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Stirnabschreckversuch (SAV) – Praktischer Kurs

Vertiefungskurs zum Stirnabschreckversuch (Jominy-Versuch) nach DIN EN ISO 642: Härtbarkeit von Stählen theoretisch verstehen und praktisch durchführen, prüfen und auswerten.

Auf einen Blick

Dauer5 TageØ am Markt
FormatPräsenzflexibel
KostenMeist voll gefördertauf Anfrage / Förderung
Finanzierung über Förderung möglich – mit Bildungsgutschein bis zu 100 % förderbar*
Dieser Kurs bildet für einen offiziellen Engpassberuf aus

Überblick

Dieser Kurs vermittelt die theoretischen Grundlagen und die praktische Durchführung des Stirnabschreckversuchs (SAV), auch als Jominy-Versuch bekannt. Der Versuch dient der Bestimmung von Härtbarkeit und Umwandlungsverhalten von Stählen und ist in der DIN EN ISO 642 normativ festgelegt. Die Teilnehmenden lernen, wie Einhärtbarkeit und Aufhärtbarkeit zusammenhängen, welchen Einfluss Legierungselemente auf das Härteverhalten haben und wie ZTU-Diagramme zur Interpretation genutzt werden. Im praktischen Teil wird der Versuch selbst durchgeführt: von der Werkstoffauswahl über die Wärmebehandlung bis zur Härteprüfung und Metallographie an den Stirnabschreck-Proben.

Berufliche FachweiterbildungInhaltsstand 03.07.2026

Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen

Die folgenden Angaben stammen aus den Angeboten eines einzelnen Anbieters — es ist also kein Anbietervergleich, sondern das erfasste Angebot zu diesem Kurs. Konkrete Preise und Termine nennt der Anbieter im Beratungsgespräch.

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Anbieter

1

an 2 Standorten

Angebote

1

diesem Kursprofil zugeordnete Angebote

Kommende Termine

3

an 1 erfassten Orten

Regionen

1 Bundesländer

inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden

Abschluss

Qualifizierungsprüfung mit Abschlusszeugnis

Mögliche Förderwege

Bildungsgutschein · Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein · Qualifizierungschancengesetz

Lernformen

  • Präsenzunterricht

Zeitmodelle

  • Teilzeit

Dauer im Markt

  • mehr als 3 Tage bis 1 Woche

Gemeldete Preisgruppen

  • 1.000–5.000 €

Häufige Kursorte

  • Essen

Bundesländer

  • Nordrhein-Westfalen

Nächste erfasste Starttermine

  • 12.10.2026 · 45327 EssenPräsenzunterricht · Teilzeit
  • 12.10.2026 · 45327 EssenPräsenzunterricht · Teilzeit
  • 12.10.2026 · 45327 EssenPräsenzunterricht · Teilzeit

Vermittelte Kompetenzen

  • Jominy-Versuch (Stirnabschreckversuch)
  • Metallographie
  • Härteprüfung
  • Spektralanalyse
  • DIN EN ISO 642
  • ZTU-Diagramme

Zugeordnete Zielberufe

  • Werkstoffprüfer/Werkstoffprüferin Fachrichtung Kunststofftechnik7.669 Stellen/12 Mon.
  • Werkstoffprüfer/Werkstoffprüferin Fachrichtung Systemtechnik5.999 Stellen/12 Mon.
  • Verfahrenstechnik (grundständig)2.933 Stellen/12 Mon.
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Werkstofftechnik/Bachelor Professional in Technik24 Stellen/12 Mon.
  • Industriemeister/Industriemeisterin Fachrichtung Betonsteinindustrie7 Stellen/12 Mon.

Datenbasis: 48 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.

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Kursinhalte & Lernziele

Modul 1 – Grundlagen der Wärmebehandlung und Härtbarkeit Der theoretische Einstieg schafft das notwendige Verständnis für Umwandlungsvorgänge in Stählen und deren Bedeutung für die Wärmebehandlung. Ohne dieses Fundament lässt sich der Stirnabschreckversuch später nicht sinnvoll interpretieren.

