Terminen. Kläre vor der Zusage, welche Technik bereitsteht und ob die Prüfung wirklich bei der Kammer abgelegt wird – es gibt auch reine Trägerqualifizierungen.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Grundlagen der Medienproduktion und Produktionsorganisation (10 Wochen) – Der Einstieg ordnet das Berufsfeld: Wer macht was in einer Produktion, in welcher Reihenfolge läuft ein Projekt ab und welche Technik wird wann gebraucht. Dazu kommen die rechtlichen Grundlagen, die im Alltag schnell relevant werden – Bildrechte, Persönlichkeitsrechte und Musiklizenzen. Die konkrete Modulstruktur legt der jeweilige Bildungsträger fest. Inhalte: Produktionsabläufe von der Idee über den Dreh bis zur Ausspielung, Gewerke, Rollen und Zusammenarbeit am Set, Drehplanung, Disposition und Technikbedarf, Urheber-, Persönlichkeits- und Nutzungsrechte, Arbeitssicherheit bei Dreh- und Veranstaltungsproduktionen.
- Modul 2: Kameratechnik und Bildgestaltung (12 Wochen) – Das Modul verbindet Technik und Gestaltung. Sie lernen, eine Kamera bewusst einzustellen statt sich auf Automatiken zu verlassen, und verstehen, wie Brennweite, Blende und Belichtung die Bildwirkung bestimmen. Ein technischer Block behandelt Aufzeichnungsformate und Codecs, weil eine falsche Einstellung beim Dreh in der Postproduktion nicht mehr zu retten ist. Inhalte: Aufbau und Bedienung professioneller Kamerasysteme, Belichtung, Blende, Verschluss und Empfindlichkeit, Objektive, Brennweiten und Schärfentiefe, Bildgestaltung, Einstellungsgrößen und Kameraführung, Bildraten, Auflösungen, Codecs und Aufzeichnungsformate.
- Modul 3: Lichtsetzung und Studioproduktion (8 Wochen) – Licht entscheidet über die Bildqualität mehr als die Kamera. Das Modul behandelt Lichtarten, Farbtemperatur und den planvollen Aufbau von Lichtsituationen im Studio und vor Ort, dazu Greenscreen-Technik und die sicherheitsrelevante Seite von Stromversorgung und Lastberechnung. Inhalte: Lichtarten, Leuchtmittel und Farbtemperatur, Grundlagen der Lichtsetzung und Lichtstimmungen, Studioaufbau, Greenscreen und Hintergrundtechnik, Stromversorgung, Lastberechnung und Sicherheit, Zusammenspiel von Licht, Kamera und Belichtungsmessung.
- Modul 4: Tontechnik und Tongestaltung (10 Wochen) – Ton ist der Bereich, den Einsteigende am häufigsten unterschätzen und Zuschauende am schnellsten bemerken. Behandelt werden Mikrofonauswahl und -positionierung, Signalwege und Aussteuerung, die Aufnahme unter Set-Bedingungen sowie die Grundlagen der Bearbeitung einschließlich der geltenden Pegelnormen für die Ausspielung. Inhalte: Mikrofontypen, Richtcharakteristik und Mikrofonierung, Signalwege, Pegel, Aussteuerung und Störgeräusche, Tonaufnahme am Set, Funkstrecken und Angel, Sprach-, Atmo- und Musikaufnahme, Grundlagen der Tonbearbeitung und Pegelnormen.
- Modul 5: Postproduktion: Schnitt, Farbe und Mischung (14 Wochen) – Das umfangreichste Modul. Sie arbeiten am Schnittplatz mit realem Material: Projekte anlegen, Material sichten und ordnen, schneiden, Farbe korrigieren, Ton mischen und korrekt ausspielen. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf Datenmanagement und Sicherung – in der Praxis der Punkt, an dem Produktionen tatsächlich scheitern können. Inhalte: Schnittsysteme, Projektaufbau und Datenmanagement, Dramaturgie des Schnitts und Erzählrhythmus, Farbkorrektur, Farbräume und Look-Entwicklung, Tonmischung, Sprachbearbeitung und Mastering, Export, Ausspielformate und Qualitätskontrolle, Datensicherung, Versionierung und Archivierung.
- Modul 6: Motion Design, Grafik und Ausspielwege (8 Wochen) – Nahezu jede Produktion braucht Grafik: Namenseinblendungen, Inserts, kurze Animationen. Das Modul vermittelt die dafür nötigen Grundlagen und behandelt zugleich die Ausspielanforderungen unterschiedlicher Kanäle, einschließlich Untertitelung und Barrierefreiheit, die bei öffentlichen Auftraggebern verbindlich gefordert wird. Inhalte: Bauchbinden, Inserts und Bildschirmgrafiken, Grundlagen der Animation und Keyframe-Arbeit, Untertitel, Barrierefreiheit und Zweikanalton, Formatanforderungen für Sender, Mediatheken und Plattformen.
