Fachwirt:in Güterverkehr und Logistik (IHK)
Aufstiegsfortbildung Geprüfte:r Fachwirt:in für Güterverkehr und Logistik (IHK), DQR 6: Prozesssteuerung, Recht, Betriebswirtschaft und Personalführung für Führungsaufgaben in Spedition und Logistik.
Auf einen Blick
Überblick
Der oder die Geprüfte Fachwirt:in für Güterverkehr und Logistik (IHK) ist eine bundesweit anerkannte Aufstiegsfortbildung auf DQR-Niveau 6 – vergleichbar mit einem Bachelorabschluss – für Fachkräfte aus Spedition, Logistik und Lagerwirtschaft, die in Führungs- und Steuerungsaufgaben hineinwachsen möchten. Der Kurs bereitet auf die öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfung vor der zuständigen IHK vor und vermittelt die dafür vorgesehenen Handlungsbereiche: Führung und Zusammenarbeit im Unternehmen, die Steuerung von Güterverkehrs- und Logistikprozessen, transport- und speditionsrechtliches sowie betriebswirtschaftliches Handeln und den Vertrieb von Verkehrs- und Logistikdienstleistungen. Die Zulassung zur Prüfung setzt in der Regel eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung mit anschließender Berufspraxis voraus, alternativ eine entsprechend längere einschlägige Berufspraxis ohne Abschluss.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Block behandelt Führung und Zusammenarbeit im Unternehmen – die Kernqualifikation jeder Aufstiegsposition.- Planung und Steuerung komplexer Transport- und Logistikketten
- Optimierung von Lager-, Umschlags- und Distributionsprozessen
- Einsatz von Kennzahlen zur Prozesssteuerung
- Qualitätsmanagement in der Logistik
- Schnittstellenmanagement zwischen Beschaffung, Produktion und Vertrieb
- Digitalisierung und IT-gestützte Steuerung logistischer Prozesse
Der dritte Block verbindet Recht und betriebswirtschaftliches Handeln, die für unternehmerische Entscheidungen in der Logistik untrennbar zusammengehören.
- transport- und speditionsrechtliche Grundlagen für Führungskräfte
- Vertragsgestaltung im Güterverkehr und in der Logistik
- Grundlagen des Steuerrechts für Logistikunternehmen
- Kosten- und Leistungsrechnung sowie Kalkulation
- Investitions- und Finanzierungsentscheidungen im Unternehmen
- betriebswirtschaftliche Auswertung und Controlling
Der vierte Block behandelt Vertrieb, Beschaffung und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens.
- Vertrieb von Verkehrs- und Logistikdienstleistungen
- Kundenbindung und Marktbearbeitung im B2B-Logistikgeschäft
- Beschaffungs- und Bevorratungsstrategien
- Entwicklung neuer Dienstleistungsangebote
- strategische Ausrichtung des Unternehmens im Wettbewerb
- Nachhaltigkeit und Verantwortung in der Unternehmensführung
Im praxisorientierten Teil werden die vier Handlungsbereiche an unternehmerischen Fallstudien zusammengeführt, wie sie auch die Fortbildungsprüfung verlangt.