  • Unterscheidung zwischen Einhärtbarkeit und Aufhärtbarkeit von Stählen
  • Grundlegende Gefügeumwandlungen bei Erwärmung und Abkühlung von Stahl
  • Bedeutung der Abkühlgeschwindigkeit für das entstehende Gefüge
  • Zusammenhang zwischen chemischer Zusammensetzung und Härteverhalten
  • Einordnung des Stirnabschreckversuchs im Vergleich zu anderen Härtbarkeitsprüfungen
  • Grenzen und Aussagekraft des Verfahrens für die Praxis

Modul 2 – Stirnabschreckversuch und ZTU-Diagramme im Detail Dieser Block vertieft die normativen Grundlagen des Jominy-Versuchs nach DIN EN ISO 642 sowie die Arbeit mit ZTU-Diagrammen, die für die Interpretation der Ergebnisse zentral sind.

  • Aufbau, Zielsetzung und normative Vorgaben des Stirnabschreckversuchs
  • Ablauf der Abschreckung an der Stirnfläche der Probe und resultierender Härtegradient
  • Einfluss von Legierungselementen wie Chrom, Molybdän oder Mangan auf die Härtbarkeit
  • Aufbau und Lesart von Zeit-Temperatur-Umwandlungs-Diagrammen
  • Verknüpfung von ZTU-Diagrammen mit den im Versuch ermittelten Härteverläufen
  • Typische Fehlerquellen bei der Interpretation von Härtbarkeitskurven

Modul 3 – Werkstoffauswahl und Wärmebehandlungsanweisung Bevor der eigentliche Versuch durchgeführt wird, steht die praxisnahe Vorbereitung im Mittelpunkt: die Auswahl des passenden Werkstoffs und die Erstellung einer nachvollziehbaren Wärmebehandlungsanweisung.

  • Kriterien zur Auswahl geeigneter Stahlwerkstoffe für den Stirnabschreckversuch
  • Durchführung einer Spektralanalyse zur Bestimmung der Werkstoffzusammensetzung
  • Ableitung der passenden Wärmebehandlungsparameter aus der Werkstoffanalyse
  • Erstellung strukturierter Wärmebehandlungsanweisungen für die Praxis
  • Dokumentation der Ausgangsdaten als Grundlage für spätere Auswertung
  • Abstimmung von Behandlungsparametern auf die spätere Prüfmethodik

Modul 4 – Härten, Prüfen und Auswerten der Proben Im praktischen Kern des Kurses wird der Stirnabschreckversuch an realen Proben durchgeführt, geprüft und ausgewertet – inklusive Härteprüfung und Metallographie.

  • Praktische Durchführung des Härtens am Beispiel des Stirnabschreckversuchs
  • Fachgerechte Handhabung der Abschreckvorrichtung und Einhaltung der Normvorgaben
  • Härteprüfung entlang der Stirnabschreck-Probe an definierten Messpunkten
  • Erstellung und Interpretation von Härteverlaufskurven
  • Metallographische Probenpräparation und Untersuchung des Gefüges
  • Abgleich der Gefügebilder mit den gemessenen Härtewerten

Praxisblock – Vom Versuch zur belastbaren Werkstoffaussage Ergänzend zu den vier Modulen verbindet der Kurs Theorie und Praxis durchgängig, sodass die Teilnehmenden am Ende den gesamten Ablauf von der Werkstoffauswahl bis zur belastbaren Aussage über die Härtbarkeit selbstständig durchführen können.

  • Eigenständige Durchführung des kompletten Versuchsablaufs unter Anleitung
  • Umgang mit Prüf- und Messgeräten für Härteprüfung und Metallographie
  • Nachvollziehbare Dokumentation aller Prozessschritte für die Qualitätssicherung
  • Vergleich unterschiedlicher Stahlsorten anhand ihrer Härtbarkeitskurven
  • Fehleranalyse bei abweichenden oder unerwarteten Messergebnissen
  • Verbindung der Versuchsergebnisse mit realen Bauteilanforderungen
  • Praktische Übungen zur Vorbereitung der abschließenden Qualifizierungsprüfung
  • Diskussion typischer Anwendungsfälle aus der industriellen Wärmebehandlung
  • Interpretation von Normvorgaben im Abgleich mit betrieblichen Prüfprotokollen
  • Umgang mit Grenzfällen bei der Werkstoffbewertung
  • Aufbau eines strukturierten Prüfberichts zum Stirnabschreckversuch
  • Transfer der Methodik auf verwandte Prüf- und Wärmebehandlungsaufgaben

Der Kurs ist bewusst so aufgebaut, dass Theorie und Praxis nicht getrennt nebeneinanderstehen, sondern sich gegenseitig durchdringen: Wer die metallurgischen Zusammenhänge versteht, kann die praktischen Prüfschritte gezielter ausführen und deren Ergebnisse fundierter interpretieren. Am Ende steht die Fähigkeit, den Stirnabschreckversuch nicht nur mechanisch durchzuführen, sondern die daraus gewonnenen Daten in eine belastbare Aussage über die Eignung eines Werkstoffs für eine bestimmte Anwendung zu übersetzen – eine Kernkompetenz in der Werkstoffprüfung und Qualitätssicherung metallverarbeitender Betriebe.