- Modul 7: Live- und Streaming-Produktion (6 Wochen) – Livestreams von Konferenzen, Veranstaltungen und Unternehmensformaten sind zu einem festen Arbeitsfeld geworden. Das Modul behandelt Mehrkameraproduktion, Signalverteilung und Encoding sowie den organisatorischen Kern des Live-Betriebs: klare Absprachen, feste Abläufe und ein funktionierendes Monitoring. Inhalte: Mehrkameraproduktion und Bildmischung, Signalverteilung, Konvertierung und Monitoring, Streaming-Encoder, Bitraten und Plattformanbindung, Ablaufplanung und Kommunikation im Live-Betrieb.
- Modul 8: Prüfungsprojekt, Showreel und Prüfungsvorbereitung (8 Wochen) – Zum Abschluss führen Sie eine eigene Produktion durch, dokumentieren sie und bereiten das Fachgespräch vor. Parallel werden die schriftlichen Prüfungsbereiche wiederholt. Aus den Arbeiten der gesamten Umschulung entsteht ein Showreel – in diesem Berufsfeld das wichtigste Bewerbungsdokument neben dem Zeugnis. Inhalte: Eigenständige Produktion als praktisches Prüfungsprojekt, Projektdokumentation und Fachgespräch vorbereiten, Wiederholung von Produktionstechnik und Produktionsorganisation, Wirtschafts- und Sozialkunde, Aufbau eines Showreels aus den eigenen Arbeiten.
Lernziele:
- Der Abschluss ist eine Kammerprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz – in einer Branche, in der viele über Praktika und Selbstlernen einsteigen, ist ein anerkannter Berufsabschluss ein spürbarer Unterschied.
- Sie lernen Bild und Ton zusammen statt nur eine Seite; das macht Sie in kleinen Teams einsetzbar, in denen selten für jedes Gewerk eine eigene Person eingeplant ist.
- Der Beruf hat sich weit über Fernsehen hinaus entwickelt – Unternehmensvideo, Streaming, Bildungsformate und Veranstaltungstechnik brauchen dieselben Fertigkeiten.
- Während der Umschulung entstehen Produktionen, die als Showreel verwendbar sind; in diesem Berufsfeld wird bei Bewerbungen fast immer danach gefragt.
- Für den Zugang ist kein Berufsabschluss nötig; verlangt werden Medienaffinität, Sprachkenntnisse und in der Regel ein Eignungstest.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Umschulung richtet sich an Menschen, die audiovisuell arbeiten wollen und dafür bereit sind, Technik ernsthaft zu lernen. Der Beruf ist deutlich technischer, als das Image der Medienbranche vermuten lässt: Kameraeinstellungen, Signalwege, Codecs, Farbräume, Mikrofonierung und Datenmanagement bestimmen den Alltag. Wer bereits privat filmt, schneidet oder Ton aufnimmt, bringt eine gute Ausgangslage mit, muss sich aber auf Regeln und Standards einlassen. Ebenso passt der Weg für Umsteigende aus veranstaltungsnahen oder technischen Berufen. Alle neun Angebote laufen in Vollzeit über rund 22 Monate; mit acht Anbietern und elf Terminen ist die Auswahl dünn, was eine frühzeitige Planung nötig macht.
- Medienaffine Quereinsteigende, die einen anerkannten Abschluss statt eines Kurszertifikats anstreben
- Umsteigende aus Veranstaltungs-, Studio- oder technischen Berufen mit Bezug zu Bild- und Tontechnik
- Autodidaktinnen und Autodidakten aus Video und Schnitt, denen die technische und rechtliche Systematik fehlt
- Weniger geeignet für alle, die ortsgebunden sind – bei acht Anbietern bundesweit ist Mobilität oft Voraussetzung
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich; die Umschulung führt selbst zu einem anerkannten Abschluss. Die hinterlegten Zugangstexte nennen einen guten Schulabschluss oder mehrjährige Berufserfahrung als wünschenswert, dazu gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift, solide Englischkenntnisse und ausgeprägte Medienaffinität. Mehrere Träger setzen die erfolgreiche Teilnahme an einem Eignungstest voraus. Bei geförderten Plätzen entscheidet über die Aufnahme zusätzlich die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
- Kein Berufsabschluss nötig – die Maßnahme führt selbst zum anerkannten Abschluss
- Guter Schulabschluss oder mehrjährige Berufserfahrung, in den Zugangstexten als „idealerweise“ formuliert
- Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie solide Englischkenntnisse
- Ausgeprägte Medienaffinität und erkennbares Interesse am Berufsfeld
- Eignungstest beziehungsweise Aufnahmeverfahren beim Bildungsträger
Ablauf & Abschluss
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
22 Monate in Vollzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Die Umschulung läuft in Vollzeit über rund 22 Monate und sieht betriebliche Praxisphasen vor, etwa in Produktionsfirmen, Sendern oder Postproduktionsbetrieben. Eine einheitliche Dauer gibt es nicht; Umfang, Lage und Vermittlung legt der Bildungsträger fest. In diesem Beruf ist die Praxisphase besonders wichtig, weil Sets, Studios und Schnittplätze unter realen Bedingungen arbeiten – Zeitdruck, Teamabläufe und Technik lassen sich im Unterrichtsraum nur begrenzt nachstellen.
