Umschulung Schutz- und Sicherheitskraft (IHK)
Schutz- und Sicherheitskräfte schützen Menschen, Gebäude, Anlagen und Werte — vor Einbruch, Brand, technischen Störungen und Übergriffen. Zur Schicht gehören Zutritts- und Ausweiskontrollen, Streifengänge nach festem Plan, das Bedienen von Einbruchmelde-, Brandmelde- und Videoanlagen in der …
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Überblick
Schutz- und Sicherheitskräfte schützen Menschen, Gebäude, Anlagen und Werte — vor Einbruch, Brand, technischen Störungen und Übergriffen. Zur Schicht gehören Zutritts- und Ausweiskontrollen, Streifengänge nach festem Plan, das Bedienen von Einbruchmelde-, Brandmelde- und Videoanlagen in der Sicherheitszentrale, das Bewerten von Alarmen bis zur Alarmierung von Polizei oder Feuerwehr und die Dokumentation jedes Vorgangs. Dazu kommt Publikumskontakt: Besucher lenken, deeskalieren, im Notfall Menschen ins Freie bringen. Rechtlich haben Sicherheitskräfte nur die Rechte jedes Bürgers, ergänzt um das Hausrecht des Auftraggebers. Gearbeitet wird im Schichtsystem, oft nachts und am Wochenende.
Unsicher macht selten die Prüfung, sondern die Frage, worauf du dich einlässt: Nachtschichten, Alleinarbeit auf großen Objekten, aggressive Menschen. Darauf bereitet die Qualifizierung mit Rechtsgrundlagen, Deeskalation und Einsatzabläufen vor. 24 Monate sind viel, wo viele mit wenigen Tagen Unterrichtung anfangen. Kläre vorher, welcher Abschluss angestrebt wird: Fachkraft, Servicekraft oder Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft.
Kursinhalte & Lernziele
- Modul 1: Rechtsgrundlagen der Sicherheitsarbeit (12 Wochen) – Rechtskunde ist das Fundament dieses Berufs, weil private Sicherheitskräfte gerade keine hoheitlichen Befugnisse haben. Das Modul klärt, was erlaubt ist, wo die Grenze verläuft und welche Folgen ein Übergriff hätte – für die Kraft selbst wie für den Auftraggeber. Aufbau und Reihenfolge der Module legt der Bildungsträger fest; diese Übersicht beschreibt die fachlich üblichen Inhalte des Berufsfeldes. Inhalte: Grundrechte, Hausrecht und die Befugnisse privater Sicherheitskräfte, Straf- und Strafverfahrensrecht, Notwehr, Nothilfe und Notstand, Bürgerliches Recht: Besitz, Eigentum, Haftung und Schadensersatz, Gewerberecht und Vorschriften für das Bewachungsgewerbe, Datenschutz und Umgang mit personenbezogenen Daten.
- Modul 2: Objektschutz, Streifendienst und Zutrittskontrolle (10 Wochen) – Das Modul behandelt den Kern des Objektschutzes: wie ein Objekt gesichert wird, wie Streifen geplant und dokumentiert werden und wie Zutritt kontrolliert wird, ohne den Betrieb zu blockieren. Geübt wird auch, was bei einer Feststellung zu tun ist – und in welcher Reihenfolge. Inhalte: Objektaufnahme, Sicherungskonzepte und Schwachstellenanalyse, Streifengänge, Kontrollpunkte und Wachrundenüberwachung, Zutritts-, Ausweis- und Warenkontrolle, Schließanlagen, Schlüsselverwaltung und Verschlusssicherung, Verhalten bei Feststellungen und Übergabe an den Auftraggeber.
- Modul 3: Sicherheitstechnik, Melde- und Videoanlagen (10 Wochen) – Moderne Sicherheitsarbeit ist Arbeit an und mit Technik. Das Modul vermittelt Aufbau und Bedienung der gängigen Anlagen, die Bewertung eingehender Meldungen und die rechtlichen Grenzen, die insbesondere bei Videobeobachtung und Datenspeicherung gelten. Inhalte: Einbruchmelde-, Brandmelde- und Zutrittskontrollanlagen, Videosicherheitstechnik und rechtliche Grenzen der Beobachtung, Betrieb einer Sicherheits- oder Notrufleitstelle, Alarmbewertung, Alarmverfolgung und Fehlalarmvermeidung, Mechanische Sicherungstechnik und Perimeterschutz.