- Bearbeitung eines Fallbeispiels zur Optimierung einer Lieferkette
- Erstellung einer Kostenkalkulation für eine logistische Dienstleistung
- Entwicklung eines Personaleinsatzplans für einen Beispielbetrieb
- Prüfung eines Frachtvertrags auf rechtliche Risiken
- Bearbeitung eines Fallbeispiels zur Mitarbeiterführung und Konfliktlösung
- Erarbeitung eines Vertriebskonzepts für eine Logistikdienstleistung
- Analyse von Kennzahlen eines fiktiven Logistikunternehmens
- Entwicklung eines Digitalisierungsvorschlags für einen Lagerprozess
- Bearbeitung eines betriebswirtschaftlichen Planspiels zur Unternehmenssteuerung
- Erstellung einer Investitionsrechnung für ein Beispielprojekt
- Bearbeitung eines Fallbeispiels zur Beschaffungsplanung
- Präsentation eines erarbeiteten Logistikkonzepts vor der Gruppe
Der Abschluss ist auf dem Deutschen Qualifikationsrahmen der Stufe 6 eingeordnet und damit formal mit einem Bachelorabschluss vergleichbar. Die Zulassung zur Prüfung setzt in der Regel eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung – etwa als Kaufmann oder Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung oder als Fachkraft für Lagerlogistik – sowie anschließende einschlägige Berufspraxis voraus. Wer keinen einschlägigen Abschluss vorweisen kann, wird alternativ nach einer entsprechend längeren praktischen Tätigkeit zugelassen; die genaue Frist richtet sich nach der individuellen beruflichen Vorbildung. Anders als die grundlegenden Qualifizierungen in Lagerlogistik oder Sachbearbeitung setzt diese Fortbildung also bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung und Praxis voraus und richtet sich konsequent an Personen mit Aufstiegsperspektive, nicht an Neueinsteigende.
Lernziele:
- güterverkehrs- und logistikbezogene Prozesse ganzheitlich steuern und optimieren
- Führungsaufgaben im Logistikunternehmen wahrnehmen und Mitarbeitende anleiten
- transport- und speditionsrechtliche Regelungen auf betriebliche Fälle anwenden
- betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente im Logistikunternehmen einsetzen
- Kosten- und Leistungsrechnung für logistische Dienstleistungen durchführen
- Personalplanung, -führung und -entwicklung im Logistikbetrieb gestalten
- Vertriebs- und Marktbearbeitungsaufgaben für Verkehrs- und Logistikdienstleistungen übernehmen
- Beschaffungs- und Bevorratungsprozesse unternehmensbezogen planen
- Qualitäts- und Prozessmanagement in der Logistik weiterentwickeln
- Digitalisierungsprojekte in Logistikprozessen fachlich mitgestalten
- rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen unternehmerischen Handelns beurteilen
- Entscheidungen auf Basis betriebswirtschaftlicher Kennzahlen fundiert treffen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Spedition und Logistik, die eine anerkannte Aufstiegsqualifikation mit Führungsverantwortung anstreben.
- Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung mit Berufspraxis
- Fachkräfte für Lagerlogistik, die in eine Führungsposition wechseln möchten
- Mitarbeitende in Disposition, Transportsteuerung oder Auftragsabwicklung mit Aufstiegsambition
- Berufserfahrene in verwandten kaufmännischen Berufen mit mehrjähriger Logistikpraxis
Die Zulassung zur Fortbildungsprüfung setzt in der Regel eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung sowie anschließende Berufspraxis voraus; alternativ kommt eine entsprechend längere einschlägige Berufspraxis ohne formalen Abschluss infrage. Der genaue Umfang der geforderten Praxiszeit hängt von der individuellen beruflichen Vorbildung ab. Für den Kurs selbst sind zudem ein sicherer Umgang mit betriebswirtschaftlichen Grundbegriffen sowie Bereitschaft zu selbstständigem Lernen neben dem Beruf von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Die Fortbildung kombiniert Fachvorträge zu den vier Handlungsbereichen mit Fallstudien, Planspielen und der Bearbeitung realitätsnaher Unternehmenssituationen aus Spedition und Logistik. Da die Fortbildung häufig berufsbegleitend absolviert wird, wechseln sich Präsenz- und eigenständige Übungsphasen ab, in denen die Inhalte an eigenen betrieblichen Erfahrungen der Teilnehmenden gespiegelt werden. Prüfungsnahe Übungsfälle bereiten gezielt auf die schriftlichen und mündlichen Teile der IHK-Fortbildungsprüfung vor.
