Technik & Ingenieurwesen
industrie mechatronik

Oberflächenhärteverfahren (OFH): Grundlagenkurs

Fünftägige Präsenzqualifizierung zu Randschicht- und thermochemischen Härteverfahren – von Induktionshärten und Nitrieren bis zur praktischen Härtetiefenbestimmung.

Auf einen Blick

Dauer5 TageØ am Markt
FormatPräsenzflexibel
KostenMeist voll gefördertauf Anfrage / Förderung
Finanzierung über Förderung möglich – mit Bildungsgutschein bis zu 100 % förderbar*
Dieser Kurs bildet für einen offiziellen Engpassberuf aus

Überblick

Dieser Kurs vermittelt die technischen Grundlagen der Oberflächenhärteverfahren, wie sie in der metallverarbeitenden Industrie zur gezielten Verbesserung von Verschleißfestigkeit und Bauteileigenschaften eingesetzt werden. Im Zentrum stehen zwei Verfahrensgruppen: die Randschichthärteverfahren – vor allem induktives Härten und Flammhärten – sowie die thermochemischen Verfahren Einsatzhärten und Nitrieren. Theorie und Praxis sind eng verzahnt: Wer die physikalischen und werkstoffkundlichen Grundlagen verstanden hat, wendet sie unmittelbar an eigenen Bauteilen an und lernt, die erzielten Härteschichten fachgerecht zu prüfen und zu dokumentieren.

Berufliche FachweiterbildungInhaltsstand 03.07.2026

Kursprofil, Marktdaten und verfügbare Lernformen

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Anbieter

1

an 2 Standorten

Angebote

1

diesem Kursprofil zugeordnete Angebote

Kommende Termine

4

an 1 erfassten Orten

Regionen

1 Bundesländer

inklusive Online- und Hybridangeboten, sofern vorhanden

Abschluss

Qualifizierungsprüfung in Theorie und Praxis mit Abschlusszeugnis

Mögliche Förderwege

Bildungsgutschein · Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein · Qualifizierungschancengesetz

Lernformen

  • Präsenzunterricht100 %

Zeitmodelle

  • Vollzeit100 %

Dauer im Markt

  • mehr als 3 Tage bis 1 Woche

Gemeldete Preisgruppen

  • 1.000–5.000 €

Häufige Kursorte

  • Essen

Bundesländer

  • Nordrhein-Westfalen

Nächste erfasste Starttermine

  • 26.10.2026 · 45327 EssenPräsenzunterricht · Vollzeit
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Vermittelte Kompetenzen

  • Induktionshärten
  • Flammhärten
  • Einsatzhärten
  • Nitrieren
  • Einsatzhärtetiefenbestimmung
  • Randschichthärtetiefenbestimmung
  • Wärmebehandlungsanweisungen
  • Nitrierhärtetiefenbestimmung

Zugeordnete Zielberufe

  • Industriemeister/Industriemeisterin - allgemein19.202 Stellen/12 Mon.
  • Verfahrenstechnik (grundständig)2.933 Stellen/12 Mon.
  • Facharzt/Fachärztin Fachrichtung Physiologie372 Stellen/12 Mon.
  • Geprüfter Netzmeister/Geprüfte Netzmeisterin/Bachelor Professional für Verteilnetze117 Stellen/12 Mon.
  • Galvaniseurmeister/Galvaniseurmeisterin/Bachelor Professional im Galvaniseur-Handwerk10 Stellen/12 Mon.

Datenbasis: 56 diesem Kurs zugeordnete Angebote sowie die dazu veröffentlichten Termindaten, Stand 19.08.2026. Mehrere Standorte eines Trägers zählen als ein Anbieter.

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Kursinhalte & Lernziele

Modul 1 – Überblick und physikalische Grundlagen der Oberflächenhärteverfahren Der Einstieg ordnet die verschiedenen Härteverfahren in ihren Gesamtzusammenhang ein und schafft die begrifflichen und physikalischen Grundlagen, auf denen die folgenden Module aufbauen.

  • Systematik der Oberflächenhärteverfahren: Randschicht- versus thermochemische Verfahren
  • Ziele der Oberflächenhärtung: Verschleißschutz bei zähem Kern
  • Grundlagen der Austenitisierung und Gefügeumwandlung
  • Abschreckmedien und ihre Wirkung auf das Härteergebnis
  • Werkstoffauswahl für unterschiedliche Härteverfahren
  • Einordnung der Verfahren in den industriellen Fertigungsprozess

Modul 2 – Induktionshärten und Flammhärten Dieser Block widmet sich den beiden Randschichthärteverfahren im Detail, ihrer physikalischen Wirkungsweise und den typischen Einsatzfeldern in der industriellen Praxis.

  • Funktionsprinzip der induktiven Erwärmung durch Wirbelströme
  • Frequenzwahl und Eindringtiefe beim Induktionshärten
  • Aufbau und Steuerung induktiver Härteanlagen
  • Prinzip und Anwendungsbereich des Flammhärtens
  • Vergleich beider Verfahren hinsichtlich Bauteilgeometrie und Serientauglichkeit
  • Typische Fehlerbilder und deren Ursachen bei Randschichthärteverfahren

Modul 3 – Einsatzhärten und Nitrieren Der dritte Block behandelt die thermochemischen Verfahren, bei denen sich die chemische Zusammensetzung der Randschicht durch Diffusion verändert.

  • Prinzip der Aufkohlung beim Einsatzhärten
  • Prozessführung und Abschrecken beim Einsatzhärten
  • Grundlagen des Nitrierens und der Stickstoffdiffusion
  • Unterschiede zwischen Einsatzhärten und Nitrieren in Ergebnis und Anwendung
  • Einfluss der Werkstoffzusammensetzung auf das Diffusionsverhalten
  • Auswahlkriterien zwischen den Verfahren für konkrete Bauteile

Modul 4 – Gefüge, Prüfung und Normung Im vierten Block rückt die fachgerechte Bewertung des Härteergebnisses in den Mittelpunkt: Wie liest man das entstandene Gefüge, wie misst man die Härtetiefe, und welche Normen gelten dabei.

  • Metallographische Beurteilung randschichtgehärteter Bauteile
  • Metallographische Beurteilung einsatzgehärteter Bauteile
  • Arbeiten mit Zeit-Temperatur-Austenitisierungs-Schaubildern
  • Relevante Normen für Wärmebehandlung und Prüfverfahren
  • Grundlagen der Arbeitssicherheit im Wärmebehandlungsbetrieb
  • Dokumentationspflichten bei Wärmebehandlungsprozessen

Praxisteil Die praktischen Übungen bilden das Rückgrat der Qualifizierung und finden unmittelbar im Anschluss an die jeweiligen theoretischen Grundlagen statt, sodass Verfahren nicht nur beschrieben, sondern selbst durchgeführt und ausgewertet werden.

  • Erstellen einer vollständigen Wärmebehandlungsanweisung für ein reales Bauteil
  • Durchführung des Induktionshärtens an einem Werkstück
  • Durchführung des Einsatzhärtens an einem Werkstück
  • Metallographische Probenpräparation randschichtgehärteter Oberflächen
  • Metallographische Probenpräparation einsatzgehärteter Oberflächen
  • Bestimmung der Randschichthärtetiefe nach anerkanntem Prüfverfahren
  • Bestimmung der Einsatzhärtetiefe an bearbeiteten Proben
  • Bestimmung der Nitrierhärtetiefe an behandelten Bauteilen
  • Auswertung und Interpretation der gemessenen Härteverläufe
  • Vergleichende Bewertung mehrerer Bauteile mit unterschiedlicher Behandlung
  • Protokollierung der Prüfergebnisse nach fachlichem Standard
  • Diskussion typischer Praxisfehler anhand der eigenen Übungsergebnisse

Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis ist ein zentrales Merkmal dieser Qualifizierung: Jedes behandelte Verfahren wird nicht nur erklärt, sondern im Kursverlauf tatsächlich an einem Bauteil durchgeführt, geprüft und bewertet. Dadurch entsteht ein Verständnis, das über reines Faktenwissen hinausgeht und auf eigener Erfahrung mit den Prozessschritten beruht. Am Ende der fünftägigen Qualifizierung stehen Teilnehmende, die sowohl die physikalisch-werkstoffkundlichen Hintergründe der wichtigsten Oberflächenhärteverfahren erklären als auch die dazugehörigen Prüfverfahren selbstständig anwenden können.

Lernziele:

  • Die wichtigsten Oberflächenhärteverfahren im Überblick benennen und voneinander abgrenzen
  • Das Funktionsprinzip des induktiven Härtens auf Basis von Wirbelstrom und Skin-Effekt erläutern
  • Das Verfahren des Flammhärtens hinsichtlich Anwendungsbereich und Prozessführung beschreiben
  • Die thermochemischen Grundlagen des Einsatzhärtens (Aufkohlung, Abschrecken) darstellen
  • Das Nitrierverfahren und seine Wirkung auf die Randschicht erklären
  • Gefüge und Werkstoffeigenschaften randschichtgehärteter Bauteile fachlich einordnen
  • Gefüge und Werkstoffeigenschaften thermochemisch behandelter Bauteile fachlich einordnen
  • Zeit-Temperatur-Austenitisierungs-Schaubilder lesen und für die Prozessplanung nutzen
  • Relevante Normen für Wärmebehandlungsprozesse anwenden
  • Grundregeln der Arbeitssicherheit bei Wärmebehandlungsprozessen einhalten
  • Eine vollständige Wärmebehandlungsanweisung für ein Bauteil erstellen
  • Randschicht-, Einsatz- und Nitrierhärtetiefen messtechnisch bestimmen

Zielgruppe & Voraussetzungen

Der Kurs richtet sich an technisch interessierte Personen mit Bezug zur Metallverarbeitung, die ihr Verständnis von Oberflächenhärteverfahren systematisch vertiefen möchten. Eine spezielle berufliche Vorbildung ist nicht zwingend erforderlich, praktische Nähe zum Werkstoff Metall ist aber hilfreich.

  • Facharbeiterinnen und Facharbeiter aus Metallberufen
  • Techniker und Technikerinnen mit Bezug zur Bauteilfertigung
  • Ingenieurinnen und Ingenieure, die Härteverfahren fachlich einordnen müssen
  • technisch interessierte Quereinsteigende mit solidem physikalischen Grundverständnis
Voraussetzungen:

Eine spezielle berufliche Vorbildung ist nicht erforderlich. Notwendig sind jedoch ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache in Wort und Schrift, die sichere Beherrschung der Grundrechenarten sowie ein technisch-physikalisches Grundverständnis, da die Verfahren auf Temperatur-, Zeit- und Diffusionszusammenhängen beruhen.

Ablauf & Abschluss

Der Kurs findet als Präsenzunterricht in Vollzeit statt und verbindet Theorieblöcke im Klassenraum unmittelbar mit praktischen Übungen an Werkstücken und in der Metallographie. Nach jedem theoretischen Themenblock folgt die praktische Anwendung am selben Verfahren, sodass Wissen und Handlungskompetenz Schritt für Schritt gemeinsam aufgebaut werden. Kleine Übungsgruppen ermöglichen die individuelle Betreuung an den Anlagen.

Die Qualifizierung dauert fünf Tage einschließlich der abschließenden Prüfung und findet in Vollzeit als Präsenzveranstaltung statt. Der kompakte Zeitrahmen ist bewusst so gewählt, dass Theorie und Praxis zu jedem behandelten Verfahren unmittelbar aufeinander folgen, ohne größere zeitliche Lücken zwischen Erklärung und eigener Anwendung.

Der Kurs schließt mit einer Qualifizierungsprüfung in Theorie und Praxis ab, die mit einem Abschlusszeugnis dokumentiert wird. Geprüft werden sowohl das fachliche Verständnis der behandelten Härteverfahren als auch die praktische Anwendungskompetenz an den durchgeführten Übungen.

Nutzen & Perspektiven

Oberflächenhärteverfahren gehören zu den Prozessen, die über die Lebensdauer und Belastbarkeit metallischer Bauteile entscheiden – von hochbeanspruchten Wellen und Zahnrädern bis zu Werkzeugen, die dauerhaft Verschleiß standhalten müssen. Wer diese Verfahren nicht nur aus der Theorie, sondern aus eigener praktischer Anwendung kennt, kann in Fertigung, Qualitätssicherung und Konstruktion fundierter mitreden und Entscheidungen zur Bauteilbehandlung besser einschätzen. Der direkte Praxisbezug des Kurses macht den Unterschied gegenüber einer rein theoretischen Einführung aus: Wer selbst ein Bauteil induktiv gehärtet, eingesetzt gehärtet und anschließend die entstandene Härtetiefe messtechnisch bestimmt hat, versteht die Zusammenhänge zwischen Prozessparametern und Ergebnis auf eine Weise, die reines Literaturstudium nicht vermitteln kann. Diese Erfahrung lässt sich unmittelbar in die eigene betriebliche Praxis übertragen. Für den beruflichen Alltag in Metallberufen, der Werkstoffprüfung oder der Qualitätssicherung bedeutet das eine belastbare Grundlage, um Wärmebehandlungsanweisungen selbst zu erstellen, Prüfprotokolle fachlich einzuordnen und bei Abweichungen im Härteergebnis gezielt nach möglichen Ursachen zu suchen.

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Arbeitsmarkt-Report

Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.

Einstieg (0-2 J.):38.000–46.000 €
Mittel (3-7 J.):50.000–65.000 €
Senior (8+ J.):68.000–88.000 €

Zielberufe & offene Stellen

Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.

  • Industriemeister/Industriemeisterin - allgemein
    19.202 Stellen
  • Verfahrenstechnik (grundständig)
    2.933 Stellen
  • Facharzt/Fachärztin Fachrichtung Physiologie
    372 Stellen
  • Geprüfter Netzmeister/Geprüfte Netzmeisterin/Bachelor Professional für Verteilnetze
    117 Stellen
  • Galvaniseurmeister/Galvaniseurmeisterin/Bachelor Professional im Galvaniseur-Handwerk
    10 Stellen

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Härteverfahren werden im Kurs behandelt?

Der Kurs deckt die Randschichthärteverfahren Induktionshärten und Flammhärten sowie die thermochemischen Verfahren Einsatzhärten und Nitrieren ab, jeweils mit Theorie und praktischer Anwendung.

Benötige ich eine spezielle berufliche Vorbildung?

Nein, eine spezielle Vorbildung ist nicht erforderlich. Wichtig sind sichere Deutschkenntnisse, Grundrechenarten und ein technisch-physikalisches Grundverständnis.

Wie viel Praxisanteil hat der Kurs?

Der Praxisanteil ist umfangreich: Teilnehmende härten selbst Bauteile per Induktion und Einsatzhärten und bestimmen anschließend Randschicht-, Einsatz- und Nitrierhärtetiefen an eigenen Proben.

Wie lange dauert die Qualifizierung?

Die Qualifizierung dauert fünf Tage in Vollzeit als Präsenzunterricht, einschließlich der abschließenden Prüfung.

Welchen Abschluss erhalte ich?

Der Kurs endet mit einer Qualifizierungsprüfung in Theorie und Praxis, die mit einem Abschlusszeugnis dokumentiert wird.