- Modul 4: Brandschutz, Arbeitssicherheit und Erste Hilfe (8 Wochen) – Im Ernstfall ist die Sicherheitskraft oft die erste Person vor Ort. Das Modul deckt Brandschutz, Räumung und Erste Hilfe ab, damit die ersten Minuten geordnet ablaufen, bis Feuerwehr oder Rettungsdienst übernehmen. Inhalte: Vorbeugender und abwehrender Brandschutz, Umgang mit Löschmitteln und Brandschutzeinrichtungen, Räumung, Evakuierung und Sammelplatzorganisation, Arbeitsschutz, Gefahrstoffe und Unfallverhütung, Erste Hilfe und Verhalten bei medizinischen Notfällen.
- Modul 5: Kommunikation, Deeskalation und Umgang mit Konflikten (8 Wochen) – Der überwiegende Teil kritischer Situationen entscheidet sich sprachlich, nicht körperlich. Das Modul trainiert Deeskalation, klare Ansprache und Eigensicherung sowie die geordnete Zusammenarbeit mit den Behörden im Einsatzfall. Inhalte: Gesprächsführung mit Kunden, Besuchern und Beschäftigten, Deeskalationstechniken und Umgang mit aggressivem Verhalten, Interkulturelle Kompetenz und diskriminierungsfreies Handeln, Eigensicherung und Verhalten in Stresssituationen, Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.
- Modul 6: Einsatzbereiche: Werkschutz, Veranstaltung und Verkehr (8 Wochen) – Die Einsatzfelder unterscheiden sich stark in Auftrag, Publikum und Risiko. Das Modul stellt die wichtigsten Bereiche gegenüber und zeigt, welche Regeln, Abläufe und Dokumentationspflichten jeweils gelten. Inhalte: Werkschutz in Industrie- und Infrastrukturbetrieben, Veranstaltungssicherheit, Besucherlenkung und Kapazitätsüberwachung, Sicherheit im öffentlichen Verkehr und in Verkehrsanlagen, Empfangs- und Servicetätigkeiten mit Sicherheitsauftrag, Besonderheiten sensibler Objekte und ihrer Auflagen.
- Modul 7: Dokumentation, Meldewesen und Qualitätssicherung (6 Wochen) – Was nicht dokumentiert ist, hat im Streitfall nicht stattgefunden. Das Modul übt das saubere Berichtswesen von der Ereignismeldung bis zum Vorfallbericht – die Grundlage für Versicherungsfälle, Ermittlungen und die Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber. Inhalte: Wachbuch, Ereignismeldung und Vorfallbericht, Beweissicherung und Umgang mit Aufzeichnungen, Dienstanweisungen lesen, anwenden und fortschreiben, Qualitätsstandards und Kundenanforderungen im Sicherheitsdienst, Digitale Systeme zur Wach- und Einsatzdokumentation.
- Modul 8: Betriebliche Praxisphase und Prüfungsvorbereitung (14 Wochen) – Der Schlussabschnitt verbindet den Praxiseinsatz mit der gezielten Prüfungsvorbereitung. Weil im Sicherheitsgewerbe viele Einstellungen über persönliche Bekanntheit laufen, ist die Praxisphase häufig zugleich der Einstieg in das spätere Arbeitsverhältnis. Wie viele Praxiswochen vorgesehen sind, bestimmt der Bildungsträger. Inhalte: Praxiseinsatz bei einem Sicherheitsdienstleister oder im Werkschutz, Übernahme von Aufgaben unter Anleitung im laufenden Betrieb, Wirtschafts- und Sozialkunde als eigener Prüfungsbereich, Bearbeitung von Prüfungsaufgaben früherer Termine, Simulation von Fachgespräch und praktischer Prüfungssituation.
Lernziele:
- Der Weg führt zu einem Kammerabschluss: In allen 49 Angeboten ist eine IHK-Prüfung dokumentiert – das hebt ihn deutlich von der bloßen Unterrichtung oder Sachkundeprüfung ab, mit der viele im Gewerbe einsteigen.
- Die vermittelte Rechtskunde ist im Berufsalltag der entscheidende Unterschied: Sie wissen, welche Befugnisse Sie haben und wo sie enden – und schützen damit sich selbst und den Auftraggeber.
- Der Abschluss öffnet Aufgaben jenseits der reinen Zutrittskontrolle, etwa in der Sicherheitszentrale, im Werkschutz oder in der Einsatzkoordination.
- Angeboten wird in Vollzeit und in Teilzeit, in Präsenz, in kombinierten Lernformen und als Hybrid Learning – das macht den Weg auch neben einer laufenden Beschäftigung im Gewerbe planbar.