Zur genauen Dauer liegen keine einheitlichen Angaben vor, da die Fortbildung je nach Kursanbieter in unterschiedlicher Taktung angeboten wird – von kompakteren Vollzeitformaten bis zu länger laufenden berufsbegleitenden Varianten über mehrere Monate. Welche Variante passt, hängt stark von der beruflichen Situation der Teilnehmenden ab.
Der Kurs bereitet auf die öffentlich-rechtliche Fortbildungsprüfung „Geprüfte:r Fachwirt:in für Güterverkehr und Logistik" vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer vor. Es handelt sich um einen bundesweit anerkannten Abschluss nach dem Berufsbildungsgesetz auf DQR-Niveau 6 und nicht um ein trägerinternes Zertifikat.
Nutzen & Perspektiven
Der Fachwirt-Abschluss öffnet Türen zu Positionen, die reine Fachkenntnis allein nicht erschließt: Niederlassungsleitung, Teamleitung in der Disposition oder Verantwortung für ganze Logistikprozesse setzen in vielen Unternehmen genau diese Kombination aus Führungs-, Rechts- und betriebswirtschaftlicher Kompetenz voraus, die die Fortbildung vermittelt. Weil der Abschluss formal auf Bachelor-Niveau eingeordnet ist, wird er von Arbeitgebern unabhängig vom ursprünglichen Ausbildungsbetrieb anerkannt und lässt sich bei einem Arbeitgeberwechsel als belastbarer Qualifikationsnachweis mitnehmen. Das unterscheidet ihn von trägerinternen Zertifikaten, deren Aussagekraft je nach Anbieter unterschiedlich eingeschätzt wird. Langfristig schafft die Fortbildung zudem eine Basis für weiterführende Wege, etwa ein anschließendes Studium mit Anrechnung von Teilen der Fortbildung oder eine spätere Spezialisierung auf strategische Logistikfunktionen wie Supply-Chain-Management oder internationale Transportsteuerung.
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Arbeitsmarkt-Report
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Fachwirt:in für Güterverkehr und LogistikRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Speditionsleiter:inRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Teamleiter:in DispositionRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Niederlassungsleiter:in LogistikRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
- Logistikleiter:inRegelmäßig bundesweit ausgeschrieben
Verwandte Kurse & Alternativen
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer kann zur Prüfung Fachwirt:in für Güterverkehr und Logistik zugelassen werden?
Zugelassen wird in der Regel, wer eine einschlägige Berufsausbildung – etwa als Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung oder Fachkraft für Lagerlogistik – abgeschlossen und anschließend einschlägige Berufspraxis gesammelt hat. Ohne einschlägigen Abschluss ist die Zulassung nach entsprechend längerer Berufspraxis möglich.
Auf welchem Niveau ist der Abschluss eingeordnet?
Der Abschluss ist auf Stufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens eingeordnet und damit formal mit einem Bachelorabschluss vergleichbar.
Kann ich diese Fortbildung berufsbegleitend absolvieren?
Ja, viele Bildungsträger bieten die Fortbildung berufsbegleitend mit einem Wechsel aus Präsenz- und Selbstlernphasen an. Der genaue zeitliche Umfang hängt vom jeweiligen Anbieter und der gewählten Variante ab.
Welche Inhalte deckt die Fortbildung ab?
Die vier Handlungsbereiche umfassen Führung und Zusammenarbeit im Unternehmen, die Steuerung von Güterverkehrs- und Logistikprozessen, transport- und speditionsrechtliches sowie betriebswirtschaftliches Handeln und den Vertrieb von Verkehrs- und Logistikdienstleistungen.
Ist dieser Kurs für Berufseinsteigende ohne Ausbildung geeignet?
Nein. Die Fortbildung baut auf einer bereits abgeschlossenen einschlägigen Berufsausbildung und Berufspraxis auf beziehungsweise auf einer entsprechend längeren praktischen Tätigkeit. Wer noch am Anfang steht, benötigt zunächst eine grundständige Ausbildung oder vergleichbare Praxis.