Im Verlauf der Umschulung findet eine Zwischenprüfung beziehungsweise ein erster Prüfungsabschnitt statt, in dem der Ausbildungsstand festgestellt wird. Wie dieser Abschnitt bei einer Umschulung eingeordnet und gewichtet wird, regelt die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer; lassen Sie sich das vom Träger vor der Anmeldung bestätigen.
Die Abschlussprüfung umfasst einen praktischen Teil – eine eigenständige audiovisuelle Produktion beziehungsweise Arbeitsaufgabe mit schriftlicher Dokumentation und anschließendem Fachgespräch – sowie schriftliche Prüfungsbereiche zu Produktionstechnik, Produktionsorganisation und Wirtschafts- und Sozialkunde.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Die Anmeldung übernimmt der Bildungsträger; Termine, Gebühren und Ablauf richten sich nach der Prüfungsordnung der Kammer. Prüfen Sie vorab schriftlich, dass das gewählte Angebot tatsächlich zur Kammerprüfung führt – stehen daneben auch rein trägerinterne Qualifizierungen mit ähnlichen Titeln.. Offizieller Abschluss: Nach bestandener Prüfung führen Sie die Berufsbezeichnung Mediengestalter beziehungsweise Mediengestalterin Bild und Ton. Es handelt sich um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss nach dem Berufsbildungsgesetz, gleichwertig mit dem Abschluss aus einer dualen Ausbildung..
Eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters kommt bei dieser Umschulung grundsätzlich in Betracht, weil sie zu einem anerkannten Berufsabschluss führt. Die Bewilligung ist nach § 81 SGB III eine Einzelfallentscheidung: Geprüft werden unter anderem Ihre persönliche Situation, die arbeitsmarktliche Notwendigkeit sowie die AZAV-Zulassung von Träger und Maßnahme. Eine Zusage vorab gibt es nicht, und eine vollständige Kostenübernahme können wir nicht versprechen. Belegter Kostenrahmen der Angebote: teils keine Preisangabe hinterlegt, teils über 10.000 Euro. Weil bundesweit nur acht Anbieter erfasst sind, sollten Sie Förderfrage und Startzeitpunkt möglichst früh gemeinsam mit Ihrer Vermittlungsfachkraft klären.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Nutzen & Perspektiven
Unsere Auswertung weist 244 offene Stellen in 365 Tagen aus. Dem stehen bundesweit nur acht Anbieter mit neun Umschulungsangeboten gegenüber. Gesucht wird nicht nur beim Rundfunk, sondern in Produktions- und Postproduktionsbetrieben, bei Veranstaltungs- und Streamingdienstleistern. Ein erheblicher Teil der Arbeit wird projektweise vergeben, befristet oder auf Honorarbasis. Für den Einstieg zählen Showreel und Kontakte aus der Praxisphase.
Rundfunkanstalten und öffentlich-rechtliche Sender zahlen nach festen Haustarifen, freie Produktionsfirmen oft marktüblich darunter.
- Einstieg: ca. 30.000–36.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 37.000–48.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 50.000–64.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Kameraführung und Bildgestaltung bei Dreh- und Studioproduktionen, Tonaufnahme am Set, Mikrofonierung und Aussteuerung, Lichtsetzung im Studio und an Außendrehorten, Schnitt, Farbkorrektur und Tonmischung in der Postproduktion, Mehrkamera- und Livestreamproduktion von Veranstaltungen, Materialsichtung, Datenmanagement und Archivierung, Ausspielung, Untertitelung und Qualitätskontrolle für verschiedene Plattformen
- Typische Arbeitgeber: Film- und Fernsehproduktionsfirmen, Rundfunkanstalten und private Sender, Postproduktions- und Tonstudios, Veranstaltungs-, Streaming- und Medientechnikdienstleister, Unternehmen mit eigener Video- und Medienabteilung, Bildungseinrichtungen, Hochschulen und öffentliche Stellen mit Medienproduktion, Selbstständige Tätigkeit in Kamera, Ton oder Schnitt auf Projektbasis
Welche Förderung passt zu dir?