- In den vergangenen 365 Tagen wurden 930 offene Stellen zum Zielberuf erfasst; das Gewerbe hat zudem eine hohe Fluktuation, was qualifizierte Kräfte gesucht macht.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Weg passt zu Menschen, die im Sicherheitsbereich arbeiten wollen und den Unterschied zwischen einer kurzen Unterrichtung und einer vollwertigen Kammerqualifikation kennen. Für Quereinsteigende ist das der entscheidende Punkt: Ein großer Teil der Beschäftigten im Gewerbe hat lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Unterrichtung oder Sachkundeprüfung; wer über 24 Monate einen Kammerabschluss erwirbt, hebt sich davon deutlich ab und kommt an Aufgaben heran, die mehr sind als Zutrittskontrolle. Geeignet ist der Weg besonders für Menschen mit ausgeprägtem Verantwortungsgefühl, ruhigem Auftreten und Bereitschaft zu Schichtdienst. Wer Konfliktsituationen grundsätzlich meiden möchte oder auf geregelte Bürozeiten angewiesen ist, sollte die Passung vor der Anmeldung ehrlich prüfen.
- Beschäftigte im Sicherheitsgewerbe mit Unterrichtung oder Sachkunde, die einen vollwertigen Kammerabschluss nachholen wollen
- Quereinsteigende, die eine verantwortungsvolle Tätigkeit mit klaren Regeln und Handlungsabläufen suchen
- Menschen mit Erfahrung aus Ordnungs-, Rettungs- oder Wachdiensten, die ihre Praxis formal absichern wollen
- Weniger geeignet für alle, die Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst ausschließen oder Konfliktsituationen grundsätzlich vermeiden müssen
Ein Berufsabschluss ist nicht erforderlich – die Qualifizierung führt selbst zu einem Kammerabschluss. In den erfassten Zugangstexten werden Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sowie EDV-Grundkenntnisse ausdrücklich verlangt; ergänzend bieten die Anbieter ein persönliches Gespräch zur Abklärung der Teilnahmevoraussetzungen an. Hinzu kommen die Anforderungen des Bewachungsgewerbes selbst: Für die spätere Tätigkeit sind Zuverlässigkeit und eine Überprüfung nach den gewerberechtlichen Vorgaben notwendig, wozu regelmäßig ein einwandfreies Führungszeugnis gehört.
- Kein Berufsabschluss vorausgesetzt – die Qualifizierung führt selbst zum Kammerabschluss
- Deutschkenntnisse auf Niveau B2, in den Zugangstexten der Anbieter ausdrücklich gefordert
- EDV-Grundkenntnisse für Dokumentation, Meldewesen und Sicherheitssysteme
- Persönliche Zuverlässigkeit nach den gewerberechtlichen Vorgaben für das Bewachungsgewerbe, in der Regel mit einwandfreiem Führungszeugnis
- Bereitschaft zu Schicht-, Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienst sowie körperliche und psychische Belastbarkeit
Ablauf & Abschluss
Präsenz- und Onlineanteile (kombinierte Lernform)
24 Monate in Voll- oder Teilzeit – belegter Durchschnitt der Angebote
Betriebspraktikum: Betriebliche Praxisphasen gehören zu diesem Weg; einzelne Lehrgänge führen den Praxisanteil ausdrücklich im Titel. Üblich sind mehrere Praktikumsblöcke bei einem Sicherheitsdienstleister oder im Werkschutz eines Unternehmens. Umfang, Lage und Einsatzort legt der Bildungsträger fest.
Schriftlicher Teil vor der Industrie- und Handelskammer mit Prüfungsbereichen zu Rechtsgrundlagen, Sicherheitstechnik und Einsatzabläufen sowie zur Wirtschafts- und Sozialkunde. Maßgeblich sind die jeweilige Ausbildungs- beziehungsweise Fortbildungsordnung und die Prüfungsordnung der zuständigen Kammer.
Praktischer beziehungsweise mündlicher Teil: Bearbeitung einer situationsbezogenen Aufgabe aus dem Sicherheitsdienst – etwa Reaktion auf eine Alarmmeldung, eine Zutrittssituation oder einen Konfliktfall – mit anschließendem Fachgespräch, in dem das Vorgehen rechtlich und fachlich begründet wird.