Lernziele:

  • Ziel, Ablauf und normgerechte Durchführung des Stirnabschreckversuchs nach DIN EN ISO 642 verstehen
  • Zusammenhang zwischen Einhärtbarkeit und Aufhärtbarkeit von Stählen erklären können
  • Aussagekraft und Grenzen des Stirnabschreckversuchs für die Werkstoffbewertung einordnen
  • Einfluss verschiedener Legierungselemente auf die Härtbarkeit von Stählen beurteilen
  • ZTU-Diagramme lesen, interpretieren und für die Wärmebehandlungsplanung nutzen
  • Wärmebehandlungsanweisungen für konkrete Stahlwerkstoffe eigenständig erstellen
  • Geeignete Werkstoffe für den Stirnabschreckversuch auswählen und mittels Spektralanalyse identifizieren
  • Härteprozess an Stahlproben nach dem Prinzip des Stirnabschreckversuchs praktisch durchführen
  • Härteprüfungen an Stirnabschreck-Proben fachgerecht ausführen und Messwerte dokumentieren
  • Metallographische Untersuchungen an Stirnabschreck-Proben durchführen und Gefügebilder auswerten
  • Verlauf der Härte entlang der Probe mit dem zugrunde liegenden Abschreckgradienten in Verbindung bringen
  • Ergebnisse des Versuchs für Qualitätssicherung und Werkstoffauswahl in der betrieblichen Praxis nutzen

Zielgruppe & Voraussetzungen

Der Kurs richtet sich an technisch interessierte Personen mit Bezug zur Metall- und Werkstofftechnik, die ihr Wissen im Bereich Wärmebehandlung und Härtbarkeitsprüfung gezielt vertiefen möchten. Angesprochen sind sowohl Facharbeiter:innen mit praktischer Erfahrung als auch Techniker:innen und Ingenieur:innen, die den Stirnabschreckversuch in ihrem beruflichen Alltag anwenden oder verstehen müssen.

  • Facharbeiter:innen aus Metallberufen mit Bezug zur Wärmebehandlung
  • Techniker:innen der Werkstofftechnik, die Prüfverfahren vertiefen möchten
  • Ingenieur:innen, die Härtbarkeitsprüfungen in der Praxis anwenden oder bewerten
  • Qualitätsprüfer:innen, die Wärmebehandlungsprozesse in der Metallverarbeitung begleiten
  • Technisch Interessierte mit Grundverständnis für physikalische und chemische Zusammenhänge
Voraussetzungen:

Eine spezielle berufliche Vorbildung wird für die Teilnahme nicht vorausgesetzt. Notwendig sind jedoch ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache in Wort und Schrift, eine sichere Beherrschung der Grundrechenarten sowie ein technisch-physikalisches Grundverständnis. Diese Grundlagen sind erforderlich, um den fachlichen Inhalten rund um Wärmebehandlung, Härtbarkeit und Gefügeumwandlung folgen zu können.

Ablauf & Abschluss

Der Kurs findet als Präsenzunterricht in Teilzeit statt und verbindet theoretische Einheiten im Lehrsaal mit praktischen Übungen im Labor beziehungsweise in der Werkstatt. Die Teilnehmenden führen den Stirnabschreckversuch selbst durch, von der Werkstoffauswahl über die Wärmebehandlung bis zur Härteprüfung und Metallographie. Durch die enge Verzahnung von Theorie und praktischer Anwendung am realen Prüfobjekt entsteht ein direktes Verständnis für die Zusammenhänge, die in der DIN EN ISO 642 beschrieben sind.

Der Kurs umfasst insgesamt fünf Tage inklusive der abschließenden Qualifizierungsprüfung und wird in Teilzeit durchgeführt. Diese kompakte, aber intensive Struktur ermöglicht es, sowohl die theoretischen Grundlagen der Wärmebehandlung als auch die praktische Durchführung und Auswertung des Stirnabschreckversuchs in einem überschaubaren Zeitraum zu erarbeiten, ohne die einzelnen Themenblöcke zu sehr zu strecken.

Der Kurs schließt mit einer Qualifizierungsprüfung in Theorie und Praxis ab, die mit einem Abschlusszeugnis dokumentiert wird. Damit wird sowohl das erworbene Fachwissen zu Wärmebehandlung und Härtbarkeit als auch die praktische Fertigkeit in der Durchführung des Stirnabschreckversuchs überprüft und bestätigt. Es handelt sich um eine trägerinterne Qualifizierung, die den Kompetenzaufbau in diesem spezialisierten Prüfverfahren belegt.

Nutzen & Perspektiven

Der Stirnabschreckversuch ist ein zentrales Prüfverfahren in der Werkstofftechnik, dessen sichere Beherrschung in vielen Bereichen der metallverarbeitenden Industrie gefragt ist. Wer diesen Kurs abschließt, kann nicht nur die technische Durchführung nach Norm sicherstellen, sondern versteht auch die metallurgischen Hintergründe, die für eine korrekte Interpretation der Ergebnisse notwendig sind. Das unterscheidet den Kurs von einer reinen Verfahrensschulung, da theoretisches Verständnis und praktische Fertigkeit gleichermaßen im Mittelpunkt stehen. Besonders wertvoll ist die durchgängige Verbindung von Werkstoffauswahl, Wärmebehandlung, Härteprüfung und Metallographie zu einem geschlossenen Prozessverständnis. Wer diesen gesamten Ablauf einmal selbst durchlaufen hat, kann Prüfergebnisse in der betrieblichen Praxis zuverlässiger einordnen, Abweichungen erkennen und fundierte Entscheidungen zur Werkstoffauswahl treffen. Für Fachkräfte in der Qualitätssicherung, Werkstoffprüfung oder Wärmebehandlung eröffnet der Kurs damit eine gezielte Vertiefung, die über allgemeines Grundlagenwissen hinausgeht und unmittelbar auf konkrete Prüfaufgaben im industriellen Umfeld anwendbar ist.

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Arbeitsmarkt-Report

Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.

Einstieg (0-2 J.):38.000–46.000 €
Mittel (3-7 J.):50.000–65.000 €
Senior (8+ J.):68.000–88.000 €

Zielberufe & offene Stellen

Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.

  • Werkstoffprüfer/Werkstoffprüferin Fachrichtung Kunststofftechnik
    7.669 Stellen
  • Werkstoffprüfer/Werkstoffprüferin Fachrichtung Systemtechnik
    5.999 Stellen
  • Verfahrenstechnik (grundständig)
    2.933 Stellen
  • Staatlich geprüfter Techniker/Staatlich geprüfte Technikerin Fachrichtung Werkstofftechnik/Bachelor Professional in Technik
    24 Stellen
  • Industriemeister/Industriemeisterin Fachrichtung Betonsteinindustrie
    7 Stellen

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was genau ist der Stirnabschreckversuch und wofür wird er eingesetzt?

Der Stirnabschreckversuch, auch Jominy-Versuch genannt, ist ein genormtes Prüfverfahren nach DIN EN ISO 642 zur Bestimmung der Härtbarkeit von Stählen. Er zeigt, wie sich die Härte entlang einer abgeschreckten Probe abhängig vom Abkühlgradienten verändert.

Brauche ich für den Kurs eine spezielle Vorbildung in der Metalltechnik?

Nein, eine spezielle berufliche Vorbildung ist nicht erforderlich. Notwendig sind sichere Deutschkenntnisse, sichere Grundrechenarten und ein technisch-physikalisches Grundverständnis.

Welche praktischen Tätigkeiten führe ich im Kurs selbst durch?

Sie wählen einen geeigneten Werkstoff aus, führen eine Spektralanalyse durch, erstellen eine Wärmebehandlungsanweisung und führen anschließend Härteprüfung sowie Metallographie an den Stirnabschreck-Proben selbst durch.

Wie lange dauert der Kurs und wie ist er organisiert?

Der Kurs dauert insgesamt fünf Tage inklusive Abschlussprüfung und wird in Teilzeit als Präsenzunterricht durchgeführt, mit einem Wechsel aus theoretischen Einheiten und praktischen Übungen.

Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?

Der Kurs schließt mit einer Qualifizierungsprüfung in Theorie und Praxis ab, die mit einem Abschlusszeugnis dokumentiert wird und die erworbenen Kenntnisse zum Stirnabschreckversuch bestätigt.