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Kameraführung und Bildgestaltung bei Dreh- und Studioproduktionen
- Tonaufnahme am Set, Mikrofonierung und Aussteuerung
- Lichtsetzung im Studio und an Außendrehorten
- Schnitt, Farbkorrektur und Tonmischung in der Postproduktion
- Mehrkamera- und Livestreamproduktion von Veranstaltungen
- Materialsichtung, Datenmanagement und Archivierung
Verwandte Kurse & Alternativen
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viele Angebote gibt es, und was bedeutet das für meine Planung?
Bekannt sind 8 Anbieter mit 9 Angeboten und 11 Terminen. Das ist eine dünne Angebotslage, und sie hat praktische Folgen: Ein verpasster Starttermin kann längere Wartezeit bedeuten, und je nach Wohnort ist eine lange Anfahrt oder ein Umzug realistisch. Melden Sie sich deshalb frühzeitig und klären Sie parallel mit Ihrer Vermittlungsfachkraft, welche Alternativen in Frage kommen. Anbieternamen und Standorte veröffentlichen wir nicht; stellen Sie stattdessen über dieses Portal eine Anfrage.
Wie lange dauert die Umschulung und in welcher Form läuft sie?
Die belegte Regellaufzeit beträgt 22 Monate, in Tagen ausgewiesen sind 672 Tage. Die Trägerangaben streuen allerdings deutlich – von „mehr als 6 Monate bis 1 Jahr“ bis „mehr als 2 Jahre bis 3 Jahre“ –, was auf unterschiedlich zugeschnittene Angebote hinweist. Alle Angebote sind Vollzeitmaßnahmen; als Unterrichtsformen sind Präsenzunterricht, kombinierte Lernformen, Blended Learning und Hybrid Learning hinterlegt. Fragen Sie die genaue Laufzeit deshalb angebotsbezogen ab.
Führt jedes Angebot zur IHK-Prüfung?
Nein, und das ist bei diesem Beruf der wichtigste Prüfpunkt. Die meisten Angebote weisen eine Kammerprüfung beziehungsweise eine Abschlussprüfung gemäß Berufsbildungsgesetz aus. Daneben stehen aber auch rein trägerinterne Qualifizierungen mit Bezeichnungen wie „Digital Video Editor“, die keinen Kammerabschluss ergeben. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, dass Sie zur Prüfung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer angemeldet werden.
Brauche ich Vorerfahrung mit Kamera oder Schnitt?
Vorerfahrung ist keine formale Voraussetzung, hilft aber. Die Zugangstexte nennen einen guten Schulabschluss oder mehrjährige Berufserfahrung als wünschenswert, dazu gute Deutschkenntnisse, solide Englischkenntnisse und ausgeprägte Medienaffinität; mehrere Träger verlangen einen Eignungstest. Wer bereits privat filmt oder schneidet, sollte darauf eingestellt sein, Gewohnheiten zu überprüfen – der Beruf arbeitet mit Normen und Standards, nicht mit Automatikeinstellungen.
Wie sind die Arbeitszeiten in diesem Beruf?
Unregelmäßig. Drehtage, Veranstaltungen, Livesendungen und Abgabetermine richten sich nicht nach Bürozeiten, und Projektspitzen wechseln mit ruhigeren Phasen. Abend-, Wochenend- und Reisezeiten kommen vor, in der Postproduktion eher lange Arbeitstage vor Abgabeterminen. Wer feste Arbeitszeiten braucht, sollte gezielt Richtung Unternehmensmedien, Bildungseinrichtungen oder Postproduktionsbetriebe schauen – dort sind planbare Strukturen häufiger als in der Live- und Setproduktion.
Was kostet die Umschulung, und wird sie gefördert?
Unsere Auswertung führt teils keine Preisangabe, teils Kostenrahmen über 10.000 Euro. Das ist für eine technisch ausgestattete Vollzeitmaßnahme über rund 22 Monate plausibel, weil Kamera-, Ton- und Schnitttechnik vorgehalten werden muss. Weil die Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss führt, kommt der Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters als Förderweg in Betracht. Die Bewilligung ist nach § 81 SGB III eine Einzelfallentscheidung; eine Zusage vorab gibt es nicht.
Was ist wichtiger für die Bewerbung – Zeugnis oder Showreel?
Beides, aber in unterschiedlicher Funktion. Das Kammerzeugnis belegt eine vollständige, geprüfte Ausbildung und öffnet Türen bei Sendern, öffentlichen Auftraggebern und größeren Betrieben. Das Showreel zeigt, was Sie tatsächlich können, und wird in der Praxis fast immer angefordert. Nutzen Sie deshalb jede Übungsproduktion so, dass daraus verwendbares Material entsteht, und sichern Sie sich frühzeitig die Erlaubnis, die Arbeiten zeigen zu dürfen.