Prüfende Stelle: Zuständige Industrie- und Handelskammer. Das zusätzlich ausgewiesene Trägerzertifikat ersetzt die Kammerprüfung nicht, sondern tritt neben sie; die Anmeldung zur Prüfung übernimmt in der Regel der Bildungsträger.. Offizieller Abschluss: In den Angeboten sind als Abschluss überwiegend Fachkraft für Schutz und Sicherheit sowie Servicekraft für Schutz und Sicherheit dokumentiert, jeweils mit IHK-Prüfung, ergänzt um ein trägerinternes Zertifikat. Der Titel Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft steht daneben für eine eigene IHK-Fortbildungsprüfung. Lassen Sie sich vor der Anmeldung schriftlich bestätigen, welcher dieser Abschlüsse im konkreten Angebot angestrebt wird..
Weil die Qualifizierung zu einem Kammerabschluss führt, ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ein realistischer Weg. Die Bewilligung nach § 81 SGB III ist gleichwohl immer eine Einzelfallentscheidung; geprüft werden die persönliche Situation, die arbeitsmarktliche Notwendigkeit und die AZAV-Zulassung der konkreten Maßnahme. Eine Zusage vorab gibt es nicht. Viele Anbieter nennen keinen Preis, was auf preisverhandelte Maßnahmen hindeutet; sonst liegen die Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro, bei einem Teil auch darüber. Beschäftigte im Sicherheitsgewerbe sollten zusätzlich prüfen, ob der Arbeitgeber die Qualifizierung mitträgt und ob eine Förderung über das Qualifizierungschancengesetz in Betracht kommt.
Wird die Umschulung gefördert und führt sie zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf mit mindestens zwei Jahren Ausbildungsdauer, kommen nach § 87a SGB III zwei Geldleistungen dazu: 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat für Arbeitslose, zusätzlich zu ALG oder Bürgergeld, sowie Prüfungsprämien von 1.000 Euro für die bestandene Zwischen- und 1.500 Euro für die bestandene Abschlussprüfung – zusammen bis zu 2.500 Euro. Beides setzt voraus, dass die Maßnahme bewilligt wurde.
Nutzen & Perspektiven
In den vergangenen 365 Tagen sind 930 offene Stellen zum Zielberuf erfasst worden. Die Zahl unterschätzt den Bedarf, weil viele Stellen als Wachmann oder Werkschutzkraft ausgeschrieben werden — dort genügt formal eine Unterrichtung oder Sachkundeprüfung. Mit einem Kammerabschluss bewerben Sie sich stattdessen auf Sicherheitszentrale, Werkschutz, Einsatzkoordination und Objektleitung. Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst gehören zum Beruf.
Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge sowie Einsätze in kritischer Infrastruktur oder im militärischen/industriellen Werkschutz erhöhen das Nettoeinkommen beträchtlich.
- Einstieg: ca. 25.000–30.000 €
- Mit Berufserfahrung: ca. 31.000–41.000 €
- Spezialist oder Leitung: ca. 43.000–55.000 €
- Typische Tätigkeitsfelder: Objekt- und Werkschutz einschließlich Streifendienst, Zutritts-, Ausweis- und Warenausgangskontrolle, Betrieb einer Sicherheitszentrale mit Melde- und Videotechnik, Alarmbewertung, Alarmverfolgung und Interventionsdienst, Veranstaltungssicherheit und Besucherlenkung, Empfangs- und Servicedienste mit Sicherheitsauftrag, Dokumentation, Berichtswesen und Zusammenarbeit mit Behörden
- Typische Arbeitgeber: Sicherheitsdienstleister mit Objekt- und Revierdiensten, Industriebetriebe mit eigenem Werkschutz, Betreiber kritischer Infrastruktur wie Energie-, Wasser- und Rechenzentren, Verkehrsunternehmen, Flughäfen und Bahnbetreiber, Handelsunternehmen und Einkaufszentren, Veranstaltungsstätten, Messen und Stadionbetreiber, Kliniken, Behörden und öffentliche Einrichtungen
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten.
- Objekt- und Werkschutz einschließlich Streifendienst
- Zutritts-, Ausweis- und Warenausgangskontrolle
- Betrieb einer Sicherheitszentrale mit Melde- und Videotechnik
- Alarmbewertung, Alarmverfolgung und Interventionsdienst
- Veranstaltungssicherheit und Besucherlenkung
- Empfangs- und Servicedienste mit Sicherheitsauftrag
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welchen Abschluss erhalte ich genau?
Das ist die wichtigste Frage vor der Anmeldung. In unserer Auswertung weisen die Angebote überwiegend die anerkannten Ausbildungsberufe Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder Servicekraft für Schutz und Sicherheit aus, jeweils mit IHK-Prüfung und ergänzendem Trägerzertifikat. Der Titel Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft bezeichnet daneben eine eigene IHK-Fortbildungsprüfung mit anderem Zugang. Weil diese Abschlüsse nicht dasselbe sind und im Bewerbungsverfahren unterschiedlich gewertet werden, sollten Sie sich schriftlich bestätigen lassen, welcher im konkreten Angebot angestrebt wird.
Was ist der Unterschied zur Sachkundeprüfung nach § 34a GewO?
Die Sachkundeprüfung ist eine gewerberechtliche Zugangsvoraussetzung für bestimmte Bewachungstätigkeiten und umfasst deutlich weniger Stoff als eine mehrjährige Qualifizierung; die Unterrichtung ist noch kürzer. Die hier erfassten Angebote führen dagegen über 24 Monate zu einem Kammerabschluss mit umfassender Rechts-, Technik- und Einsatzausbildung. Die anerkannten Ausbildungsberufe im Schutz- und Sicherheitsbereich gelten nach den gewerberechtlichen Vorschriften zugleich als Nachweis der erforderlichen Sachkunde; was für Ihre konkrete Tätigkeit anerkannt wird, klären Sie mit der zuständigen Behörde und Ihrem künftigen Arbeitgeber.
Wie lange dauert die Qualifizierung und geht sie in Teilzeit?
Die belegte Regellaufzeit beträgt 24 Monate, also 723 Tage; daneben sind einzelne Angebote mit einer Laufzeit über drei Jahre erfasst. Angeboten wird sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit, unterrichtet wird in Präsenz, in kombinierten Lernformen und als Hybrid Learning. Gerade für Beschäftigte im Sicherheitsgewerbe, die den Abschluss neben dem Dienst nachholen wollen, ist die Teilzeitvariante die naheliegende Wahl – sie verlängert allerdings die Gesamtdauer entsprechend.
Brauche ich ein einwandfreies Führungszeugnis?
Für die Tätigkeit im Bewachungsgewerbe ist persönliche Zuverlässigkeit gesetzlich vorgeschrieben; sie wird behördlich überprüft, und dazu gehört regelmäßig ein Führungszeugnis. Einschlägige Vorstrafen können den Zugang zum Beruf ausschließen, auch wenn die Qualifizierung selbst erfolgreich abgeschlossen wurde. Wenn hier Unsicherheit besteht, sprechen Sie das vor der Anmeldung offen im Beratungsgespräch an – es ist besser, das vorher zu klären, als nach zwei Jahren keine Beschäftigung aufnehmen zu können.
Wie viele Anbieter und Termine sind erfasst?
Für diesen Abschluss kennen wir 43 Anbieter mit 49 Angeboten und 176 Terminen. Das ist eine tragfähige, aber deutlich schmalere Angebotslage als bei den Lagerberufen – regional kann es also sein, dass nicht jederzeit ein Kurs startet. Anbieternamen und Standorte veröffentlichen wir auf dieser Seite nicht. Über die Anfrage gleichen wir Region, Zeitmodell und Wunschstart mit den passenden Angeboten ab und melden uns mit konkreten Möglichkeiten zurück.
Was kostet die Qualifizierung und wird sie gefördert?
Bei vielen Angeboten ist keine Preisangabe hinterlegt, was für preisverhandelte Maßnahmen mit Kostenträgern typisch ist; daneben sind Angebote zwischen 5.000 und 10.000 Euro sowie über 10.000 Euro dokumentiert. Eine Förderung über den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III ist möglich, aber immer eine Einzelfallentscheidung der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters; geprüft werden unter anderem die arbeitsmarktliche Notwendigkeit und die AZAV-Zulassung der Maßnahme. Eine pauschale vollständige Kostenübernahme können wir nicht zusichern.
Muss ich körperlich besonders fit oder durchsetzungsstark sein?
Der Beruf verlangt Belastbarkeit, vor allem im Schicht- und Nachtdienst, und die Bereitschaft, viel zu gehen und zu stehen. Wichtiger als körperliche Stärke ist jedoch das Auftreten: Der weit überwiegende Teil kritischer Situationen wird sprachlich gelöst, und genau darauf zielt das Deeskalationstraining in der Qualifizierung. Wer ruhig bleibt, klar spricht und die eigenen rechtlichen Grenzen kennt, ist im Einsatz besser aufgestellt als jemand, der auf Konfrontation